Mit einem festlichen Gottesdienst mit Bischof Gebhard Fürst (Mitte) für die scheidenden Patres endete das 100-jährige Wirken der Franziskaner im Weggental. Foto: Baum Foto: Schwarzwälder-Bote

Religion: Dankgottesdienst für scheidende Patres / Als Nachfolger kommen Karmeliterbrüder ins Weggental

In der Wallfahrtskirche feierten Bischof Gebhard Fürst und die scheidenden Patres des Konvents Kloster Weggental gestern einen Dankgottesdienst.

Rottenburg. "Das Weggental ist ein Ort, der dem Paradies sehr nahe kommt", betonte Bischof Gebhard Fürst in seiner Laudatio und Predigt zum Abschied der Patres. Die Franziskanermönche hätten den Ort so gestaltet, dass viele Gläubige, die ins Weggental pilgerten, dies auch so erlebt hätten. Bischof Fürst las zu Beginn seiner Predigt einen Abschiedsbrief der Patres vor. Gott solle wohlgesonnen sein und das Leben beschützen, bei allem, was auf die Patres zukomme. Der Abschiedsbrief habe ihn sehr bewegt, sagte der Bischof. "Herr, segne unser Abschiednehmen vom Weggental", schrieben die Patres.

Es gelte auch, innezuhalten bei dem, was der Ort für die Patres bedeutet. "Lass uns reichliche Ernte mitnehmen", diese Bitte brachten die Patres in ihren Brief ein. Die Franziskanerbrüder haben im Weggental Gottesdienste gefeiert, Sakramente gespendet und die Beichte gehört. "Viele, die hierherkamen, konnten im Weggental ihren Alltag vergessen", dankte Bischof Fürst den Patres, die nun nach über 100 Jahren Wallfahrt der Franziskaner im Weggental ihre Wirkungsstätte verlassen. Als Nachfolger kommen Karmeliterbrüder ins Weggental.

Fürst sagte auch, dass das Paradies ein Zustand der Vollkommenheit sei, aber nicht von Dauer. So sei der heute paradiesische Ort den Patres zur Last geworden. Das Leben sei geprägt vom "Unterwegssein", so würden nun auch die Franziskanerbrüder gehen.

Im Weggental hätten Gläubige eine Ahnung dessen bekommen, was das Reich Gottes sein kann. Dies sei Freude, Dankbarkeit und Erleichterung in den Nöten der Zeit. Auch sei die Wallfahrtskirche ein Ort der Ruhe und ein Ort, der Ruhe schafft, an dem das Alltagsjoch leichter wird, so Bischof Fürst.

Die Diözese verdanke den Ort den Franziskanern, die hier seit 100 Jahren ihren Dienst tun und für Menschen da waren.

1919 errichtete Bischof Keppler das Konvent als eines der ersten Klöster und Männerorden nach der Säkularisation. Die lange Tradition der Wallfahrt habe neuen Aufschwung genommen. Man könne sagen, dass das Weggental Freude und Ehre der Stadt Rottenburg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart sei, so der Bischof.

Für die Sorgen und Nöte der Gläubigen hätten die Franziskaner immer ein offenes Ohr gehabt. Bischof Fürst betonte auch, dass im kommenden Jahr 500 Jahre Wallfahrt im Weggental gefeiert wird. Im Weggental werde es nun ohne die Franziskanerbrüder weitergehen. Es werde weiterhin ein Ort sein, der wie ein Vorgeschmack des Paradieses ist. "Dass es hier weitergehen kann, dafür haben die Patres den Grundstein gelegt", so Bischof Fürst. Einige hundert Gläubige, die Ritter vom Heiligen Grab sowie zahlreiche Weggental-Ministranten feierten mit.

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