Die Obere Pfleiflesbrücke in Schorrental soll saniert werden. Foto: Kirn Ingenieure

Die Obere Pfeiflesbrücke in Schorrental weist Mängel auf. Auch ein Neubau wurde deshalb angedacht.

Zwei Varianten – eine für eine Brückensanierung und eine für einen kompletten Neubau – stellte Stefan Hähnle von Kirn Ingenieure aus Pforzheim in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor.

 

Bei einer Gegenstimme sprach sich das Gremium mehrheitlich für die Sanierung der Brücke aus, allerdings muss die Zufahrt entsprechend verändert werden. Das Ingenieurbüro Kirn soll die weiteren Schritte vornehmen.

Hähnle erklärte zunächst die Ausgangssituation. „Die bestehende Brücke hat Mängel beim Überbau, die Geländer haben Schäden, und auch der Belag muss erneuert werden. Die Brücke hat ein gewisses Alter und sollte daher dringend saniert werden.“ Schwierig sei allerdings schon immer die Einfahrtssituation zum Sägewerk gewesen, der enge Kurvenradius habe oft zu Problemen bei der Einfahrt von großen Lastwagen geführt.

Radius muss größer werden

„Wir können das nur beheben, wenn wir die Zufahrtssituation durch den Bau eines indirekten Rechtsabbiegers entschärfen“, so Hähnle. Bei der Variante eins würde die bestehende Brücke einen neuen Überbau bekommen und die Zufahrt durch einen größeren Einbiegeradius vereinfacht werden.

Als zweite Variante schlug Hähnle den Abriss der bestehenden Brücke mit anschließendem Neuaufbau in leicht gedrehter Position vor. „Dann gebe es eine klassische Einmündung ohne Probleme zur Kreisstraße“, sagte er. Die Bauzeit liege bei beiden Varianten bei rund fünf Monaten. Die Kosten für die Variante eins bezifferte Hähnle mit rund 604 000 Euro brutto, für die Variante zwei müssten etwa 758 000 Euro brutto veranschlagt werden. Eine Förderung von rund 50 Prozent stellte der Planer in Aussicht. Als nächste Schritte würden nun Abstimmungen und Planungen vorgenommen sowie die Förderanträge gestellt.

Kosten im Haushalt eingeplant

Trotz der Fördermöglichkeit sei es eine Menge Geld, sagte Bürgermeister Dominic Damrath. Die Kosten seien allerdings im Haushalt eingeplant. „Ich wäre für die Variante eins, das Konstrukt unter der Brücke ist hohe Baukunst und sollte erhalten bleiben“, sagte Jochen Bier (Vereinigter Seewald). Er gab allerdings auch zu, dass aus verkehrstechnischer Sicht die zweite Variante besser sei.

„Ich sehe einen Mehrwert in der Gewölbebrücke, sonst steht doch auch alles unter Denkmalschutz“, so Martin Rebstock (VS). Auf die Nachfrage von Carmen Lehmann von der Frauenliste, wer die Zufahrt während der Bauzeit regele, brachte Damrath die Möglichkeit einer Ampelanlage ins Spiel. Stefan Hähnle erklärte zur Bauzeit, dass es sich um erste Planungen handle. Bei der Umsetzung könnte sich die Bauzeit auch noch verkürzen.

Beginn vielleicht Ende 2024

„Die Zuschusszusage muss da sein, wann können wir dann beginnen?“, fragte Rebstock. „Von unserer Seite können wir die Ausschreibungen schnell fertig machen. Allerdings wird es mit der Förderzusage und der wasserrechtlichen Genehmigung noch dauern. Realistisch halte ich es für Ende des Jahres“, so Hähnle.

Ursula Wolf (Frauenliste) fragte, ob das Gewölbe der Brücke auch saniert werden müsse. „Nein, die Brücke hat eine Tragplatte, die die Last abfängt“, so der Experte. Das Gewölbe sei dann nur eine optische Sache. Auf eine Frage von Mathias Schaible (VS) erklärte Hähnle, dass beide Varianten bei Hochwasser kein Problem darstellen würden, nach den aktuellen Berechnungen sei der Durchfluss ausreichend.