Müll, Hundekot, hohe Brennnesseln: Besonders schön sieht das Nagoldufer zwischen Markt- und Nikolausbrücke nicht aus. Das möchte eine Gruppe des Bürgerforums Innenstadt ändern.
Das Nagoldufer sieht insbesondere im Bereich zwischen Markt- und Nikolausbrücke nicht sehr ansprechend aus. Die Arbeitsgruppe „Freizeit, Tourismus und Natur“ des Bürgerforums Innenstadt hat deshalb Ideen gesammelt, wie man es aufwerten könnte. Der Bau- und Umweltausschuss zeigte sich angetan.
Vergangenes Jahr habe der besagte Abschnitt des Nagoldufers „verboten“ ausgesehen, beklagte Christa Erath, Sprecherin der Gruppe, in der Sitzung. „Und jetzt auch wieder.“ Was die Mitglieder der Arbeitsgruppe stört: Der Weg hat unterschiedliche Bodenbeläge, Müll und Hundekot liegen herum, das Wasser ist nicht zugänglich, überall sind Brennnesseln, es gibt keine Sitzgelegenheiten und die an der Fassade angebrachten Ventilatoren am Sparkassen-Gebäude sind laut. Eine lange Liste.
Aus „Ruheoase“ wird nichts
Doch die Gruppe hat nicht nur allerlei auszusetzen, sondern bringt auch Ideen mit, wie man das Ufer künftig schöner gestalten und die Aufenthaltsqualität erhöhen könnte. So wünschen sie sich einen einheitlichen Pflasterbelag für den Weg, wie er an manchen Stellen bereits vorhanden ist. Die Geländer in dem Umfeld würden sie gerne mit Blumenkästen schmücken. Mit Natur- und Sandstein verkleidet würde der Tunneleingang, durch den der Schießbach fließt, schöner aussehen, dies ist der Präsentation der Gruppe zu entnehmen. Feste Sitzgelegenheiten – zum einen aus Holz am Ufer, zum anderen aus Sandsteinquadern, sollen für Gemütlichkeit sorgen und sind robust. Die Nagold erlebbar machen könnte man, so die Idee, durch Sandsteine, die das Ufer säumen. Gut gelungen sei das beispielsweise am Großen Brühl.
Und weil durch die Ventilatoren der Sparkasse aus der „Ruheoase“, die die Arbeitsgruppe dort gerne geschaffen hätte, nichts wird, stellen sie sich die Fläche unterhalb der Nikolausbrücke als Platz für kleinere Veranstaltungen vor. Abends, versteht sich. Wenn die Ventilatoren aus sind.
Das alles mache aber freilich nur dann Sinn, wenn das Areal nicht gleich wieder durch Hundekot und Müll verschandelt werde, betonte Claudia Gebhard, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe. Deshalb rät sie dazu, Hinweisschilder aufzustellen. Und möglicherweise einen Hundekotbeutelspender samt Mülleimer in greifbarer Nähe.
Nur braucht so ein schönes Plätzchen, das die Fläche zwischen den beiden Brücken werden könnte, einen Namen. Der Favorit der Arbeitsgruppe lautet: „Hesses Badeplätzle“. Im Bereich des Gerbereimuseums soll der spätere Literaturnobelpreisträger wirklich einst gebadet und das sogar sehr genossen zu haben.
Braucht der Bauhof mehr Personal?
Die Arbeitsgruppe ist bezüglich der Maßnahmen bereits im Gespräch mit dem Tiefbauamt der Stadt Calw. Die Verwaltung gehe davon aus, dass die Ideen umsetzbar seien, erklärte Dieter Kömpf in Vertretung von Oberbürgermeister Florian Kling. Jedoch müsse durch die Nähe zur Nagold alles in Bezug auf den Hochwasserschutz abgestimmt werden.
110000 Euro würden für die Umsetzung der Ideen der Projektgruppe ungefähr anfallen, so Kömpf. Kostenvoranschläge liegen bereits vor. Der Betrag werde aber durch das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ gedeckt. Calw hatte im Zuge des Förderprogramms rund zwei Millionen Euro erhalten.
Der Bau- und Umweltausschuss stimmte dem Projekt einstimmig zu. Bernhard Stopper (Neue Liste Calw) unterstrich jedoch, dass die Pflege des aufgewerteten Areals nur langfristig möglich sei, wenn der Bauhof mehr Personal bekomme. Das werde alsbald im Gremium ein Thema für sich sein, versprach Kömpf.