Wir haben die Rottweiler dazu aufgerufen, uns Fragen an die OB-Kandidaten zu schicken. Heute nehmen die Bewerber für die Wahl am 25. September zum ÖPNV und den Radverbindungen Stellung.
Rottweil - Nicht nur der Autoverkehr – auch öffentliche Nahverkehr im Speziellen ist ein Dauerthema in Rottweil. Martin Rieger fragt deshalb die Kandidaten: "Was sind Ihre Pläne, um die Teilgemeinden mittels ÖPNV und Radwegen besser an die Kernstadt anzubinden?"
Simon Busch
"Die Anbindung der Teilorte an die Kernstadt ist nicht nur für die vielen Menschen wichtig, die in der Kernstadt arbeiten, zur Schule gehen oder Dinge erledigen müssen. Sie ist auch für Freizeitangebote, Einzelhandel und Gastronomie notwendig, damit nicht auf alternative Möglichkeiten in anderen Städten ausgewichen wird. Der ÖPNV muss auch für Ältere, Mobilitätseingeschränkte und Menschen, die schlichtweg eine Wahlfreiheit bei ihrer Art der Fortbewegung haben möchten, weiter ausgebaut werden. Ein Beispiel für eine bessere Rad-Anbindung wäre ein direkter Radweg zwischen Neukirch und Rottweil, der vielen Bürgern einen Mehrwert bieten würde."
Christian Ruf
"Wir müssen den bestehenden Entwurf des Radwegekonzeptes rasch konkretisieren, und dann vor allem auch zügig Schritt für Schritt umsetzen. Dabei ist die Anbindung der Stadt- und Ortsteile wesentlicher Baustein. Beim ÖPNV sind intensive Gespräche mit dem Betreiber der Stadtbuslinien erforderlich, um das Angebot besser an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Hier sehe ich Optimierungspotenzial. Durch On-Demand-Lösungen können auch zeitliche Randbereiche besser abgedeckt werden."
Kai Jehle-Mungenast
"Damit die Mobilitätswende gelingen kann, braucht es überzeugende Alternativen zum Pkw. Die Busse müssen dann fahren, wenn die Menschen unterwegs sein müssen oder wollen. Darum will ich, dass man auch nach 20 Uhr von der Kernstadt in die Teilorte kommt. Der Fahrplan muss besser abgestimmt sein, um Umstiegszeiten kurz zu halten. Eine zusätzliche Idee können Mitfahrbänkle darstellen. Radfahren ist nur interessant, wenn man gut zum Ziel kommt und sich dabei sicher fühlt. Die Bedarfsstreifen, die es bei uns oft in der Stadt und auf den Verbindungsstraßen zu den Teilorten gibt, müssen durch ein kluges Netz aus richtigen Fahrspuren für Fahrräder und Fahrradstraßen ersetzt werden. Schon lange liegt ein Radwegekonzept von der Verwaltung vor. Die Umsetzung geht aber nicht voran."
Joachim Bloch
"An schönen Tagen nutze ich gerne mein Rennrad für die Fahrt zum vier Kilometer entfernten Postfach. Ich plädiere dafür, bevorzugt in allwettertaugliche Lösungen zu investieren. Im ländlichen Raum führt kein Weg am eignen Auto vorbei. Denken sie an zahlreiche Beruf mit Schichtarbeit."