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Olympische Spiele 2020 Wer zündet in Tokio ein Feuerwerk?

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Foto: Jae C. Hong Foto: Schwarzwälder Bote

Klar – die großen Olympia-Helden aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis waren Wintersportler. Doch es bestehen durchaus Chancen, dass hiesige Cracks auch bei den Sommerspielen von Tokio (24. Juli bis 7. August 2020) für Furore sorgen.

Einer davon hat sich den 5. August ganz dick im Kalender angestrichen: Domenic Weinstein. Dann könnte der Unterbaldinger mit dem deutschen Bahnvierer im Izu Velodrome in den Kampf um die Medaillen eingreifen. "Unsere Ausgangssituation ist sehr gut. Frankreich ist bei der Bahn-WM in Berlin (26. Februar bis 1. März, Anm. d. Red.) noch unser letzter direkter Konkurrent um das Olympia-Ticket. Werden die Franzosen in Berlin Weltmeister, dann müssen wir zumindest den achten Rang schaffen. Wird Frankreich Vizeweltmeister, dann reicht uns Platz zehn", geht der 25-Jährige fest davon aus, dass er in Tokio seine – nach Rio de Janeiro – zweiten Sommerspiele bestreitet. Diesem Ziel ordnet Weinstein bei der Heim-Weltmeisterschaft sogar eine mögliche Einzelmedaille unter. "Ich sage klar, dass die Olympia-Qualifikation mit dem Vierer für mich bei diesen Titelkämpfen absolute Priorität besitzt. Wenn in Berlin alles passt, dann gehe ich auch die Einer-Verfolgung voll an. Aber es kann auch sein, dass ich in diesem Jahr kurzfristig auf diese verzichte."

Christoph Kessler hat eine schwierige Zeit hinter sich. Erst eine Hüftoperation, dann eine Entzündung im Schienbeinmuskel: Kessler hat seit Monaten kein 800-Meter-Rennen mehr bestritten. "Nun sieht es aber gut aus. Ich kann wieder trainieren", geht es für den 24-Jährigen in den kommenden Wochen darum, seine Form aufzubauen. Dabei setzt der Donaueschinger, der für die LG Reg ion Karlsruhe startet, auch auf das Trainingslager in Flagstaff. "Dort haben wir in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht", freut sich Kessler jetzt schon auf die rund vier Wochen (9. März bis 5. April) im US-Bundesstaat Arizona. Zahlreiche Strecken stehen den Läufern am Südwestrand des Colorado-Plateaus – teilweise 2100 Meter hoch – zur Verfügung. "Deshalb haben wir uns auch für Flagstaff entscheiden – und nicht für Einheiten in Südafrika", will sich der Student der Verfahrenstechnik dann optimal auf seine ersten Rennen des Jahres vorbereiten. Dies muss er auch, will er die Norm des Deutschen Leichtathletik Verbandes unterbieten. Der DLV fordert eine Zeit von 1:45,20 Minuten über die beiden Stadionrunden. "Das wird natürlich nicht einfach, aber unmöglich ist es auch nicht", betont der EM-Teilnehmer von Berlin (2018).

Bisher steht die Bestzeit des aktuellen DM-Zweiten bei 1:46,11 Minuten. "Ich hoffe, dass ich bei den ersten Rennen mit Unterstützung von Tempomachern meines Vereins Zeiten um die 1:47 Minuten laufen kann. Wenn dies klappt, dann bin ich zuversichtlich, dass ich mich danach noch weiter steigern kann", weiß Kessler aber auch, dass die deutsche Konkurrenz so stark wie selten in den vergangenen Jahren ist.

Vor allem Marc Reuther von der LG Frankfurt, der mit einer Zeit von 1:45,22 Minuten die deutsche Bestenliste im vergangenen Jahr deutlich anführte. Zudem werden die Tokio-Tickets nicht nur über die Normen, sondern auch über eine komplizierte Weltrangliste vergeben. Diese basiert auf einem Durchschnittswert der fünf besten Ergebnisse des jeweiligen Athleten während des Qualifikationszeitraums. "Und natürlich werden Diamond-League-Rennen im Vergleich zu einem Dorf-Meeting höher bewertet. Aufgrund meiner Verletzungen habe ich derzeit aber keine Chance, in die Toprennen zu kommen", weiß Kessler, dass es schwer wird, die deutschen Farben – drei DLV-Starter dürfen pro Disziplin antreten – in Japan zu vertreten. Sollte es nichts mit Tokio werden, dann will der Donaueschinger zumindest bei der EM in Paris (26. bis 30. August 2020) sein Können zeigen.

