Peter Dorn (links) steckt mit den OHG-Schülern noch in der Konzeptions- und Planungsphase des Projektes Fotobuch. Foto: Geideck

AG am Otto-Hahn-Gymnasium dokumentiert den Wandel der Stadt. Freie Hand für junge Autoren.

Nagold - Kaum eine Stadt in der Region verknüpft Tradition und Moderne architektonisch so sehr wie Nagold. Den spannenden Wandel der Stadt dokumentieren derzeit sieben Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums mit einem Fotobuch.

Die Genehmigung haben die sieben Gymnasiasten von ganz oben. Oberbürgermeister Jürgen Großmann höchstpersönlich war es, der Annika Elsner, Isabell Sayer, Johanna Weiß, Lara Schall, Sarah Rösler, Silas Bubser und Stefan Wahl den Zutritt zum Stadtarchiv gewährt hat. Aufgesucht haben die Schüler das fotografische Gedächtnis Nagolds, das im Steinhaus untergebracht ist, allerdings noch nicht, denn momentan befinden sie sich erst einmal in der Planungsphase.

Ohnehin soll ihr Fotobuch, das sie im Rahmen einer eigenen AG unter der Betreuung des Lehrers Peter Dorn erstellen, keine bloße Gegenüberstellung von historischen und aktuellen Fotos werden. "Es wäre langweilig, wenn man das nur auf der Zeitschiene betrachtet", meint Dorn. Die Schüler sollen daher Themenschwerpunkte setzen. Zum Beispiel, wie und wo junge Menschen damals und heute ihre Freizeit verbracht haben, welche Bedeutung der namensgebende Fluss hat oder wie die Stadt ins Gäu, nach Stuttgart oder auch ins Badische angebunden war und ist. Klar ist für Dorn, dass er den Schülern dabei weitgehend freie Hand lässt: "Das Fotobuch soll ihre Handschrift tragen."

Fünf Schüler mussten aus Zeitmangel wieder abspringen

Schwer war es für den Lehrer nicht, Schüler für diese durchaus ungewöhnliche AG zu finden. Die, die mitmachen, interessieren sich nicht nur für die Stadtgeschichte, sondern wollen sich kreativ beteiligen und einmal hautnah miterleben, wie ein Buch entsteht. Anfangs waren es sogar zwölf Schüler, fünf mussten aber aus Zeitmangel wieder abspringen. "Das G8 frisst halt unglaublich viele Zeitressourcen", hat Dorn dafür Verständnis.

Kurios ist allerdings: Kein einziger Schüler, der bei dem Fotobuch-Projekt mitmacht, kommt aus der Nagolder Kernstadt. Umso größer ist die Begeisterung, mit der sie nun die Stadt wahrnehmen. Dazu zählt besonders das Viadukt, das – wie sich bereits abzeichnet – ein Hauptthema des Buchs werden könnte. So findet etwa die 16-jährige Johanna Weiß aus Hochdorf: "Ich fahre jeden Morgen mit dem Bus unter dem Viadukt durch, aber erst jetzt nehme ich es so richtig wahr."

Die Schüler hoffen, dass sich diese Begeisterung für Nagold und seine Architektur später auch auf die Betrachter des Fotobuchs, das bis Schuljahresende fertig sein soll, übertragen wird. "Der Wunsch ist, dass die Leser die Stadt bewusster wahrnehmen und so wie wir mehr auf Details achten", meint Johanna Weiß.

Neben historischen Fotos setzen die sieben Gymnasiasten insbesondere auf Zeitzeugenberichte und hoffen, bei Nagoldern, die sich mit den Bauwerken der Stadt auskennen, offene Türen einzurennen.

Ganz wichtig ist ihnen, ernst genommen zu werden, damit es nicht heißt: Das ist ja bloß ein Schüler-Projekt. Ebenso setzen die Gymnasiasten darauf, dass der ein oder andere Nagolder über das OHG-Sekretariat mit ihnen Kontakt aufnimmt und Informationen beisteuern kann.

Und natürlich: Das altehrwürdige Steinhaus werden die Schüler auch noch aufsuchen – worauf sie sich bereits sehr freuen.

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