Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Oberndorf a. N. Türe zu und Licht in den Pausen ausschalten

Von
Fachlehrer Bernard Benning (links) und die Schüler der Berufsfachschule Metall präsentieren dem Erasmus-Projektleiter Jan Huml ihren Energiespar-Vorschlag für die Werkstatt. Foto: Fahrland Foto: Schwarzwälder-Bote

Im Rahmen von "Erasmus+" führten die Beruflichen Schulen Oberndorf-Sulz (BOS) ihren ersten Energiespartag durch. Zugleich fand dieser an den fünf Partnerschulen in Belgien, Bulgarien, Frankreich, Schweden und Spanien statt.

Oberndorf. Wie kann dafür gesorgt werden, dass weniger Strom und Energie verbraucht werden und der CO2-Ausstoß gesenkt wird? Was können Schule und Schüler gegen die drohende Klimakatastrophe unternehmen? Ziel des Energiespartages war laut Schulleiterin Susanne Galla die Sensibilisierung für den bewussten Umgang mit Energieressourcen und die Motivation von Schülern und Lehrern.

Auch sie selbst habe ihre Geräte schon zu lange im Stand-By-Modus laufen lassen und Tipps von ihren Schüler zur Papiervermeidung erhalten. Pro Klasse wurden zwei Energiesparbeauftragte gewählt, die auf die Einhaltung solcher Regeln wie "Stoßlüften", "Türen zu" oder "Licht und Geräte in der Pause ausschalten" achten sollen, die als Sofortmaßnahme an jeder Klassenzimmertür hängen. Im ganzen Schulhaus waren "Tweets" verteilt – deutsch-englische Kurznachrichten zu Umwelt- und Energiesparthemen. Auch der Kaffee-Automat blieb nicht verschont. Wer bisher annahm, eine Tasse Kaffee erfordere genau eine Tasse Wasser, der erfuhr, dass zur Herstellung von einem Kilo Kaffee 21 000 Liter Wasser benötigt werden, was 140 Litern pro Tasse entspricht.

Knapp einen Monat lang haben die Erasmus-Projektleiter Jan Huml und Jennifer Heitmar den Energiespartag vorbereitet. Jede Klasse sollte sich mindestens eine Stunde dem Thema widmen. Dies setzten die Fachlehrer mit eigens vorbereiteten Inhalten im Unterricht um.

In Gemeinschaftskunde etwa ging es um die Geschichte der Klimakonferenzen, in anderen Fächern um Elektromobilität oder CO2-Einsparung in Ernährung und Konsum. Die VABO-Klasse (Vorbereitung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse) wagte sich an den Energiewortschatz, andere Klassen ans entsprechende Englischvokabular.

Die Schüler der Berufsfachschule Metall machten sich mit Lehrer Bernard Benning Gedanken darüber, welche Energiesparmaßnahmen die Schule bereits umgesetzt hat, welche Energieverbraucher es in der Werkstatt gibt, und wie der Stromverbrauch ohne Qualitätsverlust gesenkt werden kann. Sie fanden heraus, dass sich die Anschaffung von LED-Leuchtkörpern anstelle der bisherigen Leuchtstoffröhren bereits nach zehn bis zwanzig Betriebsstunden amortisiert haben wird.

Gerald Neher nahm mit den angehenden Elektronikern beim "Solarrundgang" die 1998 installierte Fotovoltaik-Anlage unter die Lupe, die mit ihren zwölf Modulen à 83 Watt rund 40 000 Betriebsstunden aufwies und seit dem Austausch des Wechselrichters 2007 9884 Kilowattstunden Strom produziert hat.

Mit den Zwölftklässlern des Wirtschaftsgymnasiums hatte Mark Stahl eine BWL-Abituraufgabe durchgearbeitet, die sich mit dem Energieverbrauch in Baden-Württemberg seit 1900 und einer Zukunftsprognose bis 2020 beschäftigte. Stellwände voller Berechnungen, Schaubilder und Lösungssätze zeugten vom Resultat. Außerdem konnten die Industriemanager von morgen am Beispiel eines Aluminiumwerkes nachvollziehen, dass sich die signifikante Reduzierung des Energie- und CO2-Verbrauchs wirtschaftlich ausgezahlt hat. Schließlich gelinge Klimawandel nur, wenn auch Industrie und Gewerbe ihre Einsparpotenziale nutzten, betonte Stahl.

Auch in den Folgejahren wird die BOS mindestens für die Dauer des Erasmus-Projekts, voraussichtlich aber auch darüber hinaus, jeweils am 13. Februar einen Energiespartag durchführen.

Das länderübergreifende Erasmus-Projekt mit Beteiligung der BOS startete im September 2016. Auf europäischer Ebene werden Beiträge zu den Themen "Energiesparen" und "Erneuerbare Energien" erarbeitet, um zur Verwirklichung der Ziele beizutragen, die die Europäische Union in der Strategie "Europa 2020" formuliert hat. Ein erstes organisatorisches Treffen der Lehrkräfte fand im vergangenen Oktober in Belgien statt. Am zweiten Treffen vom 12. bis 18. März 2017 in Bulgarien werden neben drei Lehrern auch zwei Schüler der BOS teilnehmen.

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.