Der evangelische Diakonissenverein Siloah will in Schömbergs Neuer Mitte gleich neben der Kindertagesstätte am Eulenbächle ein Pflegeheim bauen. Lange war in der Öffentlichkeit darüber nichts zu hören. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.
Das Projekt hat eine lange Vorgeschichte. Es hat bereits einige Zeit gedauert, bis Siloah überhaupt das entsprechende Grundstück kaufen durfte. Auch die Corona-Krise hat die Pläne des Diakonissenvereins durcheinandergebracht.
Ersten Plänen von Siloah stand der Gemeinderat von Schömberg zudem skeptisch gegenüber. Kritischen Stimmen im Gremium war der Entwurf zu massiv. Sie befürchteten ein Schattenloch zur Kindertagesstätte hin.
Pläne überarbeitet
Siloah ließ die Pläne überarbeiten. Die Folge war, dass die Zahl der Pflegeplätze von 90 auf 60 schrumpfte. Zwischen 14 und 15 Metern hoch soll das Gebäude nun werden, sagte Siloah-Geschäftsführer Ulrich Schulze bei einem Pressegespräch im April. Geplant sind zudem 15 betreute Wohneinheiten und eine Tagespflege. In einer Tiefgarage sollen rund 40 Stellplätze hauptsächlich für Mitarbeiter entstehen. Schulze prognostizierte seinerzeit bis zu 70 Arbeitsplätze für die Glücksgemeinde. Die Kosten sollten bei rund 20 Millionen Euro liegen und das Pflegeheim in zwei Jahren stehen.
Dann wurde es wieder ruhig um das Projekt. Hinter den Kulissen ging die Arbeit aber weiter. In dieser Woche nun hat Siloah Unterlagen an die Gemeinde Schömberg geschickt, berichtete Ljerka Pap, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Siloah, auf Nachfrage unserer Redaktion. „Es ist noch nicht der Bauantrag“, schrieb Pap in einer E-Mail. Es sei zunächst der Antrag für eine Änderung des Bebauungsplanes eingereicht worden, berichtete sie. Dabei gehe es um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Sanierungsgebiet Schömberg Neue Mitte. „Der Bauantrag erfolgt dann nach Rechtskraft des neuen Bebauungsplans“, schrieb Pap.
„wichtiges Puzzlestück der Neuen Mitte“
Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn zeigte sich bei der Pressekonferenz mit Siloah-Geschäftsführer Schulze im April begeistert von dem Vorhaben. Man sei „erleichtert und dankbar“, sagte der Rathauschef. Das Siloah-Pflegeheim sei stets ein „wichtiges Puzzlestück der Neuen Mitte“ gewesen, machte der Bürgermeister deutlich. Für die künftigen Bewohner des Pflegeheims sei alles fußläufig erreichbar, fügte er hinzu. Auch die Nähe zur Kindertagesstätte ist nach Ansicht des Bürgermeisters eine schöne Sache. Er kann sich eine Kooperation gut vorstellen, sagte Leyn beim Pressegespräch im April. So könnten die Kinder die Senioren besuchen und ihnen etwas vorsingen.
Der Standort neben der Kita fördere die „Integration in den Ort“ der Einrichtung, so seinerzeit auch die Meinung von Schulze. Die Bewohner von Pflegeheimen freuten sich meistens über die jungen Nachbarn.