Jugendliche sorgen in Langenwinkel für Ärger. Bei der Turnhalle, der Schule und dem Jugendclub kam es zu Vermüllungen und Beschädigungen. Darüber informierte Ortsvorsteherin Annerose Deusch. Von Kameras lassen sich die Täter nicht abschrecken.
Nach längerer Zeit ohne größere Vorkommnisse gab es in Langenwinkel zuletzt wieder verstärkt Probleme durch von Jugendlichen mutwillig angerichtete Vermüllungen und Beschädigungen. Darüber informierte Ortsvorsteherin Annerose Deusch (Freie Wähler) am Dienstag in der Sitzung des Ortschaftsrats auf Nachfrage aus dem Gremium.
Sowohl im Bereich der Turnhalle als auch der Schule und beim Abgang zum Jugendclub seien mehrfach Vorkommnisse gemeldet worden. Im Bereich des Jugendclubs wurde etwa Putz an der Fassade abgetragen und Stühle zerstört. Im Umfeld der Schule wurde, aufgezeichnet durch die installierten Kameras, mit Spraydosen hantiert, wobei eine potenzielle Brandgefahr entstand. „Die Schule hätte in Flammen gesetzt werden können“, merkte die Ortsvorsteherin an.
Ein Täter sei erkannt worden, das Ganze werde nun den entsprechenden Weg gehen. Erschreckend fanden die Räte, dass sich die jugendlichen Täter durch die Kameras nicht abschrecken ließen. Vielmehr grinsten sie reuelos und abgebrüht ins Objektiv.
Deutlich erhöhte Bescheide führen zu Verstimmungen
Einen schwierigen Punkt sprach auch Nico Samson (CDU) im Kontext der Fernwärme-Versorgung des Baugebiets Neu-Langenwinkel durch ein Zentral-Heizkraftwerk an. Samson sei von Nutzern auf Bescheide angesprochen worden, die sich auf einmal nahezu verdoppelt hätten. Der Ortsverwaltung sei das Thema bekannt. Deusch konnte nicht allzu stark ins Detail gehen, die deutlichen Erhöhungen stünden aber wohl im Zusammenhang mit einem Besitzerwechsel. Zuvor seien die Preise über Jahre hinweg nicht angepasst worden. Die neuen Bescheide seien allerdings wohl nicht korrekt ausgewiesen worden.
In der kurzen Beratung, die sich anschloss, erklärte Deusch ergänzend, dass einige Nutzer bereits von ihrem nach 15 Jahren Nutzung bestehenden Kündigungsrecht Gebrauch gemacht hätten. Damit werde allerdings das Problem für die restlichen Nutzer nicht geringer, denn so verteile sich der Betrag auf noch weniger Nutzer, die noch mehr zahlen müssten. In Verbindung mit der Badenova werde nach einer Lösung gesucht. Unter anderem solle eine Sprechstunde für Nutzer im Rathaus eingerichtet werden.
Zudem lieferte Deusch Antworten auf offen gebliebene Fragen aus früheren Sitzungen. Eine erste Auskunft der Stadtverwaltung zur Geschwindigkeitsregelung auf der B415 bei Langenwinkel hatte der Rat zuletzt als „unbefriedigend“ empfunden.
Nach erneuter Rückfrage antwortete Carina Stuber (Ordnungsamt), dass bei Anträgen für eine etwaige Geschwindigkeitsreduzierung viele Kriterien, auch Lärmschutz und Verkehrssicherheit, geprüft würden. In Sachen Verkehrssicherheit, die in Absprache mit der Polizei geprüft wurde, konnte dem Abschnitt bei Langenwinkel „keine besondere Unfallhäufigkeit“ attestiert werden, wie aus dem Schreiben Stubers hervorging.
Umbau der Bushaltestelle beim Rathaus steht bevor
Seit 2019 hätten sich 16 Unfälle ereignet, wobei eine Person schwer und acht weitere leicht verletzt worden seien, so die Statistik. Auch diese Ausführungen gefielen dem Ortschaftsrat nicht wirklich, doch mehr gebe es an dieser Stelle aktuell nicht zu sagen, so die indirekt formulierte städtische Antwort.
Eine weitere Antwort der kommunalen Hauptverwaltung bezog sich auf das Mietrad-System. Der Ortschaftsrat hatte sich bei der Einweihung der Mobilitäts-Station im März nach dem Kostendeckungs-Grad des Systems erkundigt. Wie Martin Stehr (Stadtplanungsamt) nun ausführte, lasse sich hierzu „erst 2025, nach Abschluss des Probedurchgangs, etwas Konkretes sagen“.
Die Ortsvorsteherin informierte außerdem, dass der barrierefreie Umbau der Bushaltestelle im Rathaus-Bereich bevorstehe. Ein konkreter Termin stehe zwar nicht fest. Gedanken habe sich der Rat allerdings bereits zu der Frage gemacht, wie während der Baustellen-Zeit die Verkehrsführung in der Langenwinkeler Hauptstraße aussehen könnte.
Der Vorschlag des Gremiums sieht vor, dass beim Hineinfahren in den Ort eine Einbahnstraßen-Regelung gelten könnte, die an der Baustelle vorbei führt. Beim Verlassen des Orts könnte der Verkehr über Eichholzstraße und Parkring, also von hinten her über den Parkplatz der Gaststätte „Meat House“, geleitet werden. „Das sollte dazu beitragen, ein mögliches Chaos zu entspannen“, so Deusch.
Kritik an Sitzbänken
Viktor Hager (Freie Wähler) monierte den Zustand der Sitzbänke auf dem Dorffriedhof. Sie befänden sich „in einem derart schlechten Zustand, dass sich kein Mensch darauf setzen will“, so Hager.