Primoz Prost (Mi.) jubelt neben Trainer Jürgen Schweikardt: Der Slowene war ein entscheidender Faktor für den Derby-Sieg gegen seinen Ex-Club Frisch Auf Göppingen. Foto: Baumann

Ausgerechnet gegen seinen Ex-Club Frisch Auf Göppingen wird Primoz Prost zum Garanten für den 28:26-Derbysieg des TVB Stuttgart in der Handball-Bundesliga. Auch in der neuen Saison wird der Torwart viel Verantwortung übernehmen müssen.

Stuttgart - Als die 60 Derby-Minuten in der Scharrena vorüber waren und das überraschende, aber völlig verdiente 28:26 (13:10) von Handball-Bundesligist TVB Stuttgart über Frisch Auf Göppingen perfekt war, stürzten sich die jubelnden Spieler vor allem auf einen Mann: Primoz Prost. Der slowenische Ex-Nationaltorwart war der entscheidende Faktor für die gelungene Revanche für die 17:27-Hinspielniederlage. „Eigentlich möchte ich keinen hervorheben, aber klar: Primoz hat ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte TVB-Trainer Jürgen Schweikardt seinen Matchwinner nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg hintereinander.

 

Frisch Auf „grausam“

Natürlich zeigte Frisch Auf nach 19:1-Punkten hintereinander im Angriff eine äußerst schlechte Leistung; als „grausam“ bezeichnete sie Kapitän Jacob Bagersted und fand: „Wir haben Schrott abgeliefert.“ Doch das lag auch am unangenehmen Gegner: Mit enormer Leidenschaft und Disziplin stellte sich die TVB-Deckung den Göppingern entgegen. Und kam dann doch mal ein Ball durch, stand da eben dieser erfahrene Prost zwischen den Pfosten. Vor allem seit dem erneuten Ausfall von Johannes Bitter lastet viel Verantwortung auf dem 37-Jährigen, der er nicht immer gewachsen war: Prost spielt eine Saison mit Licht und Schatten. Auch gegen Frisch Auf kam er schwer ins Spiel, doch er steigerte sich enorm, zeigte ausgerechnet gegen seinen Ex-Club seine Reaktionsschnelligkeit und wurde mit 13 Paraden zum Schlüsselspieler. Mit breitem Grinsen räumte er ein: „Gegen Frisch Auf zu spielen ist etwas Besonderes.“

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Vor allem für ihn. 2013 war er aus Montpellier nach Göppingen gewechselt, feierte die EHF-Pokalsiege 2016 und 2017, ehe sein Vertrag 2019 nicht verlängert wurde. Nachdem sich der eigentlich schon fixe Wechsel zum Schweizer Topclub St. Otmar St. Gallen wegen vereinsinterner Turbulenzen zerschlagen hatte, unterschrieb er bei Drittligist Wilhelmshavener HV einen Vierjahresvertrag. Im Norden fühlten sich der Keeper, seine Frau und die drei Kinder aber nicht wohl. Die Familie wollte zurück in den Süden. Prost löste seinen Kontrakt auf – und freute sich über das Angebot aus Stuttgart. „Ein Glücksfall für mich“, sagt der Keeper, der auch als Torwarttrainer beim Baden-Württemberg-Oberligisten TSB Schwäbisch Gmünd fungiert. Dort ist sein ehemaliger Frisch-Auf-Mitspieler Dragos Oprea Chefcoach.

Gespann mit Thulin

In der neuen Saison bildet Prost das Gespann mit Tobias Thulin (25), der vom SC Magdeburg kommt. Im Jahr eins nach Jogi Bitter (zum HSV) wird Prost viel Verantwortung übernehmen müssen – und sollte möglichst nicht nur gegen seinen Ex-Club zur Hochform auflaufen.