Steinkrebs und Bachmuschel sind vom Aussterben bedroht. Die Bestände werden jetzt erfasst.
Auf der Südbaar wird über den Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Donaueschingen eine Biotopverbundplanung erstellt. Diese ist seit 2020 für Kommunen Pflicht und im Naturschutzgesetz Baden-Württemberg verankert.
Bis 2030 sollen auf mindestens 15 Prozent der Landesflächen im Offenland Biotopverbundflächen bestehen. Dabei werden Flächen trockener, mittlerer und feuchter Standorte sowie Gewässerlandschaften einbezogen. Auch ausgewählte Artenerfassungen können einbezogen werden.
Da ist eine Informationslücke
Wie das Umweltbüro des GVV mitteilt, gibt es bislang – nicht nur im Schwarzwald-Baar-Kreis, sondern landesweit – nur sehr wenige Informationen über die aktuelle Verbreitung der Tiergruppen der Muscheln und Krebse. Um diese Informationslücke für den Bereich des GVV Donaueschingen zu schließen, soll in den Frühjahrs- und Sommermonaten 2024 eine stichprobenhafte Erfassung dieser Arten in den Gewässern auf Bad Dürrheimer, Bräunlinger, Donaueschinger und Hüfinger Gemarkung durch das gewässerbiologische Fachbüro Gobio erfolgen.
Die Fischereirechtsinhaber der zu untersuchenden Gewässer werden über das Vorhaben informiert. Die Kenntnis der letzten Vorkommen der einheimischen Flusskrebse und Großmuscheln sei sehr wichtig, so heißt es in der Mitteilung weiter.
Vorkommen stark dezimiert
Der Steinkrebs und die Bachmuschel kamen einst in nahezu allen Bächen und kleineren Flüssen Baden-Württembergs vor. Unter anderem durch Gewässerverschmutzung, Gewässerausbau und die Einbringung gebietsfremder Tierarten seien die einst flächendeckenden Bestände stark dezimiert, sodass heutige Vorkommen nur noch Relikte einst deutlich größerer Populationen darstellten. Inzwischen seien beide Arten unmittelbar vom Aussterben bedroht.
Das ist das Ziel
Ziel der Kartierungen ist es, zunächst die bislang unentdeckten Vorkommen heimischer und geschützter Flusskrebse und Großmuscheln im Schwarzwald-Baar Kreis zu erfassen und zielgerichtete Maßnahmen zum Schutz der letzten ursprünglichen Faunenelemente und deren Gewässerlebensräume zu erarbeiten. Durch die Biotopverbundplanung sollen Maßnahmen zum Schutz heimischer Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume entwickelt werden. Die Biotopverbundplanung wird zu 90 Prozent mit Naturschutzgeldern des Landes gefördert.