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Photovoltaik Mit Solaranlagen Geld verdienen

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Handwerker montieren eine Solaranlage auf ein Dach – lohnt das noch? Foto: dpa

Wind- oder Solarenergie – was boomt?

Das Wort Solarboom gehört in Deutschland der Vergangenheit an. Aktuell liegt der Neubau von Anlagen deutlich unter den Zielen der Bundesregierung. Im Jahr 2014 ist der Zuwachs an Solaranlagen erstmals unter jenen der Windkraftanlagen gerutscht – nach Jahren in denen es andersherum lief. Dass nun Windkraft bei den Öko-Energien den Takt angibt, ist eine direkte Folge des veränderten politischen Kurses bei der Förderung. Jahrelang profitierten Besitzer von Solaranlagen über sehr hohe Zuschüsse. Sie heizten das Geschäft mit Neuanlagen an, führten aber zu hohen Kosten für die Allgemeinheit.

Wie kam es zu der Vollbremsung beim Neubau von Solaranlagen?

Um die Kostenexplosion in den Griff zu bekommen, hat die Politik in bislang 46 Schritten die Fördersätze für Solaranlagen gesenkt. Die Abwärtsspirale, die sich in den vergangenen zwei Jahren beschleunigt hat, zeigt nun Wirkung. 2014 gingen bundesweit nur noch Anlagen mit einer Leistung von rund zwei Gigawatt neu ans Netz. Zum Vergleich: Noch 2012 waren es mit 7,6 Gigawatt fast viermal so viel. In Baden-Württemberg stieg nach Daten der EnBW-Tochter Transnet-BW im Jahr 2014 die Solar-Leistung im Land um nur noch drei Prozent. Eine Vollbremsung.

Wie viel Förderung fließt derzeit noch?

Die Einspeisevergütungen, die die Erzeuger von Ökostrom über 20 Jahre erhalten, sind im vergangenen Jahrzehnt drastisch gefallen. Nach Daten des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) erhielten Erzeuger von Sonnenstrom auf Hausdächern im Jahr 2004 gut 57 Cent je Kilowattstunde Strom. Zum Beginn dieses Jahres ist dieser Betrag auf knapp 12,6 Cent abgesunken.

Sind Solaranlagen auf Dächern für Häuslebauer heute überhaupt noch rentabel?

Nach Angaben von Fachleuten lohnt sich das Solarmodul auf dem Dach noch – auch unter den aktuell strengen Förderbedingungen. Allerdings sinkt die Bedeutung der Einspeisevergütung rapide. „Solaranlagen rentieren sich weiterhin“, sagt Eicke Weber, Direktor des renommierten Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg. Allerdings sinke die Bedeutung der Einspeisevergütung. „Ihren früheren Stellenwert als Renditebringer hat die Einspeisevergütung nicht mehr“, sagt auch Christian Hallerberg, Sprecher des BSW. So viel wie möglich selbst erzeugten Strom ins Netz zu drücken, sei heute meist nicht mehr die beste Wahl. Anders: Das Geschäftsmodell, allein über die staatlichen Vergütungen, Gewinn zu machen, hat ausgedient.

Wie können Solarstromer dennoch Geld verdienen?

Das neue Zauberwort für Solarstromer heißt Eigenverbrauch – also den eigenen Ökostrom vom Dach direkt im Haus zu verbrauchen. „Die Rentabilität der Anlagen kommt heute im Wesentlichen vom Eigenverbrauch“, sagt ISE-Experte Weber. Die Logik dahinter ist folgende. Eine Kilowattstunde Strom beim Energieversorger zu beziehen, kostet heute im Durchschnitt rund 29 Cent. Die Einspeisevergütungen für Solarstrom sind aber auf 12,6 Cent abgeschmolzen. Strom einzuspeisen und danach wieder teuer vom Energieversorger zu kaufen, macht also keinen Sinn.
Stattdessen lohnt sich der Eigenverbrauch – weil er den Zukauf teurer Energie vom Stromversorger vermeidet. Eine typische Dachanlage auf einem Einfamilienhaus – Leistung vier Kilowatt – kommt nach Daten der Initiative Solar-Cluster Baden Württemberg so über die Anlagenlaufzeit von 20 Jahren auf eine jährliche Rendite von „gut fünf Prozent“. Nach rund 12 Jahren hat sich die Anlage gemäß der Berechnung amortisiert. BSW-Sprecher Hallerberg nennt die Größenordnung „realistisch“. Mit exakten Renditewerten hält man sich beim BSW aber zurück, weil die Rechnung von vielen Variablen – etwa der Entwicklung der Strompreise – abhängt.

