Die Bunker-Ruinen im Wald locken immer wieder Geschichtsenthusiasten an. Dabei ist das Gebiet nicht ungefährlich. Foto: Beyer

Der Fund von fünf Wurfgranaten sorgte am Mittwoch auf dem Gebiet des früheren Führerhauptquartiers "Tannenberg" im Bereich der Alexanderschanze für einen Einsatz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes.

Schwarzwaldhochstraße - Der Ort der Entdeckung lag laut Angaben der Polizei in der Nähe der Alexanderschanze und knapp 200 Meter von der Bundesstraße 500 entfernt. Die Granaten wurden von einem Hobbysondengänger entdeckt, der, wie das Regierungspräsidium Stuttgart auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, illegal mit einem Metalldetektor die ehemalige Bunkeranlage abgesucht hat.

Noch mit Zünder bestückt

Nachdem dieser die Polizei gerufen hatte, rückte der Kampfmittelräumdienst an und beseitigte umgehend die Wurfgranaten. Es handelte sich dabei um 60-Millimeter-Wurfgranaten der US-Streitkräfte aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Munition war jeweils mit 200 Gramm Sprengstoff befüllt.

Vier der beseitigten Granaten waren noch mit dem gesicherten Zünder bestückt. Nur bei einer war der Zünder nicht mehr vorhanden. Die gefundenen Kriegsmittel steckten circa zehn Zentimeter tief im Waldboden.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst brachte die Granaten zur Dienststelle nach Sindelfingen. Durch den relativ abgelegenen Fundort gab es laut Regierungspräsidium weder Verkehrsbehinderungen noch bestand zu irgendeinem Zeitpunkt erhöhte Gefahr für die Bevölkerung. Jedoch schließt sich dabei die Frage an, wie sicher das Gebiet rund um das ehemalige Führerhauptquartier ist. Zwar liegt das Areal im Nationalpark Schwarzwald und das Betreten ist verboten. Doch wagen sich immer wieder Personen in das Gebiet, was auch durch mehrere Rezensionen im Internet ersichtlich wird.

Möglicherweise noch scharfen Blindgänger

Neben dem berühmtesten Führerhauptquartier, der "Wolfschanze", diente der "Tannenberg" im Jahr 1940 Adolf Hitler als Befehlszentrale. Große Teile der Anlage wurden nach dem Krieg zerstört. Jedoch sind auch noch heute, knapp 76 Jahre nach Kriegsende, die Ruinen gut zu erkennen.

Besonders die Menge der möglicherweise noch scharfen Blindgänger verursacht nach dem Fund Bauchschmerzen, ist doch nicht auszuschließen, dass auch Familien das Areal nutzen, um Ausflüge zu unternehmen und Kindern Fragmente aus der Vergangenheit zu zeigen.

Auch das Regierungspräsidium Stuttgart gab zu, dass in diesem Gebiet immer mit Munitionsfunden zu rechnen sei.

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