Optisch ansehnlich, aber nicht funktionstüchtig – die Hofstetter Mühle. Foto: Wölfle

Die Veranstaltung avancierte am Pfingstmontag zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Veranstaltung stieß auf eine insgesamt erfreuliche Resonanz. Neben allerhand Infos bekamen die Besucher auch kulinarisch viel geboten.

Am Pfingstmontag nahm, unter der Leitung der Trachten- und Volkstanzgruppe, die Gemeinde Hofstetten zum ersten Mal am Deutschen Mühlentag teil, der 1994 ins Leben gerufen wurde. Bundesweit öffneten an diesem Tag um die 650 historische Mühlen ihre Pforten, um gemeinsam mit dem Denkmalschutz die alte Kulturtechnik der Müllerei wieder ins öffentliche Bewusstsein zurückzubringen. Aber auch, um transparente Einblicke in dieses alte Handwerk zu geben. Die Mühlenerhaltung gilt vielerorts als eine bedeutsame gesellschaftliche Aufgabe.

 

Bundesweit 650 Mühlen zum Mühlentag geöffnet

Hofstetter Gäste, die zahlreich per Auto, Fahrrad oder auch zu Fuß von nah und fern zum Mühlentag kamen, zeigten sich am am Innenleben der schmucken Mühle interessiert und genossen das erste Mühlenfest auf dem Henry-Heller-Platz bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen. Josef Obert und Meinrad Lupfer von der Trachten- und Volkstanzgruppe führten die Besucher durch die schmucke Mühle und hatten viel Wissenswertes und Interessantes über sie zu erzählen. Ab 11 Uhr lockte der Mittagstisch mit Rahmgeschnetzeltem und Bauernspätzle an die im Schatten aufgestellten Tische. Aber auch gegrillte Rostbrat- oder Bauernwürste sowie nachmittags Kaffee und das Kuchenbuffet kamen gut an.

In den Jahren 1978 bis 1980 war die Hofstetter Mühle in die aus drei Teilen bestehende Erholungsanlage integriert worden. Dazu gehören das denkmalgeschützte Speichergebäude vom Kaiserhof im Ullerst, das Wasserrad von der ehemaligen Dorfmühle und die 1828 erbaute Getreidemühle vom Heizmannshof auf der Breitebene. Aus diesem Grund dient die gut erhaltene Mühle auch nur der Schaustellung. Sie ist nicht vollständig aufeinander abgestimmt, deshalb auch nicht funktionstüchtig. Die Familie Krämer vom Kaiserhof hatte keine Verwendung mehr für das Gebäude gehabt und es der Gemeinde angetragen, die es dort abbaute und im Dorf in die Erholungsanlage „Waldsee“ integrierte. Dabei wurde die Mühle in Richtung Berg verlängert, damit die Getreidemühle vom Heizmannshof darin Platz fand, die die Gemeinde 1978 von Ernst Josef Krämer erworben hatte. Die Breitebener Mühle wurde damals aber nicht nur zum Mahlen des hofeigenen Getreides benutzt.

Auch zum Mosten und zum Antrieb der Dreschmaschine fand diese per Riemen oder Drahtseil über das Mühlrad immer wieder Verwendung. Das alles hatte aber nur funktioniert, solange sich Wasser im Mühlenweier befand.

Nachdem der dörfliche Mühlenkanal dem Baugebiet „Dorfmühle“ (Georg-Giesler-Straße) weichen musste, konnte das gut erhaltene Wasserrad der Dorfmühle leider nicht mehr betrieben werden. So erwarb die Gemeinde das Rad vom damaligen Erben der Dorfmühle, Erwin Dold, und verbaute es lediglich für die Optik am Speicher der jetzigen Mühle. Dafür wurde eigens ein circa 2,3 Tonnen schweres Lager angebracht, damit sich das Rad auch bei niedrigerem Wasserstand im Kreis bewegte.

Viel los an Pfingsten

Auch in Hofstettens umliegenden Gemeinden Hornberg, Gutach, Steinach und Wolfach waren am Pfingstmontag die Pforten der Mühlen für die Öffentlichkeit aufgeschlossen worden. Die älteste Erwähnung einer Mühle in den Niederlangen stammt übrigens aus dem Jahr 1221. Dabei handelte es sich um das Bauwerk in Willemskerke in Zeeuws-Vlaanderen.