Matthieu Wölper will Oberbürgermeister von Freudenstadt werden. Foto: Wölper

Und noch ein Kandidat wagt sich aus der Deckung: Matthieu Wölper will Oberbürgermeister in Freudenstadt werden, wie er nun bekannt gegeben hat. Derzeit arbeitet Wölper in der deutschen Botschaft in Paris.

Matthieu Wölper (42) kandidiert bei der Oberbürgermeisterwahl in seiner früheren Heimat Freudenstadt. Als Diplom-Politologe hat er in den letzten Jahren in der Deutschen Botschaft in Paris internationale berufliche Erfahrungen gesammelt. Obwohl Matthieu Wölper seine frühere Heimat Freudenstadt nach dem Abitur wegen seines Studiums verlassen hat, hat er noch immer viele Verbindungen nach Freudenstadt. Die Familie, die Verwandtschaft und auch viele seiner Freunde leben hier.

 

Wölper hat sich nun dazu entschlossen, bei der Oberbürgermeisterwahl am 14. April zu kandidieren, um Osswalds Nachfolge anzutreten. Seine Bewerbung hat er am vergangenen Sonntag eingeworfen. „Nach über 20 Jahren im In- und Ausland möchte ich die Zukunft meiner Heimatstadt nun aktiv politisch mitgestalten“, sagt er dazu. Wölper ist überzeugt, dass ihm seine bisherigen beruflichen Erfahrungen bei diesem Amt von großem Nutzen sein werden. Er freue sich auf die Herausforderung.

Nach dem Abitur an der Eduard-Spranger-Schule hatte er zunächst seinen Zivildienst abgeleistet und danach an der Universität Augsburg Geschichts- und Politikwissenschaften sowie Staat- und Völkerrecht studiert. An der Ludwig-Maximilians-Universität in München hat er seinen Abschluss als Diplom-Politologe gemacht.

Im diplomatischen Dienst und im Bundestag

Erste berufliche Erfahrungen hat Wölper, der aufgrund seiner französischen Mutter zweisprachig aufgewachsen ist, an einer deutschen Vertretung in Frankreich sowie im Deutschen Bundestag gesammelt. Anschließend ging es in die freie Wirtschaft, wo er sowohl in Paris als auch in Berlin als Geschäftsführer und Manager im Bereich Produktdatenmarketing tätig gewesen ist.

Seit zehn Jahren arbeitet er bei der deutschen Botschaft in Paris. Aktuell ist er dort als Büroleiter des Gesandten der Wirtschaftsabteilung tätig, davor war er in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und im Protokollreferat der politischen Abteilung beschäftigt. Seit acht Jahren engagiert sich Wölper darüber hinaus im Personalrat. „Die Zusammenarbeit mit den Bundesministerien, der französischen Regierung und allen relevanten Akteuren im deutsch-französischen Kontext gehören deshalb zu meinem Alltagsgeschäft“, sagt er.

Die Entscheidung, jetzt in Freudenstadt zu kandidieren, habe er gemeinsam mit seiner Familie – zu dieser gehört auch Wölpers neunjähriger Sohn – und seiner britischen Lebensgefährtin gefällt. Den Freudenstädtern ist der Name Wölper bisher vor allem wegen des früher gleichnamigen Friseurgeschäfts (heute „Hair and Soul“) ein Begriff. Das Geschäft ist seit mehr als 100 Jahren im Besitz der Familie. Wölper hat dort früher selbst schon an der Kasse ausgeholfen. Der Handel und auch das Handwerk seien ihm schon aufgrund dieser Familientradition nicht fremd, betont er.

Die dauerhafte Rückkehr nach Freudenstadt wäre für Wölper nach eigenem Bekunden mehr als nur das Resultat einer beruflichen oder politischen Entscheidung. „Es wäre mein großer Wunsch und ein emotionales Bekenntnis zu dieser Gemeinschaft, die mir viel bedeutet.“ Wichtig ist ihm zu betonen, dass er sich als unabhängiger Kandidat zur Wahl stellt und, dass er auch nur in Freudenstadt und nirgendwo sonst je kandidieren wird. „Eine andere Stadt kam und kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte zurückkommen, um zu bleiben“, sagt er dazu.

Wölpers Intention bei erfolgreicher Kandidatur sei es, möglichst überparteilich Konsens zu erzielen und die Stadt mit einer rational-pragmatischen Politik nach vorne zu bringen.