Ex-Kultusminister Andreas Stoch (links) und Pfarrer Rudolf Paul Foto: schwäbische mund.art Foto: Schwarzwälder Bote

Nachruf: Verein "schwäbische mund.art" trauert um "Grüdungsvater" Rudolf Paul

Rottenburg/Neustetten. Der Mundartpfarrer im Ruhestand Rudolf Paul ist am Gründonnerstag im Alter von 87 Jahren verstorben. In einer Mitteilung schreibt der Verein "schwäbische mund.art", dass er mit den Angehörigen um sein Ehrenmitglied trauert. Als "Gründungsvater" und Vize-Vorsitzender habe sich Pfarrer Rudolf Paul bleibende Verdienste erworben.

"Mit seinen Mundartgottesdiensten erreichte Pfarrer Paul in fast fünf Jahrzehnten die Herzen der Menschen, weil er ihren Glauben auch eine sprachliche Heimat gegeben hat", blickt Vorsitzender des Vereins Wolfgang Wulz auf das Lebenswerk Pauls zurück.

Mit seinem publizistischen Hauptwerk, der "Bibel für Schwoba", habe Rudolf Paul – so der damalige Kultusminister Andreas Stoch im Jahr 2013 bei der Verleihung der Staufermedaille des Landes Baden Württemberg – als "schwäbischer Luther" eine Kulturleistung erster Ordnung erbracht. Seine Übersetzung des Alten und Neuen Testaments ins Schwäbische spiegele sein lebenslanges Credo wider, "die vielfältige und klangvolle schwäbische Sprache nicht nur der Spaßfraktion zu überlassen, sondern sie auch bei sehr ernsthaften Inhalten zum Klingen zu bringen."

Vor 20 Jahren gründete der Pfarrer Rudolf Paul den Mundartstammtisch in der Rottenburger Weinstube "Stanis", dort trug er auch regelmäßig seine ganz "weltlichen" schwäbischen Geschichten vor. Damit zeigte er, so Wolfgang Wulz, dass schwäbischer Humor und Ernst eng miteinander verbunden sind.

Seine letzte Ruhestätte findet Rudolf Paul, der aus Kirchheim/Teck stammt, auf dem Friedhof seines Alterssitzes im Neustettener Ortsteil Wolfenhausen.

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