Im Windkanal in Mailand: Entwicklungsleiter Daniel Schwenk (links) mit Vincenzo Nibali und Geschäftsführer Jürgen Falke Foto: Schwarzwälder Bote

Radsport: Vincenco Nibali siegt beim Radsportmonument. Hallwanger entwickelte Profi-Bike.

 
Schließen

Diesen Artikel teilen

Der jüngste Sieg von Vincenzo Nibali beim Radsportmonument Mailand – Sanremo freute einen ganz besonders – Daniel Schwenk. Der Hallwanger Ingenieur entwickelte nämlich das Profi-Bike für den Italiener.

Als am vergangenen Samstag der Fahrer des Teams Bahrain-Merida als erster die Ziellinie auf der Via Roma in Sanremo überquerte, wurde in Hallwangen ganz besonders gejubelt. Der gebürtige Glattener arbeitet seit sieben Jahren als Entwicklungsleiter beim taiwanesischen Radhersteller Merida und hat das Rennrad des Siegers entwickelt. "Mit dem Sieg beim Traditionsklassiker ging für mein Entwicklerteam und mich ein Traum in Erfüllung", sagt Schwenk.

Und dabei hat die zweite Saison des neu gegründeten World Tour Teams eher durchwachsen begonnen. Seit 2013 investiert das Unternehmen mit Entwicklungszentrale im schwäbischen Magstadt jährlich mehrere Millionen Euro in den Radrennsport. "Auch wenn ein Großteil unseres Umsatzes mittlerweile mit E-Bikes erzielt wird, ist der Rennradmarkt nach wie vor in vielen unserer 80 Vertriebsländer ein sehr wichtiges Standbein. Die World Tour ist die Formel eins des Radsports und ein Sieg wie ihn Nibali am Samstag erzielt hat, entschädigt für die viele Arbeit, die in die Entwicklung der Hightech Rennmaschinen gesteckt wird," sagt Schwenk.

Entwicklung dauerte zwei Jahre

Längst werden die Rennräder aus leichten und gleichzeitig steifen Kohlestofffasern hergestellt, um das Gesamtgewicht der Räder auf das erlaubte UCI Limit von 6,8 Kilogramm zu bringen. Die Entwicklung des Siegerrades nahm mehr als zwei Jahre in Anspruch, da aufwendige Strömungssimulationen und Windkanaltests erforderlich waren, um das Rad aerodynamisch zu optimieren. "Der Wettbewerb schläft nicht und Maßnahmen wie diese entscheiden auf der Ziellinie über Sieg oder Niederlage", weiß Schwenk, der mehrmals im Jahr selbst bei den Rennen vor Ort ist, um im Dialog mit den Fahren und Mechanikern zukünftige Entwicklungen zu besprechen.

Die weiteren Saisonziele des Teams liegen auf der Tour de France und den Weltmeisterschaften, die im September in Innsbruck stattfinden. "Die Tour de France ist das drittgrößte Sportereignis der Welt und ein Sieg wäre die Krönung", sagt Schwenk. Auch wenn viele Teams diese Ambitionen anmelden, standen die Chancen für Merida noch nie so gut wie in diesem Jahr. Das Team wird mit den stärksten Fahrern in Frankreich an den Start gehen mit dem Ziel, den "Hai aus Messina", wie der 33-jährige Nibali im Peloton genannt wird, am 29. Juli im gelben Trikot auf der Champs-Élysées zu begleiten.