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Oberreichenbach Licht am Ende des Glasfaserkabels?

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Noch wartet die Bevölkerung in Oberreichenbach-Siehdichfür auf Glasfaserkabel, die die Verbindung zur Außenwelt schneller werden lassen. Foto: © alphaspirit – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Seit Wochen und Monaten zieht sich das Thema Glasfaser in Oberreichenbach wie ein zäher Kaugummi in die Länge. Jetzt scheint endlich Licht ans Ende des Tunnels zu kommen. Doch so restlos daran glauben will keiner – nicht mal die Bundesnetzagentur hat ein eindeutiges Datum parat.

Oberreichenbach-Siehdichfür. Mikado ist ein Spiel, das viel Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. Die Mitspieler beim Spiel "Glasfasermikado Oberreichenbach" sind zum einen die Gemeinde selbst, zum anderen das Landratsamt Calw, das mit "NSWnetz" gerne ausbauen würde. Die Mikadostäbe, die sich lange Zeit nicht bewegen ließen und so den Fortgang des Spiels ausbremsten, sind die Telekom und die Bundesnetzagentur.

Zum Verständnis ein kurzer Rückblick: Schon im vergangenen Jahr wurde im August bekannt, dass das Internet im Oberreichenbacher Orstteil Siehdichfür gewaltig lahmt. Nur vier Haushalte konnten laut Breitbandatlas des Bundes mit bis zu 50 Megabits pro Sekunde (Mbit/s) versorgt werden – der Rest des Ortes guckte in die Röhre. In der Realität kam man aber auf höchstens 25 Mbit/s. Ein Brief und E-Mail geführtes Gefecht ging mit der Telekom los, die sich erst nach zähem Ringen dazu entschied, den Kabelverzweiger (KVz) von der Vectoringliste zu nehmen und so dem Landkreis den Ausbau zu ermöglichen. Zuvor allerdings hatte das Telekomunikationsunternehmen verkündet, selbst auszubauen. Das war im September. Im November dann die Rolle rückwärts und die Telekom nahm den KVz von der Vectoringliste.

Warten auf die finale Zustimmung dauert weiter an

Um nun wieder zurück zum Anfang zu kommen: Der Mikadostab Telekom ist also nach langer Zeit mit Bedacht und ruhiger Hand sowie Überzeugungskraft vom Spielfeld entfernt worden. Doch jetzt liegt noch die Bundesnetzagentur quer über dem KVz und versperrt den Zugang.

"Wir warten noch auf die finale Zustimmung von der Bundesnetzagentur", sagt auch Bernd Land, der beim Landkreis Calw für den Breitband verantwortlich zeichnet.

Bei der Bundesnetzagentur in Bonn heißt es auf Nachfrage folgendes: "Bezüglich des Kabelverzweigers in Siehdichfür besteht seit geraumer Zeit Uneinigkeit zwischen verschiedenen Telekommunikationsunternehmen darüber, wer hier einen geschützten VDSL-Vectoringbetrieb für sich in Anspruch nehmen kann."

Etwa noch mehrere Unternehmen im Rennen um den KVz?

Also könnte neben dem Anbieter "NSWnetz" noch ein weiterer Wettbewerber mit im Boot sein – und das, obwohl die Telekom ja das Feld geräumt hat. Der Sprecher der Agentur, Michael Reifenberg, führt weiter aus: "Der Ausbau- und Betriebsschutz für VDSL-Vectoring fällt sodann demjenigen Unternehmen zu, das zuerst für den jeweiligen Kabelverzweiger eine Ausbauabsicht angezeigt hat."

Wie Oberreichenbachs Bürgermeister Karlheinz Kistner erfahren hat, sei der Antrag von "NSWnetz" zur Ausbauabsicht "schon mehrmals abgelehnt" worden. "Damals hat man ja gedacht, das wird eine Formalie", blickte Kistner zurück. Wie lange man schon mit der Behörde in Bonn wegen des KVz verhandelt, kann Kistner nicht mehr mit Sicherheit sagen: "Mindestens ein halbes Jahr", mutmaßt der Schultes und legt nach: "Ich weiß nicht, wie lange es dauern kann, einen Stempel irgendwo drunter zu setzen."

Doch ganz so einfach ist das alles wohl nicht, hört man auch von der Bundesnetzagentur: "Die Gegebenheiten des KVz in Siehdichfür sind insbesondere wegen der Leitungsführung zwischen den verschiedenen KVz in Siehdichfür und Oberreichenbach komplex." Doch der Pressemann der Bundesnetzagentur versichert glaubhaft, dass auf eine "möglichst zeitnahe Lösung" hingewirkt werde.

Rückmeldung aus Bonn soll bald eingehen und Klarheit schaffen

Seit mehreren Wochen werde zwischen seiner Agentur, dem Landratsamt Calw sowie den weiteren Parteien regelmäßiger Austausch geführt. Bisher aber mit wenig Erfolg.

Doch Anja Härtel, Pressesprecherin beim Landratsamt in Calw, hat frohe Kunde: "Wir gehen davon aus, dass das derzeit noch laufende Verfahren in unserem Sinne entschieden wird und wir bis Ende kommender Woche eine entsprechende Rückmeldung der Bundesnetzagentur erhalten." Rollen dann also schon im Februar die Bagger an in Siehdichfür? So wirklich daran glauben kann Bürgermeister Kistner nicht. Zu viel ist passiert in den vergangenen Monaten, zu viele Enttäuschungen und Vertröstungen musste der Schultes schon wegstecken – und das ohne flottes Glasfaser zu bekommen. "Wenn die Vergangenheit nicht wäre, würde ich sagen, es klappt. Aber die Vergangenheit gibt es nun mal", klagt Kistner. Berechtigte Hoffnung klingt sicher anders.

"Rückblickend war die Telekom harmloser als die Bundesnetzagentur, da hat es zwar auch lange gedauert, aber am Ende geklappt", sagt Kistner. Doch der Bürgermeister hat auch versöhnliche Worte übrig: "Wenn es klappt, dann fällt mir echt ein Stein vom Herzen. Und man muss auch den Einsatz von Bernd Land hervorheben, ohne den hätten wir es nicht geschafft." Es kann also sein, dass schlussendlich auch die Bundesnetzagentur ihr "Go" gibt – dann wäre der Weg frei. Für das Licht, um ans Ende des Glasfaserkabels nach Siehdichfür zu schießen.

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