Die Demonstranten auf ihrem Weg zum Krankenhaus. Foto: Finkbeiner

Auf den Besuch des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach im Freudenstädter Krankenhaus freute sich nicht jeder. Im Vorfeld wurde bereits zur Gegendemo aufgerufen. Mit Schildern, Bannern und Parolen machten die Teilnehmer ihrem Ärger Luft.

Dutzende Teilnehmer kamen zur Demonstration vor dem Freudenstädter Krankenhaus. Grund hierfür war der Besuch von Gesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD). Zusammen mit der SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken sah er sich das neue Gebäude des Freudenstädter Krankenhauses an. Im Anschluss folgte für geladene Gäste ein Austausch.

 

Der Besuch machte bereits im Vorfeld in diversen Sozialen Netzwerken die Runde. Vereinzelte Lauterbach-Gegner riefen hierbei zur Gegendemonstration auf. So schrieb ein User: „Diese Chance, unserem Bundesgesundheitsminister per Demo mitteilen zu können, was wir von ihm halten, sollten wir uns nicht entgehen lassen.“

Dem Aufruf folgten etliche Bürger, die Lauterbachs Politik so nicht mehr hinnehmen wollen. Mit Bannern und Plakaten machten sie ihrem Ärger Luft. Ein Großteil der Teilnehmer forderte „eine lückenlose Aufarbeitung der Coronazeit“.

„Die Regierung hat Angst und Panik verbreitet, wo keine notwendig war.“

Hierbei seien laut einem Demonstranten etliche Fehler passiert. Beispielsweise sei die Maskenpflicht nicht notwendig gewesen und Kinder in Schulen seien damit regelrecht gequält worden, hieß es bei der Demonstration. Laut einem Teilnehmer habe „die Regierung Angst und Panik verbreitet, wo keine notwendig gewesen wäre“. Es gehe den Beteiligten jedoch um eine ruhige und sittliche Demonstration, so ein Mitwirkender. Sie mache vor allem wütend, dass Lauterbach nie über Impfgeschädigte spreche. Die Tochter einer Teilnehmerin, ist er überzeugt, sei durch die Corona-Impfung gestorben. Die betroffene Mutter hält ein Banner in die Luft mit der Aufschrift: „ Herr Lauterbach: Sie haben unsere Tochter getötet“. Dazu ein Bild der Verstorbenen.

Eines der Plakate der Demonstranten Foto: Finkbeiner

Ein demonstrierender Bürger erklärte: Es gehe ihm vor allem um die Kinder und die Jugend, für welche er auf die Straße gehe. Umso fassungsloser sei er darüber, dass man die jungen Menschen auf solch einer Demonstration kaum sehe. Gelobt wurde Landrat Klaus Michael Rückert, welcher die Impfpflicht in der Corona-Zeit in den Pflegeberufen in Freudenstadt verlangsamte.

Einigen Beteiligten ging es jedoch nicht nur um das Gesundheitssystem in Deutschland sondern um die gesamte Auswirkung. „Die fahren den Karren an die Wand“, so ein Demonstrierender. Er sei der Überzeugung, dass die Wirtschaft schon lange kippe. „Hier steht der Mittelstand“, so der Demonstrant. „Diese Schicht wird es so bald nicht mehr geben. Denn wer hat denn schon das Geld für E-Mobilität oder ähnliches, was die Regierung von uns will.“

Für einen kurzen Moment hatten die Demonstranten sogar Gelegenheit, den Minister ihre Meinung entgegenzurufen. Denn Lauterbach entschied sich bei der Besichtigung des Geländes bewusst für eine Route, die direkt bei den Demonstranten vorbeiführte. Dem Minister schallte ein lautes Pfeifkonzert und wilde Beschimpfungen entgegen. Daher verwundert es nicht, dass der Minister kein Gespräch mit den Demonstranten suchte, sondern so schnell verschwand, wie er gekommen war.