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Projekt in Glatten Ein Mehrgenerationenhaus für Böffingen

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Blick auf das Ensemble an der Bühlstraße in Böffingen: links das renovierte Backhaus, hinten das Bestandsgebäude. Foto: Günther

Lumi Eberhard ist eine Frau mit Träumen und Visionen. Einige davon verwirklicht die 52-jährige Oralchirurgin derzeit in Böffingen, darunter auch ein Mehrgenerationenhaus. Ihre genauen Pläne und Vorstellungen erläutert sie im (SB+)Artikel.

Glatten-Böffingen - Eberhard beabsichtigt, in Böffingen ein Mehrgenerationenhaus zu bauen. Die Grundlagen hat sie bereits gelegt und den in herrlicher Ortsrandlage gelegenen, lange leerstehenden ehemaligen Bauernhof der verstorbenen Schwestern Dora und Klärle Bühner gekauft. Zum Anwesen gehören ein großes Bauernhaus samt Nebengebäuden, ein Backhaus sowie zwei Hektar Wiesen und Felder.

Freunde aus der Umgebung hatten Lumi Eberhard vor Jahren auf den dem Verfall preisgegebenen, denkmalgeschützten Hof, der bereits seit über 14 Jahren zum Verkauf stand, aufmerksam gemacht. Eberhard hat nicht lange überlegt: "Ich habe das Haus gesehen und im gleichen Moment gewusst: Das ist es."

Seit diesem Entschluss hat sie viel Kraft, Energie und Geld investiert, um sich ihren Lebenstraum zu erfüllen. So musste sie unzählige Verhandlungen führen und viele Pläne wälzen. Nach zahlreichen Vor-Ort-Terminen und Absprachen mit den beteiligten Behörden sind die Planungen für ein großes Mehrgenerationenhaus jetzt so weit, dass zügig der Bauantrag gestellt werden kann.

Entscheidender Faktor bei ihren Planungen sind die Vorgaben der Denkmalschutzbehörde, denn die Bauernhauswohnung im Obergeschoss des Bestandsbaus ist denkmalgeschützt. Zwar erschwere der Denkmalschutz die Sache hin und wieder, sie akzeptiere die strengen Auflagen aber voll und ganz, denn schließlich "prägen diese alten Gebäude einfach unser Böffinger Ortsbild und gehören dazu", sagt die Bauherrin.

Ein erstes, nicht denkmalgeschütztes Gebäude wurde gerade noch rechtzeitig zu Weihnachten fertig. Aus dem alten Backhaus hat Lumi Eberhard mit viel Liebe zum Detail und alten Baustoffen für sich ein feines, kleines Domizil geschaffen. Während man dort weiterhin im Untergeschoss im original erhaltenen großen Ofen Brot backen kann, hat sie sich in den beiden Stockwerken darüber ein vorläufiges Refugium eingerichtet, bis das neue Mehrgenerationenhaus fertig ist. Ein Jahr lang will sie noch zwischen Stuttgart und Böffingen pendeln, ehe sie ihren Lebensmittelpunkt in den Schwarzwald verlegt.

Für ihr Mehrgenerationprojekt hat sich die promovierte Zahnärztin einiges vorgenommen: In der Bühlstraße 7 bis 11 in Böffingen soll auf 1500 Quadratmetern neuer Wohnraum entstehen. Geplant sind 14 alters- beziehungsweise behindertengerechte Wohnungen in einer Größe zwischen 32 und 95 Quadratmetern. Ein verglaster Flur mit Aufzug soll das Bestandsgebäude mit dem Neubau verbinden.

Die bisherigen Entwürfe wurden von dem befreundeten Architekten Matthias von Poswik erstellt, der bereits mehrere Mehrgenerationenhäuser geplant hat. Die endgültigen Baupläne sollen mit den künftigen Wohnungsbesitzern und einem einheimischen Architekten und Bauleiter fertiggestellt werden.

Eberhard hofft auf eine lebendige, aktive Hofgemeinschaft, die sich aus Familien oder Alleinstehenden verschiedener Altersgruppen zusammensetzt. In den Gemeinschaftsräumen ist genug Platz, damit sich junge Familien, ältere Paare oder Singles begegnen und Zeit miteinander verbringen können. Aber auch für Lesungen, kleine Hauskonzerte oder sonstige Freizeitaktivitäten sind diese Räume geeignet, sowohl für die Bewohner als auch für die Dorfgemeinschaft. Gemeinsame Aktivitäten sind Eberhard wichtig: "Wir leben in einer Zeit der Veränderungen, in der das Miteinander in der Gemeinschaft unbedingt dazugehört."

Unterstützung kommt aus den Rathäusern

In diesem Zusammenhang verweist Eberhard auch auf die große Unterstützung durch die Gemeinde- und Ortschaftsverwaltung. Die Gemeinde habe für das gesamte Areal einen Bebauungsplan erstellt, damit das Vorhaben realisiert werden könne. Daran sei auch der Ortschaftsverwaltung sehr gelegen, bekräftigt Ortsvorsteher Andreas Pfau. Das Vorhaben könne "in unserem Flecken ein gutes Beispiel werden, wie ein so altes Gebäude sinnvoll anders genutzt werden kann". Schließlich sei, so verrät Pfau, eine seiner größten Sorgen die großen alten landwirtschaftlichen Gebäude, die im Ort leer stehen und teilweise schon nicht mehr nutzbar sind. Deshalb sollte im November auch eine Infoveranstaltung zu dem Bauprojekt stattfinden. Coronabedingt musste sie abgesagt werden.

Was den weiteren Zeitplan anbelangt, ist Eberhard vorsichtig optimistisch: Gebaut werde baldmöglichst. Derzeit entscheidet sich, ob der Neubau – der Gebäudeklasse wegen – wie vorgesehen komplett aus Holz gebaut werden kann. Sollte das möglich sein, könnte das Projekt zügig realisiert werden. Rechtlich wird das Projekt als Wohneigentümergemeinschaft organisiert, das heißt die Wohnungen sind Privat-, die Gemeinschaftsflächen und Grundstücke gemeinsames Eigentum.

"Ich gehe davon aus, dass hier Leute zusammen wohnen, die sich in die Gemeinschaft einbringen, ob im Gemüsegarten, beim Backhäusle oder in den Gemeinschaftsräumen", sagt Eberhard. Vorstellen kann sie sich, dass hin und wieder gemeinsam gekocht, musiziert, gebastelt oder gefeiert wird. Oder dass sich Mitbewohner finden, die ein kleines Bistro oder einen Hofladen betreiben wollen. Zudem ist ihr wichtig: "Wer pflegebedürftig wird, soll dann auch hier zu Hause gepflegt werden können, zumal das Erdgeschoss genug Platz für Therapieräume bietet." Interessenten für Wohnungen gibt es bereits. Manche wollen einfach investieren, andere sich selbst einbringen und möglichst bald einziehen.

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