Wie kann man die Rentabilität der eigenen Solaranlage steigern?

Grob gesagt wird die Solar-Anlage rentabler, wenn es gelingt, den Anteil des selbst verbrauchten Stroms zu erhöhen. Zunächst stellt das ein Problem dar, weil nicht immer Energie im Haus benötigt wird, sobald die Sonne scheint. Den eigenen Stromverbrauch in Sonnenschein-Zeiten „zu verschieben“, wie Hallerberg es nennt, ist daher wichtig. Das geht recht einfach, etwa indem man Geräte wie Gefriertruhen, Waschmaschinen, den Geschirrspüler oder den Trockner per Zeitschaltuhr tagsüber anwirft und Nachts ruhen lässt. Zehn bis 40 Prozent der eigenen Stromerzeugung könnten so ohne Aufwand „eigenverbraucht“ werden, sagt Hallerberg. Auf ähnliche Werte kommen auch Berechnungen des Solar Clusters.

Können nicht auch Stromspeicher den Eigenverbrauch erhöhen?

Wer mehr Eigenverbrauch will, muss auf Speichertechnik zurückgreifen – und immer mehr Solaranlagenbesitzer tun dies auch. Bundesweit sind derzeit schätzungsweise 15 000 Solarspeicher installiert. Nebeneffekt: Die Zahl der Speicher-Anbieter steigt, und die Preise der Systeme fallen. Laut BSW betrug der Preisverfall 2014 rund 25 Prozent. Allerdings sind die Geräte, die etwa auf Lithium-Ionen-Technologie setzen, immer noch sehr teuer. Ein Umstand auf den Eicke Weber vom Fraunhofer ISE hinweist. Für eine kleine Hausdachanlage kostet ein entsprechender Speicher leicht einen hohen vierstelligen Eurobetrag.
„In spätestens fünf Jahren“ schätzt Weber, seien die Speichersysteme so günstig, dass sie sich für alle Anlagenbesitzer lohnen werden. In den USA ist dies schon der Fall. Dort betragen die Preise aufgrund der größeren Verbreitung mitunter nur ein Zehntel dessen, was deutsche Kunden auf den Tisch legen müssen.

Gibt es Förderung für Solarspeicher und gibt es Sicherheitsprobleme bei den Anlagen?

Seit 2013 bezuschusst die KfW-Bank des Bundes die Anschaffung einer neuen Fotovoltaik-Anlage und eines Batteriespeichers mit zinsverbilligten Krediten. Unter bestimmten Umständen werden bis zu 30 Prozent der Anschaffungskosten getragen. Altanlagen kommen nicht in den Genuss dieser Förderung. Allerdings gewährte der Gesetzgeber bis Frühjahr 2012 all jenen Solaranlagenbetreibern einen Bonus, die ihren selbst erzeugten Strom auch selbst verbrauchten. Ein Anreiz, einen Speicher einzusetzen besteht also auch hier. Immerhin erhöht die Batterie den Eigenverbrauch.
Zuletzt machten allerdings immer wieder Meldungen über Sicherheitsprobleme bei Speichern die Runde. Der BSW betont, dass ordentlich installierte Qualitätsspeicher sicher seien. Auf dieser Homepage hat der Verband dennoch eine Sicherheits-Checkliste veröffentlicht.
 

So wird die Sonnenenergie im Haus genutzt: 

 
 

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