Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Proteste Reihenweise schließen kleine Handwerksbetriebe

Von

Griechenland steckt tief in der Krise, und viele befürchten, dass das Sparpaket nur zu einer Verschlimmerung der Lage führt. Reihenweise schließen kleine Handwerksbetriebe, auch das ersehnte Eigenheim ist für viele unbezahlbar geworden. In den Vororten Athens kann man fertiggestellte, seit Jahren leerstehende Häuser finden. Den potenziellen Käufern fehlt das Geld.

Die Missstimmung im Land ist überall zu spüren, die Gewerkschaften sind alarmiert. In der vergangenen Woche gingen Tausende Beamten und Staatsbedienstete in Athen auf die Straße, um gegen die Lohnkürzungen zu protestieren - geplant ist für sie ein Abschlag von bis zu zehn Prozent. "Es ist der Anfang vom Beginn einer langen Kraftprobe", verkündete die Beamtengewerkschaft. Sie ist allmächtig, fast jeder vierte Beschäftigte in Griechenland bezieht sein Gehalt vom Staat. Am Dienstag begannen die Zöllner mit einem dreitägigen Streik, die Fahrer von Tanklastwagen planen noch für diese Woche Arbeitsniederlegungen, ebenso die Angestellten im Finanzministerium, und nächste Woche, am 24. Februar, soll der Widerstand gegen die Regierung noch weiter erhöht werden. Dann nämlich wollen die Gewerkschaften des privaten Bereichs streiken. Vor allem die öffentlichen Verkehrsmittel sollen lahmgelegt werden.

Regierungschef Papandreou appelliert derweil an sein Volk - mit Blick auf die laxe Steuermoral: "Entweder wir ändern uns, oder wir gehen allesamt unter." Er kämpft darum, dass sein Land nicht noch tiefer in den Abgrund gerissen wird und dass die EU ihm zur Seite steht. Doch Brüssel will nur helfen, wenn Athen die Sanierungsmaßnahmen noch kräftiger als bisher vorantreibt. Die EU-Finanzminister beschlossen am Dienstag eine strikte Überwachung des Staatshaushalts - für das stolze Volk gewiss eine Demütigung. Athen müsse bis Mitte März notfalls zusätzliche Sparschritte ergreifen, hieß es in Brüssel. "Wir denken schon, dass zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind", sagte Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen nach dem Treffen mit seinen Amtskollegen. Er verwies darauf, dass sich andere ebenfalls finanziell angeschlagene EU-Staaten wie Lettland oder sogar Euro-Mitgliedsländer wie Irland zu äußerst schmerzhaften Reformen durchgerungen haben. Das müsse nun auch von den Griechen erwartet werden, zumal ihnen die Euro-Partner einen Schutzbrief im Falle von Geldengpässen ausgestellt haben.

Trotz allem herrscht keine Endzeitstimmung im Land. Nach einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Public Issue halten 59 Prozent eine Pleite ihres Staates für unwahrscheinlich. 52 Prozent sind sogar überzeugt davon, dass Griechenland es allein aus der Krise schaffen wird. Ob man das Land seinen eigenen Weg finden lässt, ist allerdings eine ganz andere Frage.

Artikel bewerten
0
loading
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.