Olaf Scholz tut es, Karl Lauterbach tut es – und jetzt kommt der baden-württembergische Finanzminister. Was treibt Politiker auf TikTok?
Nach Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) startet Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) als erstes Mitglied der Landesregierung einen eigenen TikTok-Kanal. Unter „Finanzenbw“ wird das Onlineteam seines Ministeriums ab diesem Mittwoch Beiträge posten. Erst am Dienstag hatte auch das Staatsministerium angekündigt, den Social-Media-Kanal zu prüfen. Ein Regierungssprecher sagte: „Wir gucken uns das an. Der Kanzler ist ja jetzt auch auf Tiktok.“
Bislang hat vor allem die AfD in dem sozialen Netzwerk Erfolg. Der AfD-Landtagsabgeordnete Miguel Klauß etwa kommt auf 300 000 Follower in dem Netzwerk – Fraktionschef Anton Baron kommt auf 16 000. Andere Parteien versuchen inzwischen dagegenzuhalten. Allerdings ist der Erfolg noch überschaubar. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Bundeswirtschaftministerium Franziska Brantner ist seit einigen Monaten auf TikTok. Der SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch bewegt sich bei den Followern nur im dreistelligen Bereich. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke liegt noch darunter.
Finanzministerium will jüngere Menschen erreichen
Ob das Finanzministerium eine relevante Reichweite erzielen wird, muss sich noch zeigen. Im ersten Post geht es lediglich um die Frage, ob es sinnvoll ist, auf TikTok zu sein.
@finanzenbw Doch, es macht sehr viel Sinn. �� Uns ist es wichtig, dass auch junge Menschen mitbekommen, was politisch in Baden-Württemberg abgeht. Welche Entscheidungen im Finanzministerium getroffen werden, welche Themen uns beschäftigen. Und ganz wichtig: Zu hören, welche Ideen ihr dazu habt. Deshalb sind wir jetzt auch hier. #finanzministerium #badenwürttemberg #bayaz #finanzenbw ♬ Originalton - Finanzministerium BaWü
Finanzminister Bayaz ist auch in anderen sozialen Netzwerken wie X (früher Twitter) aktiv. Ein Sprecher des Finanzministeriums begründete den Schritt hin zu TikTok damit, vor allem junge Menschen erreichen zu wollen. Aus der ARD/ZDF-Onlinestudie 2023 gehe hervor, dass jüngere Menschen vor allem TikTok nutzen. Bedenken zum Datenschutz könne man auch bei Plattformen wie Twitter haben. Das Finanzministerium will ein eigenes Diensthandy nur für TikTok verwenden.
Datenschutzbeauftragter warnt
Der Datenschutzbeauftragte des Landes hatte Ministerien im vergangenen Jahr dazu geraten, Plattformen wie X (früher Twitter) zu verlassen. Sowohl Facebook als auch Elon Musks Social-Media-Plattform X (früher Twitter), seien datenschutzrechtlich nicht unproblematisch, warnte er.