Nach Wochen des Umbaus ist die Ringsheimer Bäckerei Burger seit Dienstag in ihren neuen Räumlichkeiten anzutreffen. Die Kunden müssen nun den Hintereingang des bisherigen Gebäudes benutzen. Auf der Vorderseite soll bald ein Eiscafé eröffnen.
Als unsere Redaktion am Dienstagmorgen um 8.20 Uhr im neuen Verkaufsraum der Bäckerei Burger eintrifft, herrscht bereits Hochbetrieb: Acht Kunden stehen an, die Schlange reicht fast bis zum Eingang der Bäckerei. Bürgermeister Pascal Weber bedient sie lächelnd zusammen mit Bäckereifachverkäuferinnen. Und bietet eine Scheibe des neuen Ringsheim-Brots mit Sauerteig und Traubenkernöl zum Probieren an. Es ist für die Eröffnung der Bäckerei zum ersten Mal erhältlich und gebacken worden. „Das Verkaufen klappt gut, nur bin ich irgendwie zu langsam“, lacht Pascal Weber. Vor allem Brezeln, Sesambrötchen und das neue Brot sind unter seiner Aufsicht über die Ladentheke gewandert. Aber auch alles andere verkaufe sich gut, schildert Stefanie Burger, deren Mann Martin Burger der Inhaber der Bäckerei ist: „Von 7 bis 12 Uhr herrscht in einer Bäckerei grundsätzlich Hauptbetrieb, aber dass heute eine Stunde der Bürgermeister bedient, hat dem ganzen noch einmal einen extra Schwung gegeben.“ Eine Einschätzung, die sicher zutrifft: Neben der Presse kommt auch der ein oder andere Gemeinderat oder -mitarbeiter am Dienstagmorgen vorbei – und lässt sich von seinem Chef bedienen.
Trotz des Umzugs und Komplettumbaus musste die Bäckerei Burger keinen einzigen Tag schließen. Bis um 17 Uhr abends hat Stefanie Burger am Vortag noch im alten Verkaufsraum der Bäckerei bedient, danach haben sie und ihr Team Kühlschränke, Handelswaren und andere bewegliche Sachen in den neuen Verkaufsraum transportiert und aufgestellt. Um 4.30 Uhr ging es dann in der neuen Filiale weiter, um bereit für die Öffnung zu sein. Eine Staubwand sorgt dafür, dass die Bauarbeiten immer gut abgeschirmt sind.
Und wie gefällt Stefanie Burger ihre neue Filiale? „Schön ist es geworden“, erklärt sie. Rote Klinkersteine an den Wänden geben ein nostalgisches Gefühl, an den Wänden hängen Gugelhupf- und Tortenformen, kleine Tische und Stühle laden zum Verweilen im Bäckereicafé ein. Eine große neue Verkaufstheke erlaubt einen Blick auf die Bäckereiwaren. In den Regalen daneben finden sich auch Lebensmittel des täglichen Bedarfs. Gestaltet wurde das alles von Angela Walter und ihrem Vater Josef aus Gutach-Siegelau, die ebenfalls am Dienstag dabei waren.
Auch dem Vorbesitzer gefällt’s
„Schön habt ihr’s gemacht“, kommentiert auch Bäckerei-Vorbesitzer Eugen Bosch, als er zur Eröffnung kommt. Auch Bürgermeister Pascal Weber ist von dem neuen Ambiente sehr angetan. „Diese Klinkersteine in der Bäckerei werden sich auch auf der Vorderseite des Gebäudes wiederfinden. Wenn auf der Vorderseite auch noch Eiscafé Don Peppino eingezogen ist und der Platz vor der Bäckerei fertig gestaltet ist, wird das alles hier zusammen so ein richtiger Blickfang“, freut er sich, als er mal kurz vom Bedienen verschnaufen kann.
Tourismus hilft dabei, die Nahversorgung zu sichern
Die Bäckerei ist für den Bürgermeister und den Gemeinderat ein Herzensprojekt. Nachdem der frühere Bäckermeister Eugen Bosch aufgehört hat, hat die Gemeinde das Bäckereigebäude gekauft und grundlegend saniert. Das Gebäude nebenan wurde gekauft, um genug Parkplätze für die Bäckerei- und zukünftigen Eiscafékunden zu schaffen. Dass diese Plätze auch gebraucht werden, zeigt der Andrang am Dienstag.
„Mit unserer Metzgerei mit einem Juniorchef und der Bäckerei und dem Café sind wir jetzt in Sachen Grundbedarfsdeckung vor Ort echt gut aufgestellt“, freut sich Weber. Er verschweigt aber nicht, dass das ohne den Tourismus so kaum möglich gewesen wäre. Nicht nur half die Übernachtungssteuer, die die Gemeinde Ringsheim erhebt, die Sanierung des Gebäudes zu finanzieren. Auch hätte man wohl kaum einen Nachfolger gefunden, gäbe es den Tourismus nicht. „Alleine heute Morgen waren zehn Leute da, die sich noch schnell für den Europa-Park eindecken wollten“, so Weber. Es sei ein Wagnis gewesen für die Gemeinde, das sich – so scheint es der Andrang zu beweisen – nun ausgezahlt hat.
Und könnte sich Pascal Weber vorstellen dauerhaft in der Bäckerei zu arbeiten? Eher nicht, erklärt er unserer Redaktion lachend. Denn die frühe Startzeit um 5 Uhr morgens sei dann doch sehr gewöhnungsbedürftig, sagt er lachend.
So geht’s weiter
Aktuell sei man mit den Arbeiten eine Woche vor dem Zeitplan, berichtet Pascal Weber. Klappt alles wie geplant könnte auch das Eiscafé Don Peppino Ende Mai/Anfang Juni öffnen.