Vor 25 Jahren ging es um die Frage: Wird L’Aquila oder Rieti Partnerstadt von Rottweil?

Von Berthold Hildebrand

Rottweil. Gleich zwei italienische Städte buhlten vor 25 Jahren um Rottweil als Partnerstadt. Der Münsterchor war deshalb damals auf Brautschau – in Rieti und in L’Aquila.

Anfang April 1986 fuhr der Münsterchor zusammen mit einem kleinen Orchester, das aus den eigenen Reihen zusammengestellt wurde, nach L’Aquila. Man wollte der Stadtverwaltung die Grüße des damaligen Oberbürgermeisters Michael Arnold überbringen und in der Kathedrale San Massimo ein geistliches Konzert geben. Mit großen Plakaten wurde in L’Aquila auf dieses Konzert des "coro della Cattedrale di Rottweil" aufmerksam gemacht.

Bürgermeister Enzo Lombardi dankte für den Kunstgenuss und gab seiner Hoffnung Ausdruck, die Kontakte mit Rottweil weiter pflegen und vertiefen zu können. Als historische Verbindung zwischen Rottweil und L’Aquila wurde auf Adam Burkardt di Rottweil verwiesen, der 1482 die von Johannes Gutenberg erfundene Drucktechnik mit beweglichen Lettern nach L’Aquila brachte.

Aber auch im 70 Kilometer entfernten Rieti wurde um eine Partnerschaft mit Rottweil gebuhlt. Nach Rücksprache mit OB Arnold nahm der Münsterchor die kurzfristig ausgesprochene Einladung zu einem Besuch in Rieti an. Mit einer Polizeieskorte wurde der Rottweiler Bus vom Stadtrand bis zum Rathaus und ins Teatro Vespasiano geleitet. In die Regierungszeit von Kaiser Vespasian, der in Falacrinae in der heutigen Provinz Rieti geboren wurde, fiel die Gründung des römischen Rottweil. Aus diesem Grund bekundete im Spiegelsaal des Theaters auch der Bürgermeister von Rieti sein Interesse an einer Städtepartnerschaft mit Rottweil. Es blieb aber bei L’Aquila.

Bei den Rottweiler Kulturtagen im Oktober 1988 unterzeichneten Michael Arnold und sein Amtskollege Enzo Lombardi zusammen mit einem Vertreter der italienischen Regierung die Partnerschaftsurkunde. Das silberne Jubiläum kann also in zwei Jahren gefeiert werden.

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