Eifrig diskutiert wurde bei einem Treffen im Imnauer Bürgerzentrum über den Aufbau eines Nahwärmenetzes. Es ging vor allem darum, ob man es selbst als Genossenschaft aufbaut und betreibt, oder ob man sich nach einem Investor umsieht. Foto: Haid

Das Interesse an einem Nahwärmenetz in Bad Imnau ist groß. Aber wie soll es betrieben werden? Darüber wurde im Bürgerhaus eifrig diskutiert. Klar ist auch, dass der Aufbau eines 5,2 Kilometer langen Leitungsnetzes und der technischen Infrastruktur gut 15 Millionen Euro kosten dürfte.

53 Prozent der befragten Imnauer haben ihr Interesse an einer Nahwärmeversorgung bekundet. Damit sind die Voraussetzungen für die Umsetzung eines Quartierkonzepts gegeben. Nun geht es im nächsten Schritt um die Findung eines Betreibers.

 

Dabei wurden in der Infoveranstaltung, zu welcher der Ortschaftsrat ins Bürgerzentrum eingeladen hatte, über das Für und Wider einer genossenschaftlichen Lösung oder der Beauftragung einer Betreiberfirma diskutiert.

Genossenschaft braucht Leute, die Verantwortung übernehmen

Die Gründung einer unabhängigen Genossenschaft wie etwa in Bittelbronn hätte laut Ortsvorsteher Robert Wenz, den Vorteil, dass man sein eigener Herr sei und den Abnehmern entsprechend günstige Preise anbieten könne. Eine Genossenschaft dürfe keine Gewinne erzielen, lediglich Rücklagen für außergewöhnliche Aufwendungen oder nötige Reparaturen bilden.

Für eine Genossenschaft müssten jedoch qualifizierte Personen gefunden werden, welche die Verantwortung als Vorsitzende, für die Finanzen oder als Schriftführer übernehmen wollen. Wichtige Entscheidungen treffen dann die Mitglieder selbst und demokratisch in Sitzungen und Versammlungen.

Investorenmodell birgt gewisse Risiken

Alternativ könnte man auch einen Investor suchen, welcher die ganze Sache übernimmt, so Wenz. Die Kunden wären dann voll abhängig von dieser Firma, welche dann auch Gewinne erzielen möchte und gegebenenfalls Preisanpassungen machen könne. Ein Problem wäre auch eine Insolvenz. Dann stünde die Anlage still und man müsste schnell nach einem Nachfolger suchen.

Laut Energieagentur Zollernalb liegt das Komplettpaket mit einer Wärmeerzeugung durch einen Holzhackschnitzelvergaser (Wärme- und Stromerzeugung) und Luft-Wasser-Wärmepumpen ergänzt durch eine Photovoltaikanlage inklusive der Erdarbeiten bei einem 5,2 Kilometer langen Leitungsnetz bei gut 15 Millionen Euro. Die Kosten für den Endverbraucher werden voraussichtlich bei 13 Cent pro Kilowattstunde Wärmepreis liegen, zuzüglich einer Einmalzahlung von 12 000 bis 13 000 Euro pro Anschluss.

Start in kleinen Dimensionen möglich

Möglich wäre es auch, mit einer kleineren Wärmeerzeugung zu beginnen und diese später bei Bedarf zu erweitern, so Wenz. Großabnehmer wären das Hotel Fürstenhof, die Imnauer Mineralquellen und die städtischen Gebäude wie Bürgerzentrum, Turnhalle, Schwimmbad, Feuerwehr- und Jugendhaus.

Die Heizzentrale könnte man am besten auf dem gut zugänglichen ehemaligen Apollo-Gelände in Höhe der Wasserreservoire bauen. Die Versorgungsleitungen würden unter der Eyach hindurch in Richtung Kinderheim, dann am Hotel Fürstenhof vorbei in Richtung Badstraße bis Friedhof geführt.

Ein größerer Knotenpunkt wäre am Gasthaus Adler. Von dort würde das Leitungsnetz über die Kurstraße in Richtung Gasthof Eyachperle geführt und in die andere Richtung in die Quellenstraße. Dazwischen sind immer wieder Abzweigungen in die Nachbarstraßen (Parkstraße, Brunnenstraße oder Schulstraße) vorgesehen.

Thema wird weiterverfolgt

Am Ende waren alle Anwesenden der Meinung, die genossenschaftliche Lösung mit einer gezielten Suche nach möglichen innerörtlichen Fachleuten zu bevorzugen, für einen Vergleich aber auch Investoren anzufragen, falls sich keine Genossenschaft gründen sollte.

Mit Unterstützung der BioEnergie Bittelbronn soll Ende Februar ein weiterer Termin vereinbart werden.