Peter Sidi könnte in Tokio seine bereits sechsten Olympischen Spielen bestreiten. "Aus Ungarn können die Sportschützen teilnehmen, die einen Quotenplatz gewonnen haben. Dies hat Peter bisher noch nicht. Er hat aber gute Chancen, bei der Luftgewehr-EM in Polen (22. Februar bis 2. März) oder dann später bei einem Qualifikationsturnier in Pilsen (18. bis 25. Mai) einen Startplatz zu holen. Es besteht zudem noch die Chance, über die Weltrangliste einen Startplatz zu erhalten. Peter ist sehr zuversichtlich, dass er in Tokio dabei ist", drückt auch Alain Guignard. der Coach der Luftgewehrschützen der SSVg Brigachtal, seinem Schützling die Daumen. Dagegen hätten die SSVg-Teamkollegen Eva Rösken und Selina Gschwandtner keine Chance mehr, auf den Tokio-Zug aufzuspringen.

Aline Rotter-Focken hat sich frühzeitig mit ihrem dritten WM-Platz im Vorjahr in Kasachstan für die ihre dann zweiten Sommerspiele qualifiziert. Die Tribergerin befindet sich seit dem Herbst 2019 bereits im Vorbereitungsmodus. Ihr EM-Start vor zehn Tagen in Rom galt für sie als einer der Härtetests. Aline Rotter-Focken holte Bronze, hatte jedoch insgeheim auf mehr gehofft. Eine Medaille soll es für sie nun auch in Tokio werden. "Wenn ich auf die Minute topfit bin, dann ist dies auch möglich. Ringen ist in Japan sehr populär. "Die Wettkämpfe sind bereits jetzt ausverkauft – die Stimmung wird sportlich-fair und großartig sein", freut sich Rotter-Focken auf ihre Auftritte. Zu 99 Prozent ist die Ringerin also dabei. Nur eine Verletzung oder Erkrankung könnte die Tribergerin stoppen.

Zudem dürfen die Beachvolleyballerinnen Karla Borger, von 2009 bis 2012 Angreiferin des TV Villingen, und Julia Sude (Stuttgart) nach aktuellem Stand auf Tokio hoffen. "Darauf ist alles ausgelegt", betonte die 31-jährige Borger schon, als sie sich im vergangenen Jahr mit der ein Jahr älteren Julia Sude zusammenschloss. Die Gewinnerinnen des World-Tour-Turniers von Quinzhou/China belegen derzeit in der Weltrangliste den 16. Platz. Jeweils 15 Tokio-Plätze werden an die bestplatzierten Teams dieser Rangliste vergeben. Dabei werden Ergebnisse der Weltmeisterschaft, der FIVB World Tour und von den Finals der kontinentalen Tour im Zeitraum vom 1. September 2018 bis 14. Juni 2020 berücksichtigt. Maximal können sich jeweils zwei Männer- und zwei Frauen-Teams aus Deutschland qualifizieren.

Auch Maximilian Vollmer hätte sportlich alle Chancen, ein Tokio-Ticket zu lösen. Doch der Marbacher Zehnkämpfer, der längst seine Zelte in Eugene (USA) aufgeschlagen hat, wird sicher nicht in Japan dabei sein. "Ich habe einen US-Pass beantragt. Deshalb darf ich nicht mehr für Deutschland starten. Und in den USA dauert es so in der Regel drei Jahre, bis der Wechsel der Staatsbürgerschaft unter Dach und Fach ist", wird der 21-Jährige in diesem Jahr nur im Trikot der Universität von Oregon sein Können zeigen. "Mein Ziel ist es aber, die sportliche Norm (8350 Punkte, Anm. d. Red.) für die Olympischen Spiele zu überbieten. Zudem möchte ich bei den US-Meisterschaften ganz vorne landen", hat der Marbacher auch schon die Sommerspiele von 2024 in Paris im Blick. "Ich bin ja noch jung", sagt der Student.

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