Mehrheitlich sind sich die Befragten einig, dass es sich in der Gemeinde Winterlingen ganz gut leben lässt – acht von 14 Kategorien wurden überdurchschnittlich bewertet. Foto: Kuster

Sie teilt sich nicht nur ein Gewerbegebiet mit der Nachbargemeinde Straßberg, sondern nun auch Rang und Bewertung beim Orts-Check des Schwarzwälder Boten: Mit einem Schnitt von 6,66 Punkten landet die Gemeinde Winterlingen auf Platz acht von 25.

Dass acht von 14 Kategorien überdurchschnittlich bewertet wurden, lässt darauf schließen, dass die Teilnehmer der nicht repräsentativen Umfrage überwiegend zufrieden sind mit der Gemeinde. Ein Teilnehmer moniert, dass die Lebensqualität (6,87) ersichtlich besser sein könnte, „insbesondere, wenn man in einem Ortsteil wohnt. Die Hauptgemeinde wird bevorzugt.“

 

In welchen Aspekten Winterlingen genau Vorzug vor Benzingen und Harthausen erhalten könnte, wird allerdings nicht erwähnt. „Es wird niemand bevorzugt“, hält Bürgermeister Michael Maier auf Anfrage entgegen. Dass sich viele Aspekte in Winterlingen fokussieren, liege schlicht und ergreifend an der Entwicklung der Größe und Infrastruktur der vergangenen 50 Jahre. Aus diesem Grund sei Winterlingen laut Maier auch der namensgebender Kernort der Gesamtgemeinde.

Befragte sehnen sich nach Orten zum Verweilen

Am schlechtesten schneiden die Kategorien „Immobilienmarkt“ mit 5,64, „Gastronomie“ mit 4,48 und „ÖPNV“ mit 4,37 ab, die auch kreisweit zu den am schlechtesten bewerteten Kategorien zählen. „Mehr bezahlbare Wohnräume und bessere öffentliche Verkehrsmittel“, wünscht sich etwa ein Teilnehmer.

Ein anderer fordert eine bessere Anbindung der „Randgemeinde Winterlingen“ an die Nachbargemeinden im Kreis Sigmaringen – laut Regionalnetzplan des Verkehrsverbundes Neckar-Alb-Donau führt lediglich die Buslinie 7422 in diese Richtung. Und der Bahnhof „Straßberg-Winterlingen“ liegt mitten in Straßberg. „Ein gemütliches Café mit Tageszeitung und Illustrierten muss her, um Himmels Willen!“, fordert einer zum Thema Gastronomie und ein anderer hätte gern eine Eisdiele im Ort.

Generell scheint das Bedürfnis nach mehr Plätzen zum Verweilen hoch im Kurs zu stehen: Ein Befragter sehnt sich etwa nach Spielplätzen, die auch für Kleinkinder geeignet sind und „Sitzmöglichkeiten mit Tisch für ein Picknick“ bieten – und eventuell Kameras, um die Sicherheit dort zu gewährleisten.

Ein anderer Teilnehmer wünscht generell „mehr Ausflugsziele wie große Spielplätze“; „wir brauchen mehr Freizeitangebote für junge Erwachsene“, fordert ein anderer. Im Schnitt aber ist es um die Kategorie „Sicherheit“ (7,23) vergleichsweise gut bestellt; um „Kultur und Freizeit“ (6,42) hingegen eher unterdurchschnittlich.

Die Sauberkeit trägt in der Gemeinde den Sieg davon

In starkem Kontrast dazu steht die Kategorie „Sport und Vereine“, die mit 7,73 Punkten auf Platz Drei landet und auf ein aktives Vereinsleben schließen lässt. Einem Teilnehmer scheint die Arbeit der ehrenamtlichen Hilfsorganisationen besonders am Herzen zu liegen und er findet, dass diese mehr ins Licht gerückt werden sollten. An zweiter Stelle landet in der Kommune die „Gesundheitsversorgung“ mit 7,82 Punkten – im kommunalen Vergleich führt Winterlingen das Feld an vorderster Stelle an.

Am zufriedensten aber sind die Teilnehmer mit der Sauberkeit in ihrer Gemeinde: 8,01 Punkte vergeben sie im Schnitt für die Kategorie und liegen damit über dem kreisweiten Durchschnitt von 7,91. Im kommunalen Vergleich landet Winterlingen damit auf dem zwölften Platz.

Im März hat der Winterlinger Gemeinderat der Ersatzbeschaffung eines Holder-Fahrzeugs für rund 155 466 Euro und einer gebrauchten Saug-/Kehrkombination für etwa 23 800 Euro für den Bauhof zugestimmt. Damit scheint es aber nicht getan zu sein: „Mehr Mülltonnen, eventuell mit Hundekotbeutel-Spendern sollten aufgestellt werden“, wird in einem Kommentar gefordert.

Überdurchschnittlich abgeschnitten haben zudem die Kategorien „Familie und Kinder“ mit 7,56, „Einzelhandel“ mit 7,38, und das Seniorenangebot mit 7,04 Punkten. Unterdurchschnittlich fielen die Bewertungen für die Kategorien „Verkehr“ mit 6,55 sowie „Digitalisierung/Energie/Klima“ mit 6,16 Punkten aus.