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Rohrdorf Die Jüngsten sollen Karotten "live" erleben

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Soeben wurde Kindergartenleiterin Lisa Reimer (hinten, Mitte) das BeKi-Zertifikat überreicht. Rechts daneben Judith Koch vom Landratsamt mit der orangenen Birne, dem offiziellen Symbol von BeKi. Rechts neben ihr: Kirchengemeinderat Michael Kolb. Erste von links: Manuela Schuon, BeKi-Referentin, die den Kindergarten begleitet. Dritte von links: Kim Burkart. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Um eine Auszeichnung für bewusste Kinderernährung hat sich der evangelische Kindergarten Rohrdorf verdient gemacht. Das drei Jahre lang gültige Zertifikat wurde der Leitung von Mitarbeitern des Landratsamts im Rahmen der Oster-Feier überreicht.

Rohrdorf. "Die Schildkröten müssen neben die Palmen", protestiert Kim Burkart, Erzieherin und Pressesprecherin des evangelischen Kindergartens Rohrdorf. Sie deutet auf die Platte mit den Kiwi-Trauben-Schildkröten, die auf dem Buffet-Tisch auf einen Bananen-Strand zuwandern.

"Na gut", meinen ihre Kolleginnen. Dann wird der Paprika-Gurken-Zug eben in die Mitte des Tischs zu den Tomaten-Käse-Spießen verfrachtet, damit die Kiwi-Bananen-Palmen themengerecht neben den Schildkröten stehen können.

Im Kindergarten Rohrdorf ist das Thema bewusste Kinderernährung Programm. "Zu Hause ist die gesunde Lebensweise eher ein Streitthema, als hier", sagt Burkart. "Wir haben zum Beispiel ein Kind, das nur die Äpfel aus dem Kindergarten isst, aber nicht die von zu Hause", sagt sie und lacht.

Kindern einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln beibringen, ihnen deren Herkunft und Themen wie Nachhaltigkeit näher zu bringen, darum gehe es den Mitarbeitern.

Einrichtungen müssen Richtlinien erfüllen

Aus diesem Grund wird dem evangelischen Kindergarten nun auch ein BeKi-Zertifikat vom Landratsamt verliehen. BeKi steht für "bewusste Kinderernährung" und bezeichnet eine Initiative, die 1980 ins Leben gerufen wurde und beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz angesiedelt ist. Einrichtungen, die die Auszeichnung erhalten wollen, müssen bestimmte Richtlinien erfüllen. Drei Jahre sei das Zertifikat gültig und nun sei es wieder an der Zeit gewesen, es aufzufrischen.

"Wir machen viele Projekte mit den Kindern, stellen zum Beispiel selber Apfelsaft her oder backen Brot", erklärt Burkart. "Im Rahmen von Schulungen haben wir Erzieher selbst viel über Lebensmittel, gesunde Ernährung und Hygiene gelernt." Mit den Kindern wurde eine Ernährungspyramide gestaltet, die sie im Garten aufhängen durften. "Und wir haben ein Hochbeet", sagt sie. "Bald wollen wir da auch Karotten und Kartoffeln anpflanzen." Außerdem sei der Kindergarten Rohrdorf im EU-Schulprogramm, in dessen Rahmen Einrichtungen von regionalen Landwirten mit Obst und Gemüse beliefert werden.

"Kinder sind die Erwachsenen von morgen", sagt Kirchengemeinderat Michael Kolb im Namen des Trägers. "Themen wie Ressourcenschonung und ein natürlicher Umgang mit Lebensmitteln kann ihnen gar nicht früh genug beigebracht werden." Er hoffe, dass die Rohrdorfer Kinder oft die Chance haben, Karotten "live" zu erleben, nicht nur aus der Dose, meint Kolb schmunzelnd.

Kindern soll Auswahl angeboten werden

Zur großen Zertifikatübergabe im Rahmen des Osterfests im Kindergarten präsentieren die Kleinen ein Lied, das sie über die Lebensmittel gelernt haben, bevor Judith Koch, Landwirtschafts- und Naturschutzbeauftragte am Landratsamt, der Kindergartenleitung das Zertifikat überreicht. "BeKi ist wichtig, nicht mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten und jemandem vorzuschreiben, was richtig ist", stellt sie klar. "Den Kindern soll eine Auswahl angeboten und das ausgewogene Maß beigebracht werden." Die Auszeichnung sei ein Qualitätsmerkmal.

Um diese Aufgabe hat sich der Kindergarten Rohrdorf erfolgreich bemüht. Nun ist das Zertifikat wieder für drei weitere Jahre gültig.

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