Rolf Miller – schlicht und einfach auf dem Stuhl – begeisterte die voll besetzte Seminarturnhalle in Nagold. Foto: Oliver Pütz

Mit seinem Programm „Wenn nicht wann dann jetzt“ begeistert der deutsche Kabarettist Rolf Miller eine volle Seminarturnhalle. In der Nagolder Seminarturnhalle spricht er über die ganz großen Themen der Menschheit: die Politik, die Automobilindustrie, Statistiken und auch viel Privates.

Es geht um erneuerbare Politik, um autogenes Fahren und um Statistiken, die besagen, dass doppelt so wenig Menschen im Straßenverkehr sterben wie zu Hause. Rolf Miller behandelt die ganz großen Themen der Menschheit. Die Grünen, die „mit einer Luftpumpe die Windrichtung bestimmen“ nimmt er genauso aufs Korn wie – und auch bei Annalena Baerbock, die „den Chinesen vorschreibt, was sie falsch machen“ zieht er den Vergleich zum Unterschied bei seinen jüngsten Sprösslingen, die sogar zum Blödsein zu dumm sind. Jeder kriegt bei ihm sein ähhh… Dings weg. Wobei – Das Thema Übergewicht kam gar nicht zur Sprache.

 

Miller erzählt von seinem Privatleben und von zu Hause und er weiß nach drei Ehen, dass das Leben kein Ponyschlecken ist. „Wenn Frauen streiten, sitzt der Teufel im Eck und lernt“ habe sein Opa schon gesagt. Erst seine dritte Frau habe eine eigene Meinung und auch die Stärke, diese für sich zu behalten. Sein Freund Jürgen hingegen sei nur deswegen noch nicht geschieden, weil er gar nicht verheiratet ist.

Aber auch die Kindheit sei früher anders gewesen. Seine Oma zum Beispiel sei mit der Hand so schnell gewesen, dass die Schläge mit dem menschlichen Auge kaum wahrnehmbar gewesen sein. Seine Mutter hingegen habe ihn immer nur wegen prophylaktisch geschlagen – da wusste man wenigstens, warum. Geschadet habe ihm das, bis auf den Treffer am Sprachzentrum, nicht.

Noch drei Bundestrainer – dann ist EM

Das Thema Sport ist für Miller ein heißer Ball. Zwar sei der Frauenfußball so gut geworden, dass er mit Frauenfußball fast nichts mehr zu tun habe, aber Handball gehe völlig an seinem Verständnis vorbei. „Wenn ich aus fünf Metern den Steinbrocken nicht ins Tor bringe, sollte ich mich grundsätzlich einmal durchchecken lassen“. Fußball hingegen sei viel schwerer, bei unserer Mannschaft sogar unlösbar.

Die Seminarturnhalle hing an seinen Lippen

Wer diesen Bericht über Millers Auftritt „Wenn nicht wann dann jetzt“ bis hierhin verfolgt hat, kann sich vielleicht vorstellen, wie am vergangenen Freitag die voll besetzte Seminarturnhalle an den Lippen des Satirikers gehangen hat.

Jeder unausgesprochene Halbsatz, jede verdrehte Redewendung löst eine Lachsalve aus. Wie er lässig, fast unflätig auf seinem Stuhl sitzt und hin und wieder ein Schluck aus seiner Wasserflasche trinkt zeigt: Hier vermittelt die Kunstfigur Rolf Miller seine Lebenserfahrung mit Vollgas aus der tiefen Quelle seines kompetenten Stammtisch-Halbwissens.