Ein blühender, naturnaher Garten. Foto: stock.adobe.com/xiaoliangge

Schottergärten werden auch Gärten des Grauens genannt, denn in ihnen gibt es kaum Leben. Doch wie wird aus einer Steinwüste ein naturnaher und lebendiger Garten, in dem sich Mensch und Tier wohlfühlen können?

Im Garten gibt es immer wieder neue Trends. Einer davon, der vor ein paar Jahren viel Anklang gefunden hat, war der Schottergarten – eine steinerne Wüste, die sich nur marginal von asphaltierten Straßen abgrenzen lässt.

 

Zwischen den grauen, schwarzen und weißen Steinen steht manches mal ein kleines Bäumchen, welches für den grünen Touch im Garten sorgt.

Schottergärten sind illegal

Dass diese Entwicklung weder gut für die Biodiversität noch für den Boden ist, haben unter anderem Naturschutzverbände bemängelt. Mittlerweile gilt auf offiziell: Schottergärten sind illegal, denn die Landesbauordnung Baden-Württemberg schreibt vor, dass unbebaute Flächen zu begrünen und wasserdurchlässig zu gestalten sind. Schotterwüsten erfüllen diese Vorgabe nicht.

Doch was tun, wenn man einen Schottergarten hat und diesen wieder naturnah und ökologisch umgestalten möchte?

„Grundsätzlich ist der Rückbau eines Schottergartens natürlich immer zu begrüßen“, meint Aniela Arnold, Gartenexpertin beim Nabu. Wichtig sei, dass dabei nicht nur der Schotter entfernt wird, sondern auch die darunterliegende Folie oder Vlies. Der Boden, der durch die Steine meist sehr verdichtet ist, sollte danach aufgelockert und durch Kompost verbessert werden.

Schotter als Habitat für Eidechsen oder Insekten

Den Schotter muss man nicht gleich entsorgen, sondern kann ihn weiterverwenden. Aufgeschüttet als Haufen, kann dieser als Habitat für Eidechsen oder Insekten verwendet werden. Für eine naturnahe Ansaat mit Wildpflanzen rät die Gartenexpertin: „den Schotter mit Sand und Kompost zu vermischen und anschließend aussäen. Viele Wildpflanzen mögen einen solchen eher mageren und trockenen Boden.“

Nachdem der Boden gut durchgeharkt ist, können die neuen Pflanzen eingesät werden.

Heimische Wildpflanzen als Schotterersatz

Der Tenor im Zusammenhang mit Schottergärten: „Einmal angelegt gibt es keine bis wenig Arbeit – Unkraut hat erst gar keine Chance“, ist ebenfalls überholt, weil sie durch Laub und Pflanzenaufwuchs schnell verwahrlost wirken.

Bei den Pflanzen hat der Nabu daher auch einen Tipp für jene, die sich wenig Arbeit im Garten wünschen: heimische Wildpflanzen. Diese bieten nicht nur ein wichtiges Nahrungsangebot für Insekten, sondern sind auch an die hiesigen Bedingungen gut angepasst und kommen daher ohne viel Pflege gut zurecht. „In den ersten ein bis zwei Jahren sollte man bei Bedarf gießen und ein Auge auf aufkeimende Beikräuter haben, aber danach ist eine solche Pflanzung sehr pflegeleicht und übersteht auch trockenere Zeiten ohne regelmäßiges Gießen problemlos“ erklärt Arnold.

Ein Schottergarten als Vorgarten. /U. J. Alexander

Ein Schottergarten dagegen ist ökologisch wertlos. Er bieten wenig bis keinen Lebensraum und ebenso wenig Nahrung für Vögel oder Insekten. Zudem heizen sich Schottergärten stark auf. Durch die fehlenden Pflanzen fehlt Verdunstungskühle und die Luft wird nicht gefiltert. Auch Regenwasser kann durch den verdichteten Boden schlechter abfließen.

Ein blühender Garten sorgt für mehr Lebensqualität

Ein grüner Garten hingegen bietet einige Vorteile. Pflanzen kühlen die Luft im Sommer ab, was für ein gutes Klima sorgt. Die Luftqualität verbessert sich, weil die Pflanzen die Luft von Feinstaub reinigen und Sauerstoff produzieren. Zudem bietet ein blühender Garten Insekten wie Schmetterlingen und Bienen wichtige Nahrung und Lebensraum. Bunte Farben sowie duftende Sträucher und Kräuter sorgen für ein angenehmes Wohnumfeld.

Schottergarten, Kiesgarten oder Steingarten?

Schottergarten
Der Begriff hat sich für Gärten eingebürgert, die großflächig mit Kies, Schotter und Felsen bedeckt und kaum bis gar nicht bepflanzt sind, schreibt der Nabu. Die Steine werden entweder direkt auf den Boden oder auf Trennschichten aus Folie oder Vlies geschüttet. Steine dominieren das Gesamtbild. Pflanzen sind dagegen eher Beiwerk.

Ein Steingarten
orientiert sich am alpinen Vorbild und ahmt eine Gebirgslandschaft nach. Das Gelände wird meist mit großen Natursteinen modelliert und die Zwischenräume werden mit feineren Steinen aufgefüllt, damit Wasser abfließen kann. Ein solcher Garten ist gut bepflanzt mit Arten, die Sonne und einen humusarmen Boden mögen.

Kiesgärten
sind meist sehr naturnah gehalten und pflanzen- und artenreich. Pflanzen dominieren das Bild. Schotter und Steine bilden den natürlichen Lebensraum der wärme- und trockenheitsverträglichen Pflanzenarten.