Seit November 2020 hat Henry Seeger vielfältige Aufgaben bei der TSG Balingen zu erledigen. Foto: TSG Balingen

Fußball: Regionalligist hat eine "Vision 2030". Ein Baustein ist der Aufbau der "TSG-Akademie".

Seit dem 1. November beschäftigt der Regionalligist TSG Balingen mit Henry Seeger wieder einen hauptamtlichen Jugendkoordinator. Sein Arbeitsalltag ist abwechslungsreich. Im Zuge der Professionalisierung ist der zukünftige Aufbau einer "TSG-Akademie" - vergleichbar mit dem Nachwuchsleistungszentrum eines Proficlubs - eine seiner Hauptaufgaben.

Henry Seegers Heimatverein ist der SV Wittendorf. In der B-Jugend folgte dann der Wechsel zur TSG Balingen, später ging es wieder zurück in die Landesliga. Jetzt bietet sich ihm eine besondere Chance. 

Ein Traum geht in Erfüllung

Für den 23-Jährigen ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Schon immer wollte er gerne im Bereich Sport - und im Speziellen im Fußball - sein Geld verdienen. Nach erfolgreich abgeschlossenem Bachelor-Studium BWL mit Schwerpunkt Sportmanagement war es für den ehemaligen Jugendspieler der Kicker von der Eyach dann so weit. Die TSG Balingen suchte einen neuen Hauptverantwortlichen für die Jugendarbeit und Seegers Bewerbung im Rahmen eines dualen Masterstudiums war erfolgreich. Der Kontakt zwischen ihm und den Verantwortlichen der TSG Balingen war nie abgerissen und nun ist die TSG sein Arbeitgeber.

Ein typischer Arbeitstag

Henry Seeger hat eine 35-Stunden-Woche bei der TSG Balingen. Ein typischer Arbeitstag beginnt für ihn mit ein, zwei Stunden Lernen - sein Masterstudium in BWL macht der 23-Jährige berufsbegleitend als Fernstudium. Gegen 9.30 Uhr geht es ins Büro. Seinen Arbeitsplatz hat er in der Geschäftsstelle in der Bizerba Arena. E-Mails werden abgearbeitet, der telefonische Kontakt ist genauso wichtig wie anstehende Zoom-Meetings. Auch Anfragen für Probetrainings landen bei ihm. "Wenn wieder Spielbetrieb herrscht, dann werde ich als Ansprechpartner für Spieler und Trainer täglich länger hier sein, da sich dann vieles in den Abendstunden abspielt", berichtet der neue Jugendkoordinator. 

Verein hat eine "Vision 2030"

Seit seinem Dienstantritt am 1. November 2020 hat er bereits viele Gespräche mit Trainern, Spielern und Verantwortlichen geführt.  "Erstmal denkt man, es ist kaum was zu tun wegen der Corona-Situation, weil ja kein Trainings- und Spielbetrieb im Jugendbereich ist, aber das ist nicht so. Ich habe gerade sehr viel mit der Planung gerade auch im Hinblick auf die 'Vision 2030' zu tun", so Seeger. Neue Projekte werden angestoßen. Eingeführt werden sollen auch Trainerworkshops beziehungsweise Trainerfortbildungen, die intern zu bestimmten Themen stattfinden sollen.

Ansprechpartner in Sachen Fußball

Regelmäßig hält Seeger Trainerkonferenzen ab. Er zeigt den Spielern, die der Jugend entwachsen, Perspektiven bei der TSG Balingen auf. Seeger ist für die administrativen Tätigkeiten zuständig, doch auch im Bereich Scouting bringt er sich ein. "Bei uns in den höheren Jugenden spielen Spieler aus Kirchheim unter Teck, aus Tübingen oder Empfingen oder Freudenstadt. Unser Ziel wird es in Zukunft sein, dass die Regionalität wieder mehr in den Vordergrund rückt. Wir wollen für alle im Zollernalbkreis der Ansprechpartner in Sachen Fußball sein", sagt Seeger.

"TSG-Akademie" soll kommen

Die "TSG-Akademie" ist eine Idee, die in näherer Zukunft realisiert werden soll. "Ähnlich wie bei einem Nachwuchsleistungszentrum soll die 'TSG-Akademie' die Punkte Leistungsfußball, Fußballschule, die Fußballcamps aber auch Themen wie Bildung und Soziales und Wertevermittlung zusammenführen", so Seeger. "Das wollen wir alles in ein Paket packen." Ziel des Vereins ist es, eine Akademie zu schaffen, in welcher die Jugendspieler der TSG Balingen von den Bambinis bis in die erste Mannschaft eine umfassende und nachhaltige Ausbildungskonzeption durchlaufen.

Schwierige Situation für Nachwuchskicker

Sportlich kann sich Henry Seeger sehr gut in die aktuell schwierige Situationen der Nachwuchskicker hineinversetzen. Als aktiver Spieler steht er im Kader des SV Wittendorf und so langsam zittern die Beine, da will man wieder auf den Platz, das gehe den Balinger Jugendspielern genauso. Die jeweiligen Trainer seien wöchentlich mit den Spielern aller Altersklassen in Kontakt und hätten ein offenes Ohr für deren Sorgen und Nöte im Lockdown, erzählt der neue Jugendkoordinator. 

Zukunft der TSG Balingen gestalten

Bei Heimspielen der ersten Mannschaft ist Henry Seeger auch bei der Aufbereitung und Nachbereitung mit dabei. Perspektivisch soll der Jugendkoordinator noch Unterstützung im Bereich des Sportlichen bekommen, sein Schwerpunkt liegt auf dem Organisatorischen. Das ist der Kernbereich des Berufseinsteigers. Die "Vision 2030" ist am Anfang der Planung und vieles wird sich noch entwickeln müssen. Nun gilt es, die Zukunft zu gestalten. Und Henry Seeger ist froh, Teil dieses Projekts zu sein. 

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