Hat alles fest im Griff: Isabell Werth auf QC Flamboyant OLD. Foto: Sigwart

Reiten: Erfolge sind nicht ihr Antrieb: Isabell Werth gewinnt "aus Liebe zu den Pferden".

Isabell Werth hat alles gewonnen, was es im Dressurreiten zu gewinnen gibt – mehrfach: sechs Olympiasiege (zehn Medaillen), siebenfache Weltmeisterin, 17-fache Europameisterin. An der 48-Jährigen führt einfach kein Weg vorbei. Sie ist die erfolgreichste Dressur-Reiterin aller Zeiten.

Es ist nur wenige Wochen her, dass die Rheinbergerin bei den Europameisterschaften "Dressursport in Vollendung zeigte", wie es Bundestrainerin Monica Theodorescu nannte – und drei Gold-Medaillen holte. So etwas wie Erfolgsmüdigkeit verspürt Werth trotzdem nicht. "Das wäre vielleicht so, wenn der Erfolg mein Antrieb wäre. Dies ist er aber nicht", betont sie. "Ich mache es aus Spaß und Liebe zu den Pferden. Dass dabei dann die zahlreichen Erfolge dazugekommen sind, ist ein Bonus."

Deshalb trat sie auch gerne erneut beim Turnier in Donaueschingen an ("Ich komme immer wieder gerne hierher"). Und sammelte auch weitere Erfolge. Am Samstag gewann Isabell Werth den Grand-Prix in der Dressur sowie den Nürnberger-Burg-Pokal. Am Sonntag wurde sie im Dressur-Grand-Prix Zweite. Etliche Zuschauer waren gekommen, um die "Grande Dame" im Dressurviereck live zu erleben. "Eine solche Kulisse wie in diesem Jahr haben wir bei der Dressur noch nie erlebt", freute sich auch Turnierchef Kaspar Funke.

Ihr Parade-Pferd Weihegold hatte Werth zwar zu Hause gelassen, doch auch auf dem Rücken von QC Flamboyant OLD und Don Johnson kann die 48-Jährige Weltklasse-Leistungen abliefern. "Ich habe einfach das Glück, dass ich gleich mehrere Pferde mit so viel Potenzial habe", erklärte sie. Ob sie unter all ihren Vierbeinern auch ein Lieblingspferd hat, verrät sie zumindest nicht. "Das wäre den anderen gegenüber nicht loyal", sagt sie. Denn es sei durchaus so, dass es im Stall zu Eifersuchts-szenen kommen kann. Dann würden sich die Pferde gegenseitig den Weg versperren oder nach mehr Aufmerksamkeit lechzen.

Das ist aber nicht negativ. Gesunder Konkurrenzkampf belebt das Geschäft. "Stimmt schon. Das kitzelt vielleicht noch einmal die letzten Prozentpunkte aus einem heraus", weiß Isabell Werth. Vielleicht ist dies ja das Geheimnis ihres Erfolgs.

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