Foto: Stéphane Guisard, Gestaltung NIESYTO design, Stuttgart

Jetzt wird’s ernst: Till Credner vom Progymnasium Rosenfeld startet mit fliegender Sternwarte der NASA.

Rosenfeld - Jetzt wird’s ernst: Der Rosenfelder Lehrer Till Credner startet demnächst mit der fliegenden Sternwarte der NASA und wird dabei den Rand der Erdatmosphäre erreichen.

Wenn Manuel Vogel und Till Credner in wenigen Tagen an Bord einer zur Sternwarte umgebauten Boeing 747 vom NASA-Stützpunkt Palmdale in Kalifornien abheben, werden sie in einen Raum vordringen, den bisher nur sehr wenige Menschen erreicht haben: Die beiden nehmen an zwei Forschungsflügen der NASA in die Stratosphäre teil, jener Schicht der Erdatmosphäre, die sich auf Äquatorhöhe etwa 18 Kilometern über der Erdoberfläche und damit bereits am Rand des Weltalls befindet.

Normale Linienflüge sind in maximal elf Kilometern Höhe unterwegs. Die 747 des SOFIA-Programms (Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie) ist hingegen in einer Höhe, die außer Astronauten und Wissenschaftlern niemand erreicht.

Till Credner aus Rosenfeld und Manuel Vogel aus Spaichingen sind die einzigen Lehrer aus Baden-Württemberg, die es in diesem Jahr in das "SOFIA German Ambassador-Program" geschafft haben und die fliegende Sternwarte begleiten dürfen. Credner unterrichtet die Fächer Physik, Mathematik und Technik am Progymnasium – und ist voller Vorfreude: "Von dort oben aus kann man ganz anders ins Universum schauen als von der Erde. Da der atmosphärische Wasserdampf in der Stratosphäre fast vollständig auskondensiert, ist die Luft dort sehr trocken und ermöglicht einen freien Blick ins All, insbesondere im infraroten Licht."

Die zwei geplanten Flüge, bei denen die Lehrer den Wissenschaftlern über die Schulten schauen dürfen, sollen auch ihren Schülern zugute kommen. Ziel des Programms ist es, dass die Lehrer ihre Mitflugerfahrungen in den Unterricht einbringen und somit den Nachwuchs mit ihrer eigenen Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik anstecken.

Fühlen sich Credner und Vogel gut vorbereitet? "Anfang April wurde uns bei einem Vorbereitungstreffen am Deutschen SOFIA-Institut in Stuttgart ausführlich erklärt, was in etwa auf uns zukommt", sagt Till Credner. "Während der Flüge, die jeweils etwa zehn Stunden dauern werden, betreut uns das DSI-Team."

Sein Spaichinger Kollege hofft, viel von den wissenschaftlichen Experimenten mitzubekommen. "Schließlich nehmen wir an regulären Forschungsflügen teil. Auch wenn wir nicht alles verstehen werden, werden wir unheimlich viel für uns und unsere Schüler dazulernen."

Am Samstag dieser woche geht es nach Kalifornien. Die 747 mit dem SOFIA-Teleskop wartet dort auf dem NASA-Stützpunkt Palmdale auf die deutschen Lehrer.

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