Der große Ortscheck für die Schäferlaufstadt Wildberg steht an. Teil 1: Wildberg landet im Orts-Check im unteren Mittelfeld. Auf den ersten Plätzen sehen die Bürger die Kategorien Sauberkeit, Sport und Vereine und die Sicherheit. Doch selbst bei oberen Plätzen ist nicht jeder zufrieden.
Platz 16 von 22: Wildberg liegt nach der Bewertung von 193 Teilnehmern des Orts-Checks Kreis Calw im unteren Mittelfeld der kreisweiten Auswertung. Die Stadt teilt sich mit einem Durchschnitt von 5,63 von zehn möglichen Punkten den Platz mit der Stadt Bad Liebenzell. Der kreisweite Schnitt liegt bei 6,08 – also auch nur knapp entfernt. Dennoch bewerteten die Umfrageteilnehmer die Schäferlaufstadt teils knallhart.
Im Gespräch mit unserer Redaktion äußert sich Wildbergs Bürgermeister Ulrich Bünger zwar zu den einzelnen Kategorien des Orts-Checks, doch nicht zur Bewertung. Diese sei nicht repräsentativ für seine Stadt, da von insgesamt rund 10 500 Bürger nur 193 Teilnehmer – knapp zwei Prozent – an der Leserbefragung teilgenommen haben. Zudem fehlen für ihn einige Parameter für eine repräsentative Umfrage.
Dennoch steht die Bewertung für Wildberg fest und damit gibt es auch den Vergleich zu den anderen Kommunen. Das sind die Ergebnisse für Wildberg:
Sauberkeit
In der Umfrage landet die Kategorie „Sauberkeit“ auf Platz eins in Wildberg. Mit 7,35 von zehn möglichen Punkten eine recht gute Bewertung. Im kreisweiten Vergleich landet die Schäferlaufstadt damit allerdings nur auf Platz 18. Denn sauber ist der Landkreis wohl im Allgemeinen. „Die Stadt ist sehr sauber und es wird viel Wert auf das Ortsbild und die Traditionen gelegt“, schreibt ein Teilnehmer dazu.
„Unser Standard ist hoch“, betont Bünger. Und „auch wenn die Müllentsorgung mancher Bürger zu wünschen übrig lässt“, gebe es sogar mehrere Personen in Wildberg, die ihre Zeit ehrenamtlich für die Müllsammlung opfern und von der Stadt mit Säcken ausgestattet werden, betont er. Außerdem sei ein Mitarbeiter der Stadt stets nur für die Müllentsorgung abgestellt: Mülleimer leeren, Grillplätze, et cetera kontrollieren und aufräumen.
Auf Platz zwei wählten die Wildberger die Kategorie „Sport und Vereine“ mit 7,02. Wie auch im Gesamtergebnis landet die Stadt damit auf Platz 16 im Kreis.
Rund 120 Vereine und Organisationen bekommen laut Bürgermeister aktuell Unterstützung von der Stadt. Dazu gehöre nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch bei der Organisation der Hallen oder bei Veranstaltungen. Dazu komme, dass „wir eine der wenigen Kommunen sind, die noch eine Schwimmhalle finanzieren“, unterstreicht Bünger. Und das obwohl dieser Betrieb keinen Gewinn – eher sogar Verluste – einbringe.
Sicherheit
Die Sicherheit in Wildberg wird von den Umfrageteilnehmern hoch gehalten. Die Kategorie landet in der Stadt mit 6,31 Punkten auf Platz drei, kreisweit auf Platz 15. Sicher liegt das auch an dem eigenen Polizeiposten. Seit etwas mehr als einem Jahr hat dieser auch einen neuen Leiter, der sehr auf die Präsenz im Ort setzt. Das resultiere auch nach Befragung bei vielen in einem hohen Sicherheitsgefühl.
Familienfreundlichkeit
Mit 6,28 Punkten folgt auf Platz vier in der Schäferlaufstadt dann die Kategorie „Familienfreundlichkeit“ – kreisweit erreicht Wildberg damit nur Platz 18. In den Kommentaren bemängeln die Teilnehmer vor allem, dass Eltern und Familien in sie betreffende Planungen – wie der ÖPNV oder die Neugestaltung des Zentrums – nicht eingebunden würden.
Aber nicht nur für die Eltern ein wichtiges Thema – auch für den Bürgermeister. Immerhin investiere die Stadt jährlich rund vier Millionen Euro unter anderem für Kitas und Schulen, unterstreicht dieser. Und dann gebe es noch die Angebote der Volkshochschule, des Jugendtreffs oder der vielen Vereine. Und: Die Stadt habe sieben ehrenamtliche Familienbesucherinnen. Diese besuchen junge Familien und informieren über die verschiedenen Angebote. Für Bünger ist Wildberg also sehr familienfreundlich.
Lebensqualität
Auf Platz fünf folgt in Wildberg die Kategorie „Lebensqualität“. Mit der Bewertung der Teilnehmer von 6,26 von zehn möglichen Punkten landet Wildberg nur auf Platz 20 im kreisweiten Vergleich. Bewertet wurde dabei die Lebensqualität in der Stadt, aber auch wie beliebt die Stadt wohl aus Sicht von Außenstehenden ist.
Kultur und Freizeit
Auf Platz sechs landet in Wildberg – trotz des Schäferlaufs, Kultur im Freien und anderen Formaten im Jahr – die Kategorie „Kultur und Freizeit“. Mit 5,65 Punkten erreicht die Stadt kreisweit immerhin den 13. Platz.
In den Kommentaren werden vor allem die geschlossene Minigolfanlage und fehlende Angebote für Jugendliche erwähnt. Dazu hat Bünger zuerst einmal gute Neuigkeiten: Diesen Winter über soll die Minigolfanlage saniert und für die nächste Saison wieder verpachtet werden. Und was die Möglichkeiten für die Jugend angeht: Mehrere Male habe die Stadt Jugendbeteiligung versucht anzuregen. „Aber leider kam fast kein Jugendlicher dazu“, meint Bünger. „Das Interesse ist einfach nicht da.“