In den neuen Lernateliers können Schüler alleine oder in kleinen Gruppen selbstständig lernen. Bei Bedarf steht ein Lehrer bereit. Foto: Markus Reutter

Viel Geld investierte die Stadt in den vergangenen Jahren in die Sanierung des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) mit Realschule. Wie sind Lehrer und Schüler mit den neuen Räumlichkeiten zufrieden? Unsere Redaktion fragte nach.

Sturm, Jahreszeiten und das Alter haben der exponiert gelegenen Schule auf dem Bühl zugesetzt, seitdem sie 1977 dort errichtet und bezogen wurde. „Die Sanierung war notwendig“, bringt es Schulleiter Andreas Goldschmidt auf den Punkt. Die Erneuerung der Schule bot eine willkommene Chance, die Räumlichkeiten an moderne Unterrichtsformen anzupassen. Und diese Chance wurde ergriffen, freut sich Goldschmidt über die neuen Möglichkeiten.

 

Welche sind das? Ein wichtiges Element sind die Lernateliers. Das sind großzügig konzipierte Räume, die den Schülern an verteilt aufgestellten Tischen oder in an den Wänden angebrachten Nischen und Sitzmöglichkeiten erlauben, sich mit ihrer Lernaufgabe zurückzuziehen. Oder die Aufgaben auch in einer kleinen Gruppe miteinander anzugehen.

„Das ist toll“, meint eine befragte Schülerin. Da könne sie sich sogar besser konzentrieren als im Unterricht im Klassenzimmer. Wobei sie einschränkend anmerkt, wenn sich im Lernatelier mehrere Klassen aufhielten, leide wiederum die Konzentration etwas.

Klassischer Unterricht und individuelles Lernen wechseln ab

Goldschmidt verweist auf ein Plakat an der Wand, dass die Besucher des Ateliers auffordert, flüsternd miteinander zu kommunizieren, um andere Schüler nicht zu stören. Lehrer stehen bereit für Fragen und zur Betreuung.

OHG-Schulleiter Andreas Goldschmidt freut sich über die neuen Möglichkeiten nach der Sanierung. Foto: Markus Reutter

Es ist ein Miteinander von klassischem Unterricht mit einem Lehrer vor dem Klassenverband und offenem, individuellem Lernen, dass die Realschule schon länger fördert und zunehmend auch im Gymnasium praktiziert wird. Und dieses Miteinander wird im neu sanierten OHG auf beste Weise ermöglicht. Goldschmidt ist die Begeisterung anzumerken, als er einen Vertreter unserer Redaktion durch die Räume führt. „Ein Geist der guten Laune“ wehe durch die Schule, bemerkt er bei Lehrern und Schülern gleichermaßen, dass sich die neuen Gegebenheiten wohltuend auswirken und wahrgenommen werden.

Auf Fluren und Räumen gibt es immer wieder Rückzugs- und Sitzmöglichkeiten für die Schüler. Foto: Markus Reutter

Zu diesen Möglichkeiten gehören viele Details, Klassenzimmer mit Tafelwänden, die von Hand beschrieben werden können, aber mittels Beamer auch großflächige Projektionen erlauben. Schüler und Lehrer sind digital vernetzt, Arbeitspapiere können Schüler auf ihre Tablets herunterladen. Die neuen großzügig angelegten Räumlichkeiten erlauben den Schülern Bewegungsfreiheit, beispielsweise, wenn draußen das Wetter zu unwirtlich ist. Der Bewegungsfreude der Schüler kommen auch einige neu angeschaffte Sitze zugute, die mit Tretpedalen ausgestattet sind, so können die Jugendlichen, während sie mit den Lernaufgaben am Tisch ihr Gehirn trainieren, mit den Beinbewegungen ihren Körper fit halten.

Derzeit 650 Schüler

Aktuell sind es am OHG rund 650 Schüler, die sich ungefähr hälftig auf Realschule und Gymnasium verteilen. Das „Furtwanger Modell“ bezeichnet das enge Miteinander von Gymnasium und Realschule am OHG, das auch in der sanierten Schule gepflegt wird. So sind beide Schulzweige nicht getrennt auf verschiedene Gebäudekomplexe, sondern die Klassenzimmer von Realschul- und Gymnasialklassen liegen häufig nebeneinander, in den schulischen Gremien sind beide Schulzweige gemeinsam vertreten.

Lernen und gleichzeitig Sport machen. Das geht auf besonderen Sitzmöglichkeiten. Foto: Markus Reutter

Das pädagogische Konzept, dass das selbstständige Lernen der Schüler fördert, soll die Jugendlichen fit für die Herausforderungen nach der Schule machen. Der Bildungsauftrag der Schule beinhalte, Menschen und Persönlichkeiten reifen zu lassen, so Goldschmidt.