Der kleine Gino befindet sich derzeit im Rottweiler Tierheim. Foto: Tierheim

Egal ob jung oder alt, streunende Katzen sollte man am besten beim Tierheim melden. Denn oft handelt es sich dabei um unkastrierte Tiere, die andernfalls zur unkontrollierten Vermehrung beitragen. Auch in Rottweil ist das ein wachsendes Problem, das dramatische Dimensionen annimmt.

Gino wurde er getauft und vermisst schmerzlich seine Geschwister und vor allem seine Mama. Vor wenigen Tagen wurde er von der Tierrettung Südbaden im Rottweiler Tierheim abgegeben. Zuvor hatten einige Anwohner im Bereich Kampitsch- und Grundstraße in Rottweil und Katzenfreunde tagelang nach dem kleinen Kater und seinen Geschwistern gesucht.

 

Tierheim stellte eine Falle zur Verfügung

Durch lautes Miauen waren sie auf die Kätzchen aufmerksam geworden und machten sich sogleich auf die Suche, berichtet Marianna Leins vom Freundeskreis Katze und Mensch in Rottweil. „Hier und da wurden die Kleinen gesichtet, aber immer nur kurz“, erzählt sie. „Die Babys waren viel zu scheu und ängstlich, so dass sie sich immer schnell versteckten, bevor man eine Chance hatte, sich ihnen zu nähern.“ Hilfe musste her. Die örtliche Polizei sei sofort ausgerückt, doch als auch die Beamten nicht weiterkamen, sei die Tierrettung verständigt worden. Das Tierheim Rottweil habe den besorgten Tierfreunden in der Zwischenzeit eine Falle zur Verfügung gestellt.

Das Rottweiler Tierheim stellte eine Falle zur Sicherung der Kätzchen zur Verfügung. Foto: Leins

„Zwei Tage später, als die Tierrettung Villingen-Schwenningen eintraf, wurde die Suche dann mit professioneller Hilfe intensiviert“, erzählt Leins. „Es wurden mehrere Fallen mit Sofortmeldung aufgestellt.“ Die Helfer seien eingewiesen worden, damit sie wissen was zu tun ist, wenn der Alarm losgeht.

Eines der streunenden Kätzchen, welches mittlerweile auf den Namen Gino getauft wurde, konnte bereits gesichert werden. Foto: Leins

„Dann war die Erleichterung natürlich groß, als tatsächlich ein etwa sechs bis sieben Wochen altes rotes Katerchen in der Falle saß“, erzählt die Katzenfreundin. Die Tierrettung rückte daraufhin erneut aus und brachte das Tier ins Rottweiler Tierheim, wo es derzeit versorgt wird. „Im Moment ist er noch in Quarantäne, um die anderen Katzen nicht zu infizieren, falls er eine ansteckende Krankheit haben sollte“ berichtet Leins. „Danach wartet der süße Kater – wie auch vielen andere Kätzchen – auf sein Für-immer-Zuhause.

Muttertier bisher nicht gesichtet worden

Doch warum müssen die Katzen eingefangen werden? „Da das Muttertier bisher nicht gesichtet wurde, ist nicht klar, ob diese sich um die Jungtiere kümmert“, so Leins. „So süß Katzenbabys auch sind, so traurig ist es, wenn sie ohne Mama auf der Straße aufwachsen und sich alleine durchschlagen müssen.“ Außerdem würden sich die Tiere in Windeseile vermehren. Und das Leben auf der Straße sei für die kleinen Samtpfoten kein leichtes: „Sie laufen Gefahr, Opfer von Autos, Mardern oder auch Raubvögeln zu werden.“ Doch hier könne jeder aktiv werden, meint die Tierschützerin.

„Jeder sollte die Augen und Ohren offen halten. Vor allem unter parkenden Autos verstecken sich Katzen gerne, sogar unter der Motorhaube“, erklärt sie. „Wenn Sie Ihr Fahrzeug starten, achten Sie bitte darauf, nicht sofort loszufahren, sondern den Tieren die Möglichkeit zu geben, ihr Versteck zu verlassen. Oder klopfen Sie kurz an die Motorhaube.“

Denn die Tierfreunde geben die Hoffnung auch weiterhin nicht auf, auch die Geschwister des kleinen Gino zu finden und in Sicherheit zu bringen. Bei Sichtungen wird darum gebeten, die Tierrettung Südbaden unter 0160/5187715, oder das Tierheim in Rottweil unter 0741/13959 zu kontaktieren.