Bürgermeister Alfons Kühlwein, DRK-Ortsvereinsvorsitzender Gerhard Dett, Clara Decker- Haßdenteufel und WolfgangDieter (von links) präsentieren den Defibrillator. Foto: Hager

Geräte werden in der Mehrzweckhalle und im Schwimmbad stationiert. Künftig können Ersthelfer schnell Hilfe leisten.

Nusplingen - Dienstabend der etwas anderen Art: Die DRK-Mitglieder des Nusplinger Ortsvereins mit ihrem Vorsitzenden Gerhard Dett haben in die Festhalle zu einer Informationsveranstaltung über den neuen Defibrillator eingeladen. Rund 70 Interessierte folgten dem Aufruf "Einfach Leben retten" und übten mit dem Defibrillator, der bereits seinen Platz im Küchenanbau gefunden hat. Bürgermeister Alfons Kühlwein informierte bei der Begrüßung, der Gemeinderat habe bereits vergangenes Jahr beschlossen, einen "Automatisierten Externen Defibrillator" (AED) zu beschaffen und technisch anzubinden, um die Initiative der Rotkreuzler zu unterstützen. Er zeigte sich daher erfreut, dass sich für ein weiteres Gerät mit dem Baugeschäft Decker bereits ein Sponsor gefunden habe. Mit drei bis vier Geräten wäre Nusplingen sicher aufgestellt.

In seinem Vortrag zum plötzlichen Herztod erläuterte Wolfgang Dieter, wie wichtig schnelle Hilfe ist. Er ist Initiator der erfolgreichen Aktion in Burladingen, wo bereits ein Großteil der Ortsteile mit solchen Geräten ausgestattet ist und rund 900 Bürger in deren Anwendung geschult wurden. "Sie können nur eines falsch machen: nicht helfen!" Das waren deutliche Worte, die dazu ermutigen, zu handeln. Schließlich sterben nach Dieters Angaben in Deutschland täglich 350 Menschen am plötzlichen Herztod. Erleide ein Mensch einen plötzlich eintretenden Kreislaufstillstand, dann zähle jede Sekunde.

Wiederbelebung muss sehr schnell beginnen

In diesem Fall solle man sofort Hilfe herbeirufen und unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. In der Minute 30 Mal den Brustkorb der leblosen Person kräftig und gleichmäßig mit dem Handballen niederdrücken, das koste viel Kraft. Auch deshalb sei es gut, wenn man jemanden zu Hilfe gerufen habe.

So sei es möglich, sich bei der Wiederbelebung abzuwechseln, und vor allem könne der zweite Helfer den Notarzt rufen. Ohne Herzdruckmassage würde der Patient laut Dieter dauerhafte neurologische Schäden davontragen, selbst wenn man sein Herz später wieder zum Schlagen brächte. Denn in der Zwischenzeit würden Gehirn und Organe nicht mit Sauerstoff versorgt, so der erfahrene DRK-Ausbilder. Selbst wenn man aus irgendwelchen Gründen vor einer Mund-zu-Mund-Beatmung zwei Mal in der Minute zurückschrecke, hilft laut Fachmann die Herzdruckmassage, um den im Patienten verbliebenen Sauerstoff durch den Körper zu transportieren. Nun müsse aber auch so schnell wie möglich das Herz wieder in den richtigen Rhythmus gebracht werden. Und das gehe eigentlich nur mit Hilfe eines Defibrillators. Denn mit jeder verzögerten Minute sinke die Überlebenschance der Person um sieben bis zehn Prozent.

Im Anschluss an den Vortrag von Dieter und Erläuterungen zur DRK-Bereitschaft Nusplingen durch Gerhard Dett durften die Besucher selbst ausprobieren, wie einfach der Umgang mit einem Defibrillator ist. Der Elektroschock wird nur dann ausgelöst, wenn er wirklich notwendig ist. Welche Schritte zu tun sind, abgesehen von der lebensrettenden Herz-Lungen-Wiederbelebung, sagt das Gerät dem Nutzer Schritt für Schritt an. Zwei weitere Informationsveranstaltungen sollen folgen, eine davon voraussichtlich in Heidenstadt.

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