Das Holzgestell mit Sitzbank macht auch optisch einiges her. Foto: Buck

Für die Social-Media-Generation gibt es eine neue Attraktion im Teinachtal. Auf dem Premiumwanderweg "Der Teinacher" gibt es bald einen neuen Selfie-Spot, an dem man den Blick über Bad Teinach und bis zur Burgruine Zavelstein genießen – und festhalten kann.

Bad Teinach-Zavelstein - Markus Kugele vom Bad Teinach-Zavelsteiner Bauhof jagt mit seinem Akkuschrauber 18 Edelstahlschrauben in ein Holzgestell – der Widerhall der Arbeitsgeräusche verteilt sich über den halben Kurpark.

Der Grund: Der Premiumwanderweg "Der Teinacher" wird aufgewertet. Ein neuer Selfie-Punkt wird nämlich am Rande des Kurparks in Bad Teinach eingerichtet und befindet sich direkt am Wanderweg. "Der Teinachblick" heißt die Stelle offiziell, wie Franziska Bürkle von der Teinachtal-Touristik erklärt.

Der Holzrahmen aus Eiche ist extra so aufgestellt, dass auch noch die Burg Zavelstein ins Bild ragt – je nach Ausrichtung des eigenen Smartphones. Um das sicher zu verstauen, hat Kugele mit seinem Bauhofkollegen Benedikt Kohler auch noch eine Halterung in die andere Seite des Weges betoniert.

Rund eine Woche sind die Bauhofmänner schon hoch über dem Kurpark zu Gange und montieren die neue Attraktion. Der Aufwand wird betrieben, um den Wanderweg weiter attraktiv zu halten. Konkret wegen der anstehenden Rezertifizierung des Premiumwanderwegs macht man die Maßnahme nicht. Bürkle geht davon aus, dass man auch drei Jahre nach Start wieder das Gütesiegel "Premiumwanderweg" verliehen bekommt.

Prüfer kommen demnächst

"Die Prüfer kommen wohl in ein bis zwei Monaten", blickt Bürkle voraus. Die angelegten Kriterien seien wohl noch die gleichen – es ist also nicht so, dass im Zertifizierungsgremium plötzlich der Instagram-Hype ausgebrochen wäre und man nur deshalb den Selfie-Punkt einrichtet, damit man sich die erneute Zertifizierung sichert.

Bei der ersten Zertifizierung hat man 74 von 100 Punkte eingeheimst, war damit laut Bürkle unter den Top 20 Wanderwegen in ganz Deutschland. Ob man es auch dieses Mal schafft, bei der Creme de la Creme der Wanderwege mitzumischen, wird sich zeigen. Doch Bürkle ist selbstbewusst, rechnet sogar mit einer Punktesteigerung. Bevor es an die eigentliche Prüfung geht, muss man aber erst noch diverse Hausaufgaben machen. Allen voran wird jetzt noch auf dem gesamten Weg die Beschilderung geprüft, dass auch ja kein Schild über den Winter verloren gegangen ist.

Stichwort Winter: In diesem kam es bekanntlich bei der "Teufelsbrücke" am Ortsausgang von Bad Teinach in Richtung Neuweiler zu großen Schäden. Schneebruch hatte einen Ast auf die Brücke stürzen lassen, was diese beschädigte. Inzwischen ist aber wieder alles repariert und für die Wanderer sicher. Letzteres trifft aber auch auf den neuen Selfie-Punkt zu. Denn das Holzgestell ist nicht nur gut verschraubt, sondern auch mit einem massiven Betonfundament in der Erde verankert.

"Selbst, wenn da einer mit dem Auto dran fährt, sollte nicht viel passieren", meint Kugele vom Bad Teinacher Bauhof. Man hofft nun, dass die brandneue Attraktion nicht dem Vandalismus zum Opfer fällt. Auch deshalb die massive Befestigung im Erdreich und die zig Schrauben. Kleine Randnotiz: Billig ist das ganze Werkzeug nicht, eine Edelstahlschraube kostet laut Kugele zwischen zwei und drei Euro. Die seien aber wichtig, da die Gerbsäure im Eichenholz herkömmliche Schrauben sonst angreifen würde – und die rosten dann und sind nach wenigen Jahren unbrauchbar. Das will man natürlich tunlichst verhindern.

Gesperrt bis Ostern

Vorerst wird man die neue Attraktion aber noch geschlossen halten, damit der Beton in Ruhe fertig trocknet. Zu Ostern wird man den Selfie-Punkt dann öffnen. Bürkle erwartet ohnehin einen größeren Andrang auf die Wanderwege rund ums Teinachtal – nicht unbedingt wegen des neuen Selfie-Punktes, sondern eher wegen der Auswirkungen des Lockdowns und der frühlingshaften Temperaturen.

In etwas fernerer Zukunft soll dann noch die Inschrift "Der Teinachblick" in den Querbalken der Konstruktion geritzt werden. Auf diese Idee kamen Bürkle und Kugele kurzerhand gemeinsam vor Ort. "Die spontanen Ideen sind doch immer die besten", freut sich Bürkle. Bald können sich also auch die Wanderer im Teinachtal über einen bestens beschrifteten Selfie-Punkt erfreuen.

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