Der Angelverein hat den Orschweirer See zu der Idylle gemacht, die er heute ist. Nun könnte es sein, dass das Gewässer weichen muss. Foto: Masson

Der Angelverein Mahlberg/Orschweier muss um seine Zukunft fürchten: Ihr Natur-Kleinod, das sie über Jahrzehnte gepflegt haben, könnte bald verschwinden.

Noch ist für den Mahlberger Angelverein alles offen. Es besteht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der Orschweirer See dem vorgesehenen nahen Rheintalbahn-Ausbau und der Verbreiterung der A 5 zum Opfer fällt.

 

Ob die künftige Trasse zu nahe an den See heran rückt oder nicht, wird sich erst erweisen, wenn eine entsprechende Offenlage der Pläne erfolgt. Die ist noch für dieses Jahr oder spätestens 2024 von der Bahn angekündigt.

Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz, selbst Vereinsmitglied, weiß ebenfalls noch nicht, wie es im schlimmsten Fall mit dem Natur-Kleinod weiter geht. Ob das Gebiet beschnitten wird oder ganz weichen muss.

Ersatzland gibt es, doch die Angler sind skeptisch

Im ersten Fall müsste das Seegebiet dann Richtung Osten erweitert werden. Im zweiten Fall müsste gar hunderte Meter weiter auf einem bisherigen Ackergrundstück im Gewerbegebiet eine komplett neue See-Anlage ausgebaggert werden. Das betreffende Gebiet bei der Feldstraße gehört immerhin der Stadt und ist von ihr schon einmal vorsorglich aus dem dortigen Baugebiet herausgehalten und für einen eventuell notwendigen neuen See reserviert worden. Doch es ist fraglich, ob dieser dann auf Kosten der Bahn ersatzweise so angelegt werden kann, dass er die exzellenten Bio-Qualitäten des bisherigen Angelsees wieder erreichen kann. Da ist die Skepsis im Verein recht groß.

Die aktuelle Idylle um den Orschweirer See ist dem Angelverein zu verdanken. Gleich nach seiner Gründung 1979 hatte der neue Angelverein das damals verwahrloste, verwilderte und vermüllte Bagger-Kiesloch von der Stadt gepachtet. Schon vor dem Ersten Weltkrieg war dort Kies für örtliche Bauten ausgegraben worden, ab 1961 dann für den nahen ersten Autobahnbau. Bis es vor Orschweierer Ort wirklich real mit einer radikalen Bauschneise los geht, könnten noch einige deutliche Jahre ins Land gehen, vermutete Bürgermeister Benz, zumal die dafür zuständige „DB Netze“ nur abschnittsweise vorgehen will. Da wird bislang für betroffenes Mahlberg von Baubeginn ab 2029 und Fertigstellung ab 2034 gemunkelt – nach bisherigem Plan.

So wird der Angelverein in den kommenden Jahren in seinem See zwar noch viele Fische fangen können. Doch ob sich ihre weitere aufwendige Geländepflege mit dem großem ehrenamtlichem Arbeitseinsatz angesichts der später anrückenden schwerer Baumaschinen samt des Wegrasierens von Gehölzbestand überhaupt noch lohnt, wissen die Mitglieder nicht. Zur Vereins-Motivation trägt die ungewisse Zukunft des bisherigen Angelsees jedenfalls nicht bei.

Auch Schuttern bangt

Nicht nur Mahlberg, auch Schuttern fürchtet um seinen See. So könnte es sein, dass ein Teil des Schutterner Baggersees – und des dortigen Campingplatzes – für den Rheintalbahnausbau zugeschüttet werden muss. Bereits aktuell misst bereits der kürzeste Abschnitt zwischen Autobahn und dem Nordufer des Badesees nur 40 Meter.