Jule Grammer (von links), Vorsitzende des Vereins Kalkwerkfarm, nahm die Spende des Lions Club Herrenberg vom ersten Vizepräsidenten Johannes Rein und Präsident Jochen M. Schmidt entgegen. Foto: Feinler Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: Kalkwerkfarm in Ergenzingen kann derzeit keine Angebote umsetzen / Lions Club Herrenberg spendet 1000 Euro

Eutingen-Göttelfingen/Rottenburg-Ergenzingen. Aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen darf die Kalkwerkfarm in Ergenzingen wohl bis auf weiteres ihre Angebote nicht umsetzen. Dabei wäre die Öffnung aktuell sehr wichtig, erklärt die gebürtige Göttelfingerin und Vorsitzende des Vereins Kalkwerkfarm Jule Grammer.

Die Kinder würden unter der Corona-Pandemie leiden. Die Erfahrungen habe sie schon bei ihren eigenen Beiden gemacht. "Ich bin ständig mit dem Ordnungsamt im Austausch", erklärt Grammer. Ihre Vizevorsitzende Melle Hogzic kümmere sich gerade um die Türe. Im Herbst hatte der Verein eine Anfrage einer Schule bekommen, die gerne mit Kindern mit Behinderungen eine Art Motorik-Schulung auf der Kalkwerkfarm gemacht hätte. Das sei jedoch aufgrund der Zahlen nicht möglich gewesen, was das Team der Kalkwerkfarm sehr bedauert. "Die Kinder sind hier im Freien und es wäre so wichtig, denn Tiere sind Co-Therapeuten. Sie können helfen zu heilen", erklärt Grammer. Sie selbst habe die Erfahrung in der Familie gemacht. Daher hoffe sie, dass den Kindern die Auszeit in der Natur und auf dem Hof bald ermöglicht werden kann.

Zudem erhalte das Team der Kalkwerkfarm immer wieder Anfragen, weil Tiere eine Heimat oder einen Gnadenhof brauchen. Das Team der Kalkwerkfarm hilft gerne, aber nach über einem Jahr ohne Einnahmen, aber mit dem Unterhalt der Farm und der Tiere, geraten die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen. Umso dankbarer sind sie für die Spende des Lions Club Herrenberg. Präsident Jochen M. Schmidt und Vizepräsident Johannes Rein haben nun 1000 Euro übergeben. "Wir haben schon seit vielen Jahren Kontakt zur Kalkwerkfarm", erklärt der Ergenzinger Johannes Rein. Seine Frau habe schon die Katzen bei Albrecht, dem Vorgänger des heutigen Kalkwerkfarmteams, versorgt und sei als "Katzenmutter" bekannt. Daher schätzt Familie Rein diesen Naherholungs- und Bildungsort in der Heimat sehr.

Dort werde Kindern gezeigt, wie Tiere in der Natur leben und damit auch der Bezug zur Umwelt geschaffen. Aus Erfahrungen wissen sie, dass auch Dorfkinder die bekanntesten Tiere, wie Schweine und Kälbchen verwechseln können. Das habe sie aufhorchen lassen, weshalb dem Lions Club die Kalkwerkfarm als Spendenziel genannt wurde. Bei diesem seien im vergangenen Jahr zwar auch zahlreiche soziale Veranstaltungen und Aktionen weggebrochen, doch die Erlöse aus Aktionen wie "Zahngold" und das Recyceln von Handys werde weiter betrieben.

"Für das Sozialverhalten von Kindern ist so etwas wichtig", erklärt Präsident Schmidt. Kaum ausgesprochen, stellt sich neben ihm Esel Django hin und grast gemütlich weiter. Das Tier lässt sich von ihm problemlos streicheln, aber nicht vom Essen beirren. Im Gespräch mit Jule Grammer erfährt der Lions Club, dass die Spende dringend gebraucht wird. Das Dach der Kalkwerkfarm gleiche einem Nudelsieb. "Wir haben zwar mal angefangen, einen Teil zu sanieren, aber der Rest fehlt noch", berichtet die Vorsitzende des Vereins.

Der Charme der Kalkwerkfarm soll erhalten bleiben, doch an einigen Stellen müssen weitere Sanierungen vorgenommen werden. Zudem braucht die Kalkwerkfarm einen neuen Zaun, weil der bisherige von Unbekannten beschädigt wurde. Material für die Kinder, wie neue Ausmistsachen und Führstricke, soll angeschafft werden.

Einiges hat das Team schon umgesetzt, das nun seit fünf Jahren die Tradition der Kalkwerkfarm, davor unter dem Namen Albrechts Hof, fortführt. "Das ist ein Lebensprojekt", stellt der Präsident fest.

Auch wenn Jule Grammer aktuell gesundheitlich angeschlagen ist, lässt sie sich die coronakonforme Führung nicht nehmen und betont die tolle Arbeit ihrer Vorstandskollegin Melle Hogzic, die sich in den vergangenen 14 Tagen alleine um die Tiere so wunderbar gekümmert habe. Grammer freut sich jedes Mal auf ihre Farm: "Das ist eine große Aufgabe, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über, aber das ist für mich wie Urlaub."

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