Der Schwenninger Jan Hugger gab bei der Rhodos-Tour mächtig Gas. Foto: Nassos Trianntafyllou Foto: Schwarzwälder Bote

Radsport: Jan Hugger überzeugt bei der Rhodos-Tour mit einem sechsten Platz / Teamkollege verpasst knapp das Gelbe Trikot

(uli). Es war "Nervenkitzel bis zum Schluss". So beschrieb Florian Monreal, Chef der Kontinental-Mannschaft Team Lotto Kern-Haus, den Ausgang der 14. Ausgabe der Rhodos-Tour. Er wertete die "Machtdemonstration" seiner jungen Männer, darunter war auch der Schwenninger Jan Hugger, über die vier Tour-Tage vom 8. bis 11.April als "vollen Erfolg".

Christian Koch auf dem zweiten Gesamtplatz (+ 0:04 Minuten), Rang vier für Kim Heiduk (+ 0:11) aus Wildberg und Platz sechs für Jan Hugger (+ 0:17) – gleich drei Fahrer des Koblenzers Profi-Radsport-Teams beendeten das windige und anspruchsvolle Etappenrennen auf der griechischen Insel in den Top-10. Koch verlor das Gelbe Trikot erst auf den letzten Metern der Schlussetappe an den Norweger Frederik Dversnes (Team Coop).

War es noch für Jan Hugger und seine Teamkollegen am Ostersonntag beim Eintagesrennen International Rhodes Grand Prix (UCI 1.2) nicht nach Wunsch gelaufen, als sie am Ende die alles entscheidende Gruppe in Richtung Zielsprint verpassten, so folgte die Wiedergutmachung nach drei Tagen Training und Ruhe am Donnerstag mit dem Prolog zur viertägigen Rhodos-Tour. Über 2,2 Kilometer beeindruckte der 22-jährige Hugger als Sechster von 166 Startern. "Ich wusste, dass ich gut drauf bin. Dass es aber dann so gut lief, überraschte auch mich."

Es folgte der Lotto Kern-Haus-Doppelsieg am Ende der ersten Etappe über 138 Kilometer (1700 Höhenmeter) von Rhodos nach Paradisi durch Christian Koch und Kim Heiduk. "Im Finale haben wir uns früh gefunden. Wir verfügten dann über genügend Körner, um den Sprint-Zug anzufahren und bilderbuchartig zu beenden", erklärte Hugger, der nach getaner Arbeit als 18. ins Ziel rollte. Auch die zweite Etappe, die windige Königsetappe mit 2700 Höhenmetern, entschied Koch dank dominanter Teamarbeit und eines Lückenschlusses durch Jan Hugger für sich. Koch übernahm das Führungstrikot im Klassement.

"Am Morgen der letzten Etappe von Rhodos nach Afando war klar, dass wir im Gelben Trikot einen harten Tag haben werden", so Hugger. "Ich würde sagen, dass wir von den 152 Kilometern (2100 Höhenmeter, Anm. d. Red.) mit unserem Team 80 Prozent davon geschlossen von vorne gefahren sind." Im Massensprint unterlag jedoch Koch, der den Gesamtsieg nur aufgrund von Bonifikationspunkten dem Norweger Dversnes überlassen musste.

"Wie hatten starke Teams wie Bardiani, Coop und Felbermayr unter Kontrolle", war Team-Leiter Monreal stolz auf seine Schützlinge. "Die gesamte Mannschaft überzeugte mit einer unglaublichen Leistung. Rhodos war ein Mega-Erfolg für uns." Auf das Konto von Jan Hugger flossen durch den sechsten Gesamtrang zudem wichtige UCI-Punkte.

In den zehn Tagen auf Rhodos wurden bei den Fahrern des Kontinental-Teams mehrere PCR-Tests und Antigenschnelltests durchgeführt. Alle Teams lebten in ihrer sogenannten "Blase".

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