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Rottenburg Über 40 Jahre Akkordeonleidenschaft

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Akkordeonschüler aus der Anfangszeit des HCE, die später das Orchester bildeten. Zu sehen sind links im Bild noch Akkordeonlehrer Pizzuch und rechts der damalige erste Vereinsvorsitzende Arnold Hoske.Foto: Vereinsarchiv Foto: Schwarzwälder Bote

Nach über 40-jährigem Bestehen hat sich der Harmonikaclub Ergenzingen zum Beginn des Jahres aufgelöst. Wir blicken noch einmal zurück auf die Geschichte des Vereins, der über Jahrzehnte hinweg das kulturelle Leben des Ortes bereicherte.

Rottenburg-Ergenzingen. "Rien ne va plus" (nichts geht mehr), so oder ähnlich könnte man das bezeichnen, was derzeit im größten Rottenburger Stadtteil kulturell über die Bühne geht. Alles ist pandemiebedingt irgendwie unwirklich geworden. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die Menschen haben sich einfach an den "Ist-Zustand" gewöhnt und der heißt derzeit schlicht und ergreifend "tote Hose".

Mitten in diese Zeit hinein fiel die Auflösung des Harmonikaclubs, den es seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr gibt. Zum Schwur kam es allerdings bereits im Sommer des vergangenen Jahres. Da musste die Vorsitzende Heike Wagensommer bei der Hauptversammlung mitteilen, dass man dem Ende des Vereins entgegen schauen müsse. Der Wandel der Gesellschaft habe dem Verein zugesetzt, es sei immer schwieriger geworden, neue Spieler für das Akkordeon zu begeistern und das ehrenamtliche Engagement habe spürbar nachgelassen, so Wagensommer damals.

16 Jahre lang hatten zuvor die "Mamas und Papas" (rund 10 Akteure) den Verein in Sachen Führung und Musik, oft auch in Doppelfunktion, am Leben gehalten. Auf Akkordeonklänge wird man in Ergenzingen aber auch künftig nicht verzichten müssen, denn einige Akteure haben sich bereit erklärt, auf privater Basis weiterzumachen.

156 Mitglieder hatte einst der verein

Gegründet wurde der HCE, wie er im Volksmund genannt wurde, 1977 von Eltern, die akkordeonbegeisterte Kinder hatten. Zum ersten Vorsitzenden wurde Arnold Hoske gewählt, zu seinem Stellvertreter Clemens Flach. Als Ausbilder konnte Kurt Zepperitz gewonnen werden, der dann später durch einen Herrn Pizzuch aus Unterjettingen abgelöst wurde.

1979 begann dann die 19 jährige Ära des Horber Dirigenten Roland Beck, der die Aufbauarbeit leistete. In diese Zeit hinein (1984) fielen der Vorstandswechsel von Arnold Hoske zu Norbert Geis, der dem Verein in dieser Position zwölf Jahre treu blieb.

Die Zahl der Mitglieder und Aktiven, die nicht nur aus Ergenzingen, sondern auch aus der näheren Umgebung kamen, schnellte in die Höhe. Das Unterrichtsangebot erstreckte sich auf Akkordeon, Flöte und Schlagzeug.

1989 entstand die Tanzgruppe "Handmade", und im gleichen Jahr fand das erste größere Herbstkonzert in der Turn- und Festhalle statt. Damals tummelten sich bis zu 60 Aktive Vereinsmitglieder in den musikalischen Formationen Haupt-, Jugend- und Nachwuchsorchester sowie bei den "Mamas und Papas", in der Spielgruppe und in der Tanzgruppe "Handmade".

Die Mitgliederzahl stieg auf 156, und die musikalische Bandbreite reichte von konzertant über klassisch bis hin zu Rock, Pop und Filmmusik. Auftritte in Ergenzingen und der näheren Umgebung gab es zu Genüge und teilweise befanden sich zwischen 60 und 100 Schüler auch aus den Nachbarorten in Ausbildung.

1996 gründeten jüngere Spieler des Orchesters die Band "Desaster Area", und Norbert Geis übergab beim Frühjahrskonzert sein Amt vorübergehend an Waltraud Frank, die dann von Thorsten Hans (1. Vorsitzender) und Jörg Fischer (2. Vorsitzender) abgelöst wurde. Das Konzert 1997 ist manchen Besuchern auch heute noch in Erinnerung. Der Höhepunkt war der "Säbeltanz" von Aram Chatschaturjan mit schauspielerischer Darstellung zur Live-Musik.

Bereits 2003 löste sich das Hauptorchester auf

1998 verließ Roland Beck den Verein, die "Mamas und Papas" übernahm Matthias Geis und das Hauptorchester Sergej Riasanow. Der begnadete Akkordeonvirtuose und Lehrer richtete die Akteure neu aus und glänzte auch durch eigene Arrangements von Deep Puple bis Astor Piazolla, getreu dem Motto klein aber fein und blieb dem Verein bis 2003 erhalten.

Nach dem großen Herbstkonzert im selben Jahr, welches unter dem Motto "Best of HCE" stand, löste sich dann das Hauptorchester auf. Einige Stammspieler wollten aus den verschiedensten Gründen nicht mehr und auch der Nachwuchs war weniger geworden.

Im Jahre 2004 begann die große Zeit der "Mamas und Papas". Sie führten den Verein in abgespeckter Form weiter. Norbert Geis übernahm den Vereinsvorsitz ein weiteres Mal und sein Sohn Matthias schlüpfte in die Dirigentenrolle bei den "Oldies".

Ab 2005 fanden die Konzerte im Zweijahres-Turnus im DRK-Heim statt, oft zusammen mit Gastmusikern wie "d’accord" (Seebronn), "InTakt" (Mötzingen), dem Duo Irina und Elisabeth und dem Akkordeonclub Rottenburg. Während dieser Zeit verstärkte sich vor allem auch die Heimatverbundenheit und das soziale Engagement des Vereins. Die "Mamas und Papas" waren eigentlich bei fast allen kirchlichen und bürgerlichen und sozialen Einrichtungen und deren Veranstaltungen präsent und erfreuten die Herzen der Zuhörer.

Aus ihren Reihen kam letztlich auch das legendäre Akkordeonduo Norbert Geis und Egon Prexel. Getreu dem Motto "Anruf genügt", waren die beiden über gut und gerne zwei Jahrzehnte hinweg treue musikalische Begleiter bei kleineren Veranstaltungen und vor allen Dingen der örtlichen Fastnacht.

2012 übergab Norbert Geis das Amt des ersten Vorsitzenden an Kornelia Ragnit. Ihre Amtsnachfolgerin wurde 2016 Heike Wagensommer, in deren Amtszeit die Festivitäten anlässlich des 40. Vereinsgeburtstages (2017) fielen, die dann 2020 aber auch den Verein auflösen musste.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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