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Rottweil Ein mutiges zweites Leben

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Frank Weniger machte keinen Hehl aus seiner Erkrankung. Am 21. November ist er gestorben. Archiv-Foto: Weniger Foto: Schwarzwälder Bote

Rottweil. Er galt als einer, den man gerne um sich hatte, dessen Worte Gewicht hatten – als Mensch, als Göllsdorfer Ortsvorsteher, als Leiter der Grundschule in Wellendingen und zuletzt als Autor dreier Bücher. Am 21. November starb Frank Weniger. Die Beisetzung fand – so war es sein Wunsch – in aller Stille fernab der Öffentlichkeit statt, im Kreise seiner Liebsten.

Vor knapp viereinhalb Jahren hatte Weniger, Jahrgang 1954, die Diagnose Hirntumor erhalten. Sein Arzt prognostizierte ihm damals eine Lebenserwartung von vielleicht eineinhalb Jahren. Das Ehepaar Weniger trafen diese Worte wie ein Schlag. So schreibt es Weniger in seiner Autobiografie "Der Tod reist mit. Autobiografie zweier Leben", die 21 Monate nach der Diagnose erscheint. Nun sind daraus 57 Monate geworden, Monate, die Weniger als ein Leben beschrieb, bei dem der Tod sein ständiger Begleiter ist.

Mit schonungsloser Offenheit

Dabei ging Weniger mit seiner Erkrankung fast schon mit einer schonungslosen Offenheit um. Zum einen, um Gerüchten entgegenzuwirken, denen sich Weniger ausgesetzt sah. "Die Öffentlichkeit ist schwerer zu ertragen als die Chemo", sagte Weniger einmal. Zum anderen aber auch, um sich selbst Belastendes von der Seele zu schreiben und vielleicht – ganz Pädagoge – anderen Betroffenen die Hand zu reichen.

Frank Weniger wird den Rottweilern und seinen Schülern in Wellendingen nicht allein durch seine schriftstellerische Tätigkeit in Erinnerung bleiben. Gebürtig aus der Nähe von Lörrach hatte es Weniger der Liebe wegen nach Rottweil verschlagen. Seit Mitte der 1980er-Jahre lebte er mit seiner Frau und den beiden Söhnen in Göllsdorf, wo er zudem von 1999 bis 2006 Ortsvorsteher war. "Ich glaube sagen zu dürfen, dass es eine gute Zeit für den Ort und mich war", sagte Weniger einmal rückblickend. Auf der anderen Seite war Weniger Lehrer mit Haut und Haaren, der seinen Beruf eher als Berufung empfand, seit 2013 als Rektor der Ganztagesgrundschule in Wellendingen. Ehrenamtlich engagierte er sich vor allem für Menschen mit Handicap, war ab 2008 bis 2015 Vorsitzender der Lebenshilfe.

Nachdem Weniger aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste, entdeckte er als positive Begleiterscheinung eine neu gewonnene Freiheit. Er legte den Finger in die Wunde und kritisierte in seinen Büchern bildungspolitische und gesellschaftliche Entwicklungen, was er als Lehrer so sicherlich hätte nicht formulieren können.

Weniger hatte trotz seiner Erkrankung noch viel vor. Zwei weitere Bücher waren in der Entstehungsphase – Kinderbücher mit den Themen Fantasie, Mut und Glück. Drei Begriffe, die Weniger mit Leben zu Füllen vermocht hat.

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