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Rangendingen Der "Johannistrieb" wird gerodet

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Keine Angst darf Landschaftspfleger Felix Müller bei seiner Arbeit mit dem Allrad-Mulcher in den steilen Hängen an der "Vorderhalde" haben. Foto: Beiter Foto: Schwarzwälder Bote

Naturschutz an steilen Hängen – Felix Müller hat mit einem Allrad-Mulcher die von ihm im vergangenen Jahr freigeschnittenen Steilhänge an der "Vorderhalde" in Rangendingen abgemäht.

Rangendingen. Dort, wo nach den Recherchen zur Weinbau-Ausstellung des Heimatvereins vom 16. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die Weinreben des "bedeutendsten Weinanbaugebiets der Herrschaft von Hohenzollern" standen, haben sich durch die Vernachlässigung der Flächen in den letzten Jahrzehnten Schwarzdorn-, Hartriegel- und Ahorn-Hecken massiv breit gemacht.

Seit dem Jahr 2012 werden die Flächen im Zuge eines Managementplans für das Natura-2000-Gebiets "Rammert" unter Federführung des Landratsamtes durch großflächige Rodungen des Heckenaufwuchses wieder freigelegt – teilweise in Eigenarbeit der Grundstücksbesitzer, teilweise durch professionelle Landschaftspfleger, wie Baumkletterer Felix Müller. Um Anreize für die Eigentümer zur Pflege ihrer Grundstücke zu schaffen, gibt es aus einem Fördertopf des Landes Baden-Württemberg Zuschüsse.

Nach der Rodung haben Gehölzschösslinge seit dem Frühjahr nochmal kräftig ausgetrieben

Mit den Rodungen will die Naturschutzbehörde erreichen, dass der ehemals vorhandene Offenland-Charakter in den Steillagen mit Streuobst- und Magerwiesen wiederhergestellt wird. Lichtliebende und teils seltene Kräuter der Magerwiesen, wie die Karthäuser-Nelke, der Berg-Klee und verschiedene Orchideenarten, bekommen damit wieder eine Chance und deren Wuchs wird gefördert. Auch Schmetterlinge, Heuschrecken und andere Tierarten profitieren von den Maßnahmen.

Nach der Rodung der Flächen im vergangenen Jahr haben die Gehölzschösslinge seit dem Frühjahr nun noch einmal kräftig ausgetrieben und lassen in diesem Zustand den schwächeren und lichtliebenden Pflanzen der Magerwiesen keine Chance. Ein Mähen mit dem Balkenmäher wäre aufgrund der kräftigen Holztriebe kaum noch möglich.

Baumpfleger Felix Müller hat für seine Mulcharbeit den "Johannistrieb" abgewartet. So wird der zweite Blattaustrieb der Gehölze im Sommer genannt. Wird der Aufwuchs nach diesem kraftzehrenden Austrieb gerodet, wird den auf diesen Flächen unerwünschten Heckenpflanzen viel Kraft für einen Neuaustrieb im kommenden Jahr genommen, weil die dabei gebildete Blattmasse dann beim Einzug im Herbst nicht mehr in den Wurzeln eingelagert werden kann, erklärt er.

Gräsern und Kräutern bietet sich dann im Frühjahr eine bessere Chance zum Aufgehen. Im Zuge der Naturschutzmaßnahme sollten die Flächen für einen langfristigen Erfolg dann allerdings jährlich ab Juli abgemäht oder extensiv beweidet werden.

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