Wo Windräder entstehen könnten, definiert die Regionalplanung auch für den Kreis Rottweil. Foto: © Martin Mecnarowski – stock.adobe.com

Der Regionalverband hat Vorrangflächen für die Windkraft ausgewiesen. Und im Kreis Rottweil sind besonders viele Flächen für die Windkraftnutzung reserviert. Wir haben die Details.

Eine kniffelige Aufgabe hatte der Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg vor sich: die Windkraftplanung mit der Ausweisung von Vorrangflächen, die für die Errichtung von Windparks in Frage kommen. Diese Vorrangflächen stehen jetzt auch für den Kreis Rottweil fest.

 

Das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg hat danach verlangt – bis Ende September 2025 sollen zwei Prozent der Fläche der Region entsprechend reserviert sein – davon 1,8 Prozent für Windenergie. Noch stehen auf den ins Auge gefassten Grundstücken keine Windräder – es könnten ja Einwände, Widersprüche oder Anregungen dazu eingehen. Und genau dazu ist jetzt Zeit: Seit dem 8. Januar und noch bis zum 9. Februar können Bürger Einsicht nehmen, bis zum 1. März kann man dann an die Adresse des Regionalverbands Stellung nehmen.

Auch im Kreis Rottweil sind viele Standorte seit langem in der Planung und werden mitunter heiß diskutiert. Stellungnahmen sind also wohl zahlreich zu erwarten.

Diese Vorgaben gibt es

1,8 Prozent – das war die Vorgabe. Der Regionalverband hat mehr geschafft und sogar 2,3 Prozent und damit etwa 6000 Hektar herausgepickt, wo Platz für neue Windräder sein könnte.

Das Auswahlverfahren

Alle drei Kreise wurden unter die Lupe genommen: Wo strahlt die Sonne am kräftigsten, wo bläst der Wind am stärksten? Aber auch: Welche Bauprojekte, Wohngebiete, Lebensräume oder sonstigen Punkte könnten dem Bau von Windrädern oder Freiflächen PV-Anlagen entgegenstehen?

Doch nicht alle sahen diese Fragen auch ausreichend berücksichtigt – während AfD-Vertretern des Regionalverbandes prinzipiell an der Parteilinie festhielten, wonach Atomkraft ohnehin die bessere Alternative sei, stimmte der Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen aus anderem Grund als einer der wenigen der Planung nicht zu: Roth rechnet mit Widerständen aus drei Dörfern, wo die Flächen viel zu nahe an den jeweiligen Wohngebieten lägen. Eine Verschiebung der Flächen aber könnte problematisch werden, denn dort lebt – unter anderem – das Auerhuhn.

So geht es jetzt weiter

Der Planentwurf samt Begründung mit Umweltbericht liegt bis zum 9. Februar 2024 unter anderem im Landratsamt Rottweil zur kostenlosen Einsicht aus. Jedermann kann gegenüber dem Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg bis spätestens 1. März 2024 Stellung nehmen. Träger öffentlicher Belange können das sogar bis zum 8. April tun.

Hier gibt’s Infos

Eine weitere Informationsveranstaltungen während der Öffentlichkeitsbeteiligung ist geplant in der Geschäftsstelle des Regionalverbands, Winkelstraße 9, Villingen-Schwenningen am 7. Februar ab 18 Uhr. Anmeldung ist möglich per E-Mail unter info@rvsbh.de oder unter 07720/97 16 0.

www.regionalverband-sbh.de.

Vorrangflächen auf Gemarkungen im Kreis Rottweil

Diese Vorranggebiete für Windenergieanlagen wurden festgelegt
Nördlich Dürrenmettstetten (Dürrenmettstetten – 41,2), Östlich Dürrenmettstetten (Dürrenmettstetten, Glatt – 114,9), Neckarhausen (Sulz – 68,5), Stumpen-Eichwald (Sulz, Sigmarswangen – 65,5), Dürrholzebene, Glockenturm-Hinter Forlenwangen (Sulz, Hopfau – 162,5), Zwischen Sigmarswangen und Wittershausen (Vöhringen, Wittershausen/Sulz – 80,7), Hochgasse (A81) (Vöhringen/Bergfelden – 29,5), Westlich Brachfeld (Bettenhausen/Hopfau – 22,4), Zwischen Hartwald undGeigenberg (Fluorn, Winzeln/Beffendorf,Oberndorf, Hochmössingen – 219,1), Tonau-Bernstein (Bergfelden/Vöhringen – 289,8), Engewald (Vöhringen – 71,5), Bauberg-Sanderwald (Bochingen/Harthausen, Trichtingen – 195,3), Geißrücken (Trichtingen/Böhringen – 134,2), Hart/Vaihinger Wald (Dietingen, Gößlingen,Irslingen/Rottweil, Neukirch – 723,1), Hummelbühl-Bühlenwald (Waldmössingen/Beffendorf – 176), Globen (Bösingen/Seedorf – 114,9), Steinforren (Seedorf/Bösingen – 59,9), Harzwald (Epfendorf/Bösingen/Beffendorf – 162,8), Hochwald (Rottweil/Herrenzimmern/Villingendorf – 113), Schlurrainwald-Laubenlindenwald (Dunningen, Seedorf – 272), Fluorner Wald-Hochwald (Fluorn – 119,6),Feldflur nördlich Gößlingen (Böhringen, Gößlingen, Rotenzimmern – 73,5), Segelacker (Rötenberg – 12,4), Feurenmoos (Mariazell/Schramberg – 73,5), Falkenhöhe (Lauterbach, Tennenbronn – 21,3), Windkapf-Winterecke (Tennenbronn – 13,5), Brogenwald (Tennenbronn – 8,4), Wannengrundwald Brenntenholz-Dornen (Deißlingen/Trossingen – 96,3), Auf Gemarkung Dornhan: Hönigwald (34,9), Bettenberg (3,7), Schellenberg (3,8), Spaltberg (3,3), Sommerberg (15,1), Pfaffengrube (6,3), Glockenturm (5,7), Heiligenhalde (28,8), Mammental (8,6), Gemeindebühl (8,7), Weiherleswald (18,8), Ettenberg (16,6), Blumentäle (24,0), Überspieler Weg (11,2)