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Rottweil Das SUP-Virus lässt ihn nicht los

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Ein Eis auf Abstand: Christoph Fortner hat in seinem Garten in Rottweil das "Big-SUP" geparkt, auf dem bis zu zehn Leute Platz haben. Foto: Otto

Rottweil - Christoph Fortner ist einer, den man mit Fug und Recht kurzentschlossen nennen kann: Vor fünf Jahren stand der Rottweiler das erste Mal auf einem SUP - also einem Stand-Up-Paddelbrett - hat sich gleich darauf zum In­struktor ausbilden lassen und schon einen Monat später die Paddel-Schule "SUP Rottweil" in Hegne am Bodensee gegründet. Mit Erfolg. Der SUP-Boom ist größer denn je. Doch so risikofreudig Fortner auch bei seiner Gründung war: Auf dem Wasser hat für ihn Sicherheit oberste Priorität. Wie unbedarft sich manche Einsteiger aufs Brett begeben, das macht ihm doch etwas Sorge.

Herr Fortner, ganz schön schwer, Sie in Rottweil zu erwischen...

Ja, das ist schon ein bisschen ein Problem. Das geht auch meiner Frau und meiner Familie so. Ich hab zwei Leben - in Rottweil und am Bodensee. Hier in meinem Büro als Versicherungsmakler, am See als SUP-Lehrer. Das muss man irgendwie unter einen Hut bringen. Aber das ist eben meine Leidenschaft. Man kann schon sagen, meine Berufung. Ich liebe und lebe diesen Sport.

Ihre Schule besteht jetzt ziemlich genau seit fünf Jahren. Wie hat es sich seither entwickelt?

Es ist einfach Wahnsinn. Aber ich mach auch viel dafür. Das Feedback ist toll. Kürzlich hat einer gesagt: "Du bist jetzt eine Institution am See." Das wäre natürlich ohne Matthias Kunz - ebenfalls Rottweiler - nicht gegangen, der den Campingplatz in Hegne betreibt. Dadurch konnte ich überhaupt die Schule direkt am See eröffnen. Viele Rottweiler Gruppen oder Firmen kommen regelmäßig für Kurse, Touren und Events.

Viel los gerade, schätze ich?

Es macht tatsächlich momentan nicht so viel Spaß wie sonst. Das Strandbad ist knallevoll, die Leute sind zum Teil auch ein bisschen uneinsichtig. Aber ich kann es ihnen natürlich nicht verdenken, dass sie alle ans Wasser wollen.

Das SUP-Virus erfasst ja immer mehr Leute. Paddelbretter gibt’s jetzt schon im Discounter...

Es ist wirklich zum absoluten Trendsport geworden, und das wird es bleiben. Es ist ja auch ziemlich leicht, einzusteigen, aber eine gewisse Einführung sollte schon sein. Entweder in einer Schule bei einem Kurs oder zumindest auf Youtube. Man sollte sich schon mit der Materie befassen, bevor man loslegt. Und ein Brett erst einmal testen, bevor man sich eins zulegt.

Sind die Günstigen was?

Nicht alle günstigen Bretter sind schlecht. Aber es gibt schon enorme Qualitätsunterschiede. Wer ein günstiges kaufen will, findet vielleicht jemanden im Bekanntenkreis, bei dem er es erst einmal ausprobieren kann. Sonst ist es schade, wenn man nicht damit zurecht kommt. Und die Ausstattung drumherum ist natürlich auch ganz wichtig.

Was gehört dazu?

Natürlich ein Paddel, eine so genannte Leash, mit der man sich mit dem Brett verbindet. Das ist wichtig, damit das Brett nicht wegschwimmt und unerreichbar wird, wenn man ins Wasser fällt. Es gibt auch SUP-Gürtel mit einem Notfallauslöser. Die Bodensee-Schifffahrtsordnung verlangt außerdem, dass Paddler, die weiter als 300 Meter vom Ufer entfernt sind, Rettungswesten dabei haben müssen. Was viele nicht wissen, ist, dass für das Brett Kennzeichnungspflicht besteht, es muss mit Name, Adresse und Handy-Nummer beschriftet werden für einen etwaigen Notfall.

Das Thema Sicherheit steht bei manchen SUPlern nicht gerade an erster Stelle.

Ja, es ist immer häufiger zu sehen, dass manche sehr blauäugig loslegen. Man sollte sich als Anfänger nicht gleich in ein Fließgewässer stürzen, sondern langsam starten. Außerdem muss man genau schauen, wo man mit dem SUP unterwegs sein darf. Durch Badegebiete am See zu paddeln, ist verboten, auch Naturschutzgebiete müssen berücksichtigt werden. Ich war maßgeblich an der Entwicklung eines neuen Flyers beteiligt, in dem alles Wichtige zum Thema SUP auf Bodensee und Hochrhein zusammengefasst ist. Der Bodensee ist ein Voralpensee, da ist die Gefahr nicht zu unterschätzen. Das Wetter kann jederzeit blitzschnell umschlagen! Die Sturmwarnleuchten sollte man immer im Blick haben. Ich habe wirklich schon oft von Leuten mitbekommen, die mitten auf dem See völlig überrascht wurden. Und dann sind die Wellen schnell auch mal 70 Zentimeter hoch.

Ich bin ja auch begeisterte SUPlerin, aber das mit dem Paddeln im Winter, das ist schon speziell... Bei Ihnen gehört das ja seit Beginn dazu.

Unbedingt! SUP Rottweil, die Abkürzung heißt Schneeschuh und Paddel. Die Wintertouren sind total beliebt, wir paddeln über den Bodensee und dann geht es mit Schneeschuhen auf den Pfänder. Das Ganze läuft in Kooperation mit dem Schneelaufverein Rottweil.

Bei Ihnen muss ich wahrscheinlich nicht fragen, ob Sie in Urlaub fahren?

Nein. Obwohl wir eigentlich gerne an den Comer See fahren. Aber jetzt bleiben wir daheim. In Rottweil und am Bodensee. 

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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