Kanzlerin Andrea Linke, Studiendekanin Maja Temerinac-Ott, Rektorin Alexandra Bormann, Studiendekan Gerrit Horstmeier und Studiendekan Richard Zahoransky freuen sich über das neue Angebot an Studiengängen, mit dem die Hochschule in das nächste Wintersemester startet. Foto: Simone Neß

Die Hochschule Furtwangen (HFU) richtet sich zukunftsfähig aus und will ihre Profile stärken. Auf die aktuellen Entwicklungen reagiert die Hochschule mit neuen Studiengängen, die jungen Menschen beste Karrierechancen bieten sollen.

Große Visionen hat Rektorin Alexandra Bormann für die Hochschule Furtwangen. Seit 1. März hat sie die Fäden in der Hand und möchte gemeinsam mit Kanzlerin Andrea Linke und dem Rektorat die Hochschule noch zukunftsfähiger ausrichten.

 

Das macht die Hochschule Furtwangen aus Die HFU habe bundesweit eine hohe Reputation und stehe für eine hohe Qualität der Lehre, betont Bormann. In Baden-Württemberg sei sie zudem die stärkste Hochschule im Bereich Gesundheit. Darüber hinaus stehe sie für ein hohes Maß an Anwendungsorientierung, wie Linke ergänzt und macht damit Studierende fit für den direkten Einstieg in den Arbeitsmarkt. „An der HFU lernt man denken“, sagt Bormann. 83 Prozent der Studierenden an der HFU kommen aus Baden-Württemberg, 17 Prozent stoßen aus dem restlichen Bundesgebiet und aus dem Ausland dazu.

Hochschule Furtwangen hat viel vor

Herausforderungen und Ziele der HFU Dennoch sieht sich auch die HFU, wie auch andere Hochschulen in Deutschland, mit Herausforderungen konfrontiert. Deutschlandweit würden die Studierendenzahlen sinken, da spiele auch die Altersentwicklung mit rein, erläutert die Rektorin. Zudem befinde sich die Hochschule derzeit in einem Strukturprozess und will die Standorte noch stärker komplementär verbinden. Heißt: Jeder einzelne Standort soll gestärkt werden und gleichzeitig ein Doppelangebot vermieden werden. Bisher habe man an unterschiedlichen Hochschulstandorten zum Teil auch Ähnliches angeboten.

Darüber hinaus plane die HFU noch stärker mit der Industrie zu kooperieren und die eigenen Profile zu stärken. Wichtiges Profil ist dabei nach wie vor Gesundheit, aber auch im Bereich Juristik und Gesellschaftswissenschaften will die Hochschule weiter voran kommen.

Als Flächenhochschule spielt für die HFU Mobilität eine große Rolle. Die Standorte erstrecken sich von Freiburg bis nach Tuttlingen, doch in Sachen Mobilität sieht die HFU noch Handlungsbedarf. Bormann und Linke schwebt beispielsweise die Einführung eines E-Shuttles vor, um Studierende vom Bahnhof in Villingen nach Schwenningen zu befördern. Zwar gebe es auch den Ringzug, doch der würde von der Taktung nicht passen. „Da kann man noch Dynamik reinbringen“, ist Linke überzeugt.

Diese Zukunftsfähigkeit der Hochschule spiegelt sich auch in den neuen Bachelor-Studiengängen wieder, die zum Wintersemester 2024 starten.

Neue Studiengänge am Schwenninger Campus

International Engineering (IEB) Mit International Engineering startet zum Wintersemester ein Studiengang am Campus Schwenningen, der komplett auf Englisch angeboten wird. Der Studiengang kombiniert Technik, Wirtschaft und Sprache, wobei der Schwerpunkt auf Technik liegt, wie Dekan Gunter Ketterer erläutert. Gewählt werden kann im Hauptstudium zwischen Maschinenbau und Medizintechnik, wobei bei letzterem auch gute Deutschkenntnisse erforderlich sind. Der Dekan hofft auch, durch dieses Angebot den Frauenanteil im Bereich Technik erhöhen zu können.

Angewandtes Wirtschaftsrecht (AWR) Eine praxisbezogene Alternative zum Jurastudium soll künftig der bilinguale Studiengang Angewandtes Wirtschaftsrecht darstellen. Durch eine praxisnahe und anwendungsorientierte Lehre, sollen Studierende für Herausforderungen in Unternehmen fit gemacht werden, erläutert Studiendekan Gerrit Horstmeier. Dabei setzt er auf kleine Gruppen, die individuelle Betreuung möglich machen, einen hohen Praxisanteil und Real-Life-Cases. Der Studiengang sei so gestaltet, „wie er ihn selbst gern besucht hätte“, verrät Horstmeier. Gelehrt wird dieser am Campus in Schwenningen.

Neue Studiengänge im Bereich Informatik

Künstliche Intelligenz und Robotik (KIR) Spätestens mit ChatGPT ist Künstliche Intelligenz allgegenwärtig. Diesen Entwicklungen versucht die HFU mit dem Studiengang Künstliche Intelligenz und Robotik gerecht zu werden. Dabei setzt sich der Studiengang jeweils zu einem Drittel aus Informatik, Künstlicher Intelligenz und Robotertechnik zusammen. Bereits in Vergangenheit hat Studiendekanin Maja Temerinac-Ott festgestellt, dass Künstliche Intelligenz auf großes Interesse in der breiten Masse stößt – und die Hörsäle füllt. Nun lässt Temerinac-Ott, die selbst im Bereich Künstlicher Intelligenz geforscht hat, ihre eigene Forschungsexpertise in den neuen Studiengang einfließen. Dieser wird am Campus in Furtwangen stattfinden.

IT-Sicherheit und Cyber Security (ITS) Der Schutz vor Hackern, Schadsoftware und Sabotage ist eine zentrale Herausforderung, der sich Unternehmen jetzt und in Zukunft stellen müssen. Die HFU ist selbst im vergangenen Jahr Opfer eines Hackerangriffs geworden. Nun will sie mit dem Studiengang IT-Sicherheit und Cyber-Security junge Menschen zu IT-Sicherheitsexperten ausbilden, die aktuell stark nachgefragt werden. „Im Schnitt entstehen 1,8 Millionen Euro Schaden durch einen Hackerangriff“, verdeutlicht Studiendekan Richard Zahoransky die Relevanz der Thematik. Kompetenzfelder des Studiengangs sind Informatik, IT-Sicherheit und Digitale Forensik. Der Studiengang wird am Campus in Furtwangen stattfinden.

Bewerbung

Zeitraum
Am Montag, 29. April, startet die Bewerbungsphase für ein Studium an der HFU mit Start im Wintersemester. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli. Weitere Informationen gibt es unter www.hs-furtwangen.de/zukunft-studieren/bewerbung.