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Rock’n’heim in Hockenheim Sie kommen wieder

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Feiern in Hockenheim Foto: dpa

Hockenheim - Traditionsreiche, gewohnt stark bepilgerte Festivals wie Rock am Ring oder im Park erreichen mehr als 80 000 verkaufte Tickets. Dagegen wirkt das noch junge „Rock’n’Heim“-Festival wie ein Kindergeburtstag im kleinen Kreis. 35000 Musik- und/oder Campingbegeisterte ließen sich am Hockenheimring über das vergangene Wochenende nieder, 5000 weniger als bei der Premiere im Vorjahr.

Mangelnde Hochkaräter lassen sich von der Liste möglicher Gründe streichen. Die Konzertagentur Marek Lieberbergs hat sich ins Zeug geworfen, an jedem der drei Tage ein namhaftes Line-Up auf die Bühnen zu schicken. Dabei setzte man erneut auf musikalische Vielfalt. Die Evolution Stage, dank größter Tanzfläche und zusätzlichen Riesenbildschirmen guten Gewissens als Hauptbühne titulierbar, war am Freitag um 14 Uhr erster Anlaufpunkt. Strömender Regen schoss herab, „Iamfire“ spielten die ersten „Rock’n’Heim“-Klänge 2014. Im Matsch hatten Gummistiefler gut lachen. Doch spätestens als die australischen Hardrocker Airbourne ihre hemmungslosen Feierhymnen in die Menge schmetterten, waren durchnässtes Geläuf und Klamotten vergessen.

Wer die leider nicht mit Leinwänden ausgestattete Revolution Stage aufsuchte und sich an der Position des vergangenen Jahres orientierte, lief ins Leere: sie ist umgezogen. An der Laufstrecke zwischen den Bühnen hat sich dadurch nichts geändert, sie ist wohl gar kürzer – wer ungern läuft, der konnte jubilieren, wer Stau und Gedränge nicht abkann, musste beides akzeptieren. So zelebrierte man also auch vor dem kleineren Podest eine Schlammorgie, 2013 stand man noch auf Pflastersteinen.

Hier spielte sich freitags jene Musik in den Vordergrund, die zumindest bei der Präsentation ohne Instrumente auskommt: die rappenden Südafrikaner von „Die Antwoord“ von 19 Uhr an, der Licht- und Lasershowexperte „Pretty Lights“ überzeugte vor allem visuell, wobei nach anfänglichem Staunen über die aufwändige Beleuchtung und die tiefen, harten Bässe nur wenig Abwechslung ­folgte. Es übernahmen die beiden Rapper André 3000 und Big Boi, die unter dem ­Namen „Outkast“ bekannt sind.

Veranstalter sei Dank musste man sich nicht entscheiden: auf der Evolution Stage waren die Stecker schon gezogen – die ­Donots hatten gerockt, „Billy Talent“ hatte gekreischt und die Beatsteaks hatten für den ersten Massenauflauf des Wochenendes gesorgt. So konnte zum Abschluss auch jeder den kanadischen Katzenfreund ­Deadmau5 bei der Arbeit an den Platten beobachten.

Aber was heißt schon „zum Abschluss“: Im „Gorilla Club“, größte Neuerung, brannte noch Licht. In diesem Electro-Zelt gaben sich beispielsweise die Disco Boys die Ehre – gefolgt von dem House-Duo mit dem anschaulichen und vielsagenden ­Namen „Gestört Aber Geil“.

Wirklich ausschlafen konnte nur, wer sich nach dem Vernehmen des finalen Tons umgehend in den Schlafsack legte. Mutige Prognose: das taten die wenigsten. Die Heavy-Metal-Schweden „Bombus“ griffen bereits um 13 Uhr auf der Revolution Stage wieder zu den Gitarren. Später trat die Band Korn vor die Festivalgänger. Die meisten wollten hier auch nach deren Show gar nicht mehr weg, denn der US-amerikanische Dubstep-DJ Skrillex folgte. Durch Zeitplanverschiebungen legte fast zeitgleich der ebenfalls im Bereich Electro anzusiedelnde Zedd auf – schade, denn der Russisch-Deutsche konnte nicht nur dank bestechender Feuershow durchaus mit Skrillex konkurrieren.

Ein musikalisches Feuerwerk fackelte zum Tageswechsel Jan Delay mit der Band Disko No. 1 ab und stellte den vorläufigen Besucherrekord vor der Evolution Stage auf. Fritz Kalkbrenner schickte schließlich jene auf den Campingplatz, die sich nicht erneut im Gorilla Club tummelten.

An einem Festival-Sonntag hat der Besucher zwei Möglichkeiten: entweder er blickt nochmal zufrieden lächelnd aufs Vergangene zurück. Oder er ignoriert sämtliche Wehmut und gibt sich der Ekstase ein letztes Mal hin. Das spiegelten die beiden Bühnen zunächst wieder: auf der Revolution Stage spielten Placebo ihren „Song to Say Goodbye“ im Anschluss an die trommelwütigen, aber doch eher ausgeglichenen Imagine Dragons, während nebenan Egotronic, Frittenbude oder die Fantastischen Vier ihren Hörern alles abverlangten.

Das Finale? The Prodigy oder Deichkind, Wahnsinn oder Rausch, Eskalation oder Durchdrehen? Dass die Nordlichter ein wenig länger spielten, passte hervorragend – „Krawall und Remmi Demmi“, die Hymne der verlorenen Zurückhaltung, konnte alle Rock’n’Heimer zusammenschweißen. Anders als 2013 spürte man deutlich: Sie kommen wieder.

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