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Neuweiler Viele Hinweise auf Wallfahrtskirche

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Wie schon in Neuweiler, wo das Foto entstand, wurde auch der Vorstellungsabend in Breitenberg interessant von Jeff Klotz (links) gestaltet und von Pfarrer Tobias Lehmann eröffnet und geschlossen.Fotos: Schabert Foto: Schwarzwälder Bote

Der Kirchenführer für Neuweiler ist nach Corona-Verzögerungen endlich fertig. Jetzt hat der Historiker Jeff Klotz das Werk in der Kirche Breitenberg vorgestellt. Trotz Corona kamen einige Zuhörer in das Gotteshaus, das einst wohl Wallfahrtskirche war.

Neuweiler-Breitenberg. "Bewusst sind meine Bücher nicht aufgebaut wie eine Führung, sondern erläutern die Geschichte der Gotteshäuser", erklärte Jeff Klotz in der Kirche von Breitenberg als Hauptautor zum Auftakt der zweiten Vorstellung des Bandes "Die evangelischen Kirchen in Neuweiler". Mit dieser erläuterte er im Vergleich zur Vorwoche in Neuweiler ein neues Stück Historie.

Trotz drückender Sommerhitze konnten im Kirchenschiff 20 und auf der Empore weitere Besucher – in corona-gemäßem Abstand verteilt – gezählt werden, als Pfarrer Tobias Lehmann die Runde wieder mit einer "Liebeserklärung an das Haus Gottes" eröffnete. Bei den Pfarrämtern und der bürgerlichen Gemeinde Neuweiler sowie im Buchhandel ist das 84-seitige, bunt bebilderte Buch zum Preis von 15 Euro erhältlich.

Zum Aufbau der Publikation unterstrich Klotz, dass diese insbesondere auch das Verbindende der Waldgemeinden aufzeige.

Im elften Jahrhundert, entstanden durch die Adeligen, seien "Ausgründungen" erfolgt, wenn die Zahl von etwa 150 Einwohnern im Dorf einmal überschritten gewesen sei. Zu den adeligen Gründern blieben Abhängigkeiten erhalten, zumal wenn keine Kirche vorhanden gewesen sei. Lange seien Kirche und Gemeinde eine Einheit geblieben. Das Breitenberger Gotteshaus habe ungefähr einmal ausgesehen wie das Oberkollwanger. Es handle sich um Chorturm-Kirchen mit angeschlossenem Langhaus.

Beider Ausbau, der auf das 14. Jahrhundert zu datieren sei, korrespondiere mit dem von Effringen, das die Mutterkirche für Breitenberg und Oberkollwangen südlich des Angelbachs vor Gründung einer eigenen Pfarrei war. 1495 angestrebt habe man sich 1512 von dieser und Altburg im Norden des die Bistumsgrenze bildenden Angelbachs lösen können. Eine Erneuerung sei in Breitenberg, wie auch der Stein mit dem Datum 9. Oktober 1935 im Inneren vermittle, im Heimatstil der 1930er-Jahre erfolgt. Bei dem Termin handle es sich nicht um die Einweihung, sondern wie in jener Zeit üblich den Baubeginn. An- und Umbauten sowie Renovierungsarbeiten und die Neugestaltung des Vorplatzes gehen auf das Jahr 1986 zurück.

In Oberkollwangen hat sich laut Klotz die Grundform der Chorturmkirche weitgehend erhalten. Die Weihe "der Heiligen Katharina, der Heiligen Barbara und den Zwölf Aposteln" sei sehr ungewöhnlich. Dieses Mehrfachpatrozinium deute auf eine Wallfahrtskirche hin.

Grundgestaltung des 17. Jahrhunderts

Weiter sei etwas Besonderes, dass das Gotteshaus ab 1525 als Liebfrauenkirche in Urkunden erscheine. Dies zeige auf eine sehr frühe Einführung der Reformation. Baulich sei in Oberkollwangen eine Ortskirche in der Grundgestaltung des 17./18. Jahrhunderts erhalten, unterstrich Klotz mit offensichtlicher Begeisterung.

Nach einer Fragerunde schloss Pfarrer Lehmann den Abend mit dem Wallfahrtspsalm "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen". Damit war aber das Austausch- und Informationsangebot noch nicht beendet. Mancher stellte im Einzelgespräch Klotz noch eine Frage oder kaufte bei Mesnerin Johanna Greule gleich das neue Buch.

Aus Sulz angereist waren Heide Dittus und Timo Roller. Sie knüpften Kontakt mit dem Kirchenbau-Historiker, weil sie zur laufenden Renovierung der Kirche in Sulz gerne dessen Rat hätten. Ein Ortstermin im August wurde spontan vereinbart. Auch über eine Zusammenarbeit sonst mit dem Verlag von Klotz denken er und Roller nach. Der Sulzer betreibt den kleinen, gemeinnützigen Morija-Verlag.

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