Stadthexe und Holzhutzel stehen einträchtig beisammen. Doch von den Weißnarren mit der birnenförmigen Maske sieht man bei den Umzügen immer weniger. Foto: Bettina Bitzer

Die Zahl der markanten Binsdorfer Masken und Häs hat immer mehr abgenommen. Das will Carmen Renner ändern.

Wer sich für die Fasnet im Zollernalbkreis interessiert, verbindet mit der Binsdorfer Narrenzunft vor allem eine Maske: die der Holzhutzel, die es sonst nirgendwo gibt.

 

Paul Held schnitzte die erste Holzhutzel 1982 – zwei Jahre vor Gründung der Zunft

Geschaffen hat die hölzerne Larve vor mehr als 40 Jahren der Wahl-Binsdorfer Paul Held: Schon 1982, also zwei Jahre vor der Gründung der Zunft, schnitzte er die allererste Holzhutzelmaske und bemalte das erste Kleidle für sich selbst. Die zweite Garnitur erhielt danach Ottmar Eberhart, der Großvater der heutigen Zunftmeisterin Carmen Renner.

Doch die Zahl derjenigen Binsdorfer, die mit dieser besonderen Figur bei der Fasnet unterwegs sind, hat im Lauf der vergangenen Jahre immer mehr abgenommen. Zwar hat die Narrenzunft Binsdorf derzeit rund 220 aktive Hästräger – doch nur noch wenige von ihnen wollen als Holzhutzeln die Fasnet erleben.

Viele altgediente Mitglieder haben Maske und Häs an den Nagel gehängt

Viele altgediente Zunftmitglieder haben ihr Häs und ihre Maske an den Nagel gehängt und laufen nicht mehr bei den Fasnetsumzügen mit. Jüngere Mitglieder wollen oft lieber eine Stadthexe sein – auch weil deren Ausstattung günstiger ist als jene der Holzhutzeln.

Die neue Binsdorfer Zunftmeisterin will daran etwas ändern und von den Hexen zu den Hutzeln umverteilen: „Davon hätte ich gerne mehr“, sagt Carmen Renner.

Vor allem bei den Kindern sieht sie Bedarf. Renners Sohn Luca geht mit gutem Beispiel voran und hat auch ein Holzhutzel-Häs.

Drei Künstler aus Obernheim sorgen für neue Masken und Kleidle

Für Nachschub bei den Masken ist auf jeden Fall gesorgt: Nachdem Paul Held, der „Vater der Holzhutzel“ seine Werkzeuge weggelegt hat, schnitzt Steffen Dettling neue. Bemalt werden diese von Klaus Weber und bunte Bilder bringt Antje Boos auf die Hutzelhäs. Alle drei wohnen in Obernheim.

Derzeit sind in der Narrenzunft Binsdorf 215 Hexenmasken und 110 Hutzelmasken im Umlauf. Gut möglich, dass die Hutzeln bis zur Fasnet 2025 aufholen.

Der große Umzug zum 40-jährigen Bestehen der Narrenzunft Binsdorf startet am Sonntag, 4. Februar, um 13.30 Uhr

Der Lumpenwagen ist am Fasnetsdienstag ab 10 Uhr im Städtle unterwegs.