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Rottweil Corona-Virus: Amt sieht keinen Grund zur Panik

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Die Entwicklung um das Corona-Virus verunsichert auch die Menschen in Rottweil. Foto: pixabay

Rottweil - Lange war es weit weg, nun hat das Corona-Virus auch Deutschland erreicht. Nach dem ersten bestätigten Fall in Bayern sind viele verunsichert. Das Rottweiler Gesundheitsamt sieht keinen Grund zur Panik, rät aber zu verstärkten Hygienemaßnahmen und zur Wachsamkeit.

Petra Sostak, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes in Rottweil, kann die Sorgen und die Ängste der Menschen wegen des neuartigen Corona-Virus verstehen – einerseits. Andererseits schätzt sie die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Virus in Rottweil und Umgebung ausbreitet, als sehr gering ein. "Unser Gesundheitssystem ist so, dass wir Infektionsketten sehr schnell kontrollieren und abbrechen können", hebt sie hervor.

"Jetzt haben wir gerade die Influenza-Saison. Es gibt wirklich keinen Grund, bei Symptomen wie Schnupfen, Husten oder Heiserkeit gleich an das Corona-Virus zu denken", macht sie klar. Für den Verdacht müssen laut Sostak mehrere Faktoren zusammenkommen. In der Risikogruppe befinden sich vor allem Menschen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in China aufgehalten haben.

"Das muss man dem Arzt auf jeden Fall mitteilen", meint sie. Im Blick hat das Gesundheitsamt in einem solchen Fall auch die Kontaktpersonen, die der Erkrankte hätte anstecken können. "Auch sie stehen dann unter Beobachtung", erklärt Sostak. "Was jeder aktuell machen kann, sind infektionspräventive Maßnahmen", führt sie aus. Das heißt: Man soll oft die Hände waschen, bei Krankheitssymptomen in den Ellenbogen statt in die Hand husten oder niesen sowie im Idealfall einen Abstand von zwei Metern halten.

Sollte der Ernstfall in Rottweil doch auftreten, gibt es laut Sostak eine geregelte Vorgehensweise. So muss der Arzt die Verdachtsdiagnose auf jeden Fall an das Gesundheitsamt melden. Der Betroffene wird dann solange isoliert, bis der Verdacht ausgeräumt oder bestätigt wird. "Mit einem normalen Zimmer ist es nicht getan. Es muss ein Zimmer mit Vorraum und Schleuse sein, und das Personal muss mit Schutzanzügen ausgestattet werden", schildert Sostak. Da es sich um eine Virus-Erkrankung handelt, helfen in diesem Fall keine Antibiotika. "Man kann nur die Symptome kontrollieren."

Dass die Rottweiler vor allem seit dem bestätigten Fall von Corona-Virus in Bayern verunsichert sind, zeigt auch die Nachfrage nach Atemschutzmasken in den Apotheken der Stadt. "Die Menschen kaufen sie seit Montag packungsweise", sagt Aline Pletitsch von der Römer-Apotheke. Auch das Desinfektionsmittel werde häufiger gekauft.

"Die Atemschutzmasken sind seit ein paar Tagen im Großhandel nicht mehr lieferbar", sagt eine Mitarbeiterin der Paracelsus-Apotheke. "Wir haben vergangene Woche schon versucht, mehr zu bestellen, denn wir haben geahnt, dass sie gebraucht werden." In der Unteren Apotheke haben die Mitarbeiterinnen währenddessen kaum Veränderungen bei der Nachfrage gemerkt.

Reisen nach China abgesagt

Die Auswirkungen der aktuellen Situation rund um das Corona-Virus sind aber nicht nur im medizinischen Bereich spürbar. Günther Hauser, Regionalleiter im Reisebüro Bühler/ Lufthansa CityCenter, berichtet, dass die meisten gebuchten Reisen nach China derzeit storniert werden. "Die Tendenz geht im Moment dahin, dass für die nächsten vier Wochen die Reisen, auch geschäftliche, abgesagt werden", sagt Hauser. Die Reisen im Herbst oder im nächsten Winter seien allerdings nicht betroffen. Unterschiede gibt es auch je nach Region, doch "für die meisten Menschen ist das Risiko einfach zu hoch", meint Hauser. "Und die Situation verändert sich jeden Tag."

Das Auswärtige Amt hat mittlerweile eine Teilreisewarnung ausgesprochen. Die Reiseveranstalter sind nun verpflichtet, ihren Kunden andere Möglichkeiten aufzuzeigen. "Wenn sich die Menschen aber für China entschieden haben, werden sie stattdessen wohl keinen Strandurlaub in der Türkei buchen", schildert Hauser.

Sükrü Baca vom Reisebüro Baca sagt, er habe in den vergangenen Wochen keine Buchungen für China gehabt. "Aber auch das ganze Gebiet Südostasien ist nicht so gefragt. Durch die aktuelle Situation wird es noch schwieriger", meint Baca.

Betroffen sind von der Situation auch mehrere Unternehmen in Rottweil, die Geschäftsbeziehungen zu China pflegen oder Niederlassungen im Land haben. Der Konzern Mahle etwa, der seinen Hauptsitz in Stuttgart und unter anderem eine Produktionsstätte in Rottweil hat, beschäftigt laut Sprecher Ruben Danisch insgesamt mehr als 1650 Mitarbeiter in China. Diese sind an drei Produktionsstandorten tätig. "Natürlich werden dort Vorsichtsmaßnahmen getroffen", versichert der Sprecher. "Grundsätzlich wird den Mitarbeitern empfohlen, von Reisen abzusehen und auf alternative Kommunikationsmittel zurückzugreifen", betont Danisch. Auf das Produktionswerk in Rottweil habe die Situation keine Auswirkungen.

Auch beim Konzern Thyssenkrupp steht die Sicherheit der Mitarbeiter im Vordergrund. "Thyssenkrupp empfiehlt allen Beschäftigten dringend, bis auf Weiteres alle Reisen von und nach China zu unterlassen, die nicht unbedingt erforderlich sind. Ausgeflogen werden derzeit aber keine Mitarbeiter von uns", sagt Sprecherin Jasmin Fischer.